Navigation und Service

Logo Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

Optimierung der Strafverfolgung durch Mobilcomputer-basierte Vor-Ort-Beschreibung komplexer Auffindesituationen

Tatorteinsätze erfordern höchste Präzision – jede Situation ist anders, Zeitdruck erschwert eine lückenlose Dokumentation. Das Forschungsprojekt INSITU bietet hier eine Lösung: Ein digitales System, das Fotos, Audioaufnahmen, Notizen und Zusatzinformationen automatisch erfasst und intelligent verknüpft. So wird der Weg von papierbasierten Akten hin zur modernen, digitalen Tatortdokumentation geebnet.

Den gesamten Tatort lückenlos zu erfassen und zu dokumentieren stellt die Polizei immer wieder vor neue Herausforderungen.
© ginae014/Fotolia.com

Interview mit Juliane Joswig von der Polizei Berlin und Dr. Steffen Franz vom Bundeskriminalamt: Die Zukunft der Tatortdokumentation ist digital!

Motivation

Nach einem Anschlag oder Einbruch wird im Rahmen der polizeilichen Ermittlungstätigkeit der Tatort erfasst und dokumentiert. Die Anforderungen an die Tatortarbeit sind hoch, da jede Situation vor Ort anders ist und Zeitdruck eine einheitliche, verlustfreie Dokumentation erschwert.Der Einsatz digitaler Technik bietet der Polizei zwar neue Möglichkeiten der Dokumentation, die Systeme sind jedoch häufig auf die Bedarfe der einzelnen Akteure spezialisiert und damit nicht universell für Auswertungen nutzbar.

Ziele und Vorgaben

Im Vorhaben INSITU wird ein Dokumentationssystem entwickelt, das die vollständige digitale Erfassung und Verarbeitung aller Informationen eines Tatorts ermöglicht. Für eine einheitliche Datenaufnahme wird ein standardisiertes Verfahren entwickelt. Durch automatisch gespeicherte Zusatzinformationen, wie Aufnahmezeitpunkt oder -position, können die Daten aus unterschiedlichen Datenquellen, wie Fotos, Audioaufnahmen oder Notizen, intelligent miteinander verknüpft werden. Integrierte Filter- und Suchfunktionen sowie Regeln und Prüfmechanismen unterstützen die Datenauswertung und entlasten das Personal.

Innovationen und Perspektiven

Das INSITU-System soll erstmals die Erfassung eines Tatorts ohne Informationsverlust ermöglichen. Der Einsatz mobiler, kostengünstiger Endgeräte, wie z. B. Tablets zur Datenverarbeitung und -weitergabe, fördert eine flächendeckende Anwendbarkeit. Das Bundeskriminalamt als Koordinator des Vorhabens gewährleistet einen engen Austausch mit weiteren zuständigen Behörden, wie z. B. Landeskriminalämtern. Perspektivisch soll mit dem System die Umstellung von der aktenbasierten Dokumentation zu einer modernen digitalen Dokumentation gelingen.

 

Projektinformationen

Programm
Forschung für die zivile Sicherheit Bekanntmachung: Anwender – Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit

Förderkennzeichen
13N14813 bis 13N14814

Gesamtzuwendung
956.000 €

Projektlaufzeit
Juli 2018 – Juni 2021

Projektpartner

  • Bundeskriminalamt (BKA), Wiesbaden
  • Technische Universität Darmstadt

Assoziierte Partner

  • BAYOONET AG, Darmstadt
  • Bayrisches Landeskriminalamt
  • Bundespolizei, Potsdam
  • Landeskriminalamt Berlin
  • Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen

Verbundkoordinator
Dr. Sebastian Knop
Bundeskriminalamt
KT24-INSITU@bka.bund.de

Forschungsvorhaben INSITU

Erklärvideo zum Forschungsprojekt INSITU; Veröffentlicht am 23.07.2019