Programmcharakteristiken: Leitlinien und Ansatz der Sicherheitsforschung
Die zivile Sicherheitsforschung ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag. Das Rahmenprogramm 2024–2029 setzt auf klare Leitlinien und einen zukunftsorientierten Ansatz, um Forschung wirkungsvoll und praxisnah zu gestalten.
Unsere Leitlinien
- Vernetzung fördern: Sicherheit entsteht im Zusammenspiel – Staat, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Bevölkerung arbeiten eng zusammen, um Resilienz und Handlungsfähigkeit zu stärken.
- Anwender in den Fokus stellen: Behörden, Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Unternehmen kritischer Infrastrukturen und zivilgesellschaftliche Akteure werden frühzeitig eingebunden. Sie formulieren Bedarfe, testen Lösungen und setzen Ergebnisse um.
- Praxistransfer begünstigen: Der Erfolg von Forschung zeigt sich in der Anwendung. Das Programm unterstützt gezielt den Transfer technischer und nicht-technischer Innovationen in die Praxis – über skalierte Testumgebungen, Demonstratoren und passgenaue Förderformate.
- Forschung und Entwicklung mit und für die Gesellschaft: Sicherheitslösungen müssen alltagstauglich und akzeptiert sein. Deshalb wird die Bevölkerung aktiv in Forschungsprozesse einbezogen. Werte, Bedürfnisse und Perspektiven fließen systematisch ein.
- Handlungsfähigkeit durch technologische Souveränität sicherstellen: Um kritische Abhängigkeiten zu vermeiden, fördert das Programm Schlüsseltechnologien, die für die zivile Sicherheit relevant sind – im Sinne unserer demokratischen, ethischen und gesellschaftlichen Werte.
- Europäische und internationale Kooperationen nutzen: Sicherheitsrisiken enden nicht an Grenzen. Das Programm stärkt die Zusammenarbeit im europäischen und internationalen Raum, um Wissen zu bündeln und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
Unser Ansatz
Das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ ist als lernendes und flexibles System konzipiert, das sich kontinuierlich an gesellschaftliche, technologische und sicherheitspolitische Entwicklungen anpasst.
Es leistet einen zentralen Beitrag zur Umsetzung der Zukunftsstrategie Forschung und Innovation der Bundesregierung, insbesondere zu den Missionen „Gesellschaftliche Resilienz, Vielfalt und Zusammenhalt stärken“ sowie „Digitale und technologische Souveränität Deutschlands und Europas sichern und die Potenziale der Digitalisierung nutzen“. Darüber hinaus unterstützt es die Nationale Sicherheitsstrategie, die Deutsche Strategie zur Stärkung der Resilienz gegenüber Katastrophen sowie die Agenda 2030 der Vereinten Nationen.
Das Programm basiert auf einem breiten Agendaprozess, in dem Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Bevölkerung gemeinsam die Forschungsbedarfe der kommenden Jahre identifiziert und priorisiert haben. Die Förderung richtet sich ausschließlich auf zivile Szenarien und zielt auf praxisnahe, wirkungsorientierte Lösungen ab – sowohl technologische als auch soziale Innovationen. Mögliche Schnittstellen zur militärischen Forschung werden gezielt beleuchtet, um Erkenntnisse synergetisch zu nutzen.
Ein kontinuierlicher Dialog mit allen relevanten Akteuren stellt sicher, dass Themen, Instrumente und Maßnahmen regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt werden. So schafft das Programm die Grundlage für eine forschungsbasierte, resiliente und handlungsfähige Gesellschaft in einem sicheren Lebensumfeld.