Optimierung der Strafverfolgung durch Mobilcomputer-basierte Vor-Ort-Beschreibung komplexer Auffindesituationen
Tatorteinsätze erfordern höchste Präzision – jede Situation ist anders, Zeitdruck erschwert eine lückenlose Dokumentation. Das Forschungsprojekt INSITU bietet hier eine Lösung: Ein digitales System, das Fotos, Audioaufnahmen, Notizen und Zusatzinformationen automatisch erfasst und intelligent verknüpft. So wird der Weg von papierbasierten Akten hin zur modernen, digitalen Tatortdokumentation geebnet.
Interview mit Juliane Joswig von der Polizei Berlin und Dr. Steffen Franz vom Bundeskriminalamt: Die Zukunft der Tatortdokumentation ist digital!
Motivation
Nach einem Anschlag oder Einbruch wird im Rahmen der polizeilichen Ermittlungstätigkeit der Tatort erfasst und dokumentiert. Die Anforderungen an die Tatortarbeit sind hoch, da jede Situation vor Ort anders ist und Zeitdruck eine einheitliche, verlustfreie Dokumentation erschwert.Der Einsatz digitaler Technik bietet der Polizei zwar neue Möglichkeiten der Dokumentation, die Systeme sind jedoch häufig auf die Bedarfe der einzelnen Akteure spezialisiert und damit nicht universell für Auswertungen nutzbar.
Ziele und Vorgaben
Im Vorhaben INSITU wird ein Dokumentationssystem entwickelt, das die vollständige digitale Erfassung und Verarbeitung aller Informationen eines Tatorts ermöglicht. Für eine einheitliche Datenaufnahme wird ein standardisiertes Verfahren entwickelt. Durch automatisch gespeicherte Zusatzinformationen, wie Aufnahmezeitpunkt oder -position, können die Daten aus unterschiedlichen Datenquellen, wie Fotos, Audioaufnahmen oder Notizen, intelligent miteinander verknüpft werden. Integrierte Filter- und Suchfunktionen sowie Regeln und Prüfmechanismen unterstützen die Datenauswertung und entlasten das Personal.
Innovationen und Perspektiven
Das INSITU-System soll erstmals die Erfassung eines Tatorts ohne Informationsverlust ermöglichen. Der Einsatz mobiler, kostengünstiger Endgeräte, wie z. B. Tablets zur Datenverarbeitung und -weitergabe, fördert eine flächendeckende Anwendbarkeit. Das Bundeskriminalamt als Koordinator des Vorhabens gewährleistet einen engen Austausch mit weiteren zuständigen Behörden, wie z. B. Landeskriminalämtern. Perspektivisch soll mit dem System die Umstellung von der aktenbasierten Dokumentation zu einer modernen digitalen Dokumentation gelingen.
Forschungsvorhaben INSITU
Erklärvideo zum Forschungsprojekt INSITU; Veröffentlicht am 23.07.2019