Sichere Versorgung unterstützen
Die Sicherstellung der Versorgung von Bevölkerung, Wirtschaft und staatlichen Akteuren mit elementaren Gütern, wie Lebens-, Arznei- und Hilfsmitteln, sowie Dienstleistungen stellt angesichts globaler Lieferketten und veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen eine enorme Herausforderung dar. Von herausragender Bedeutung sind dabei nicht nur die Kritischen Infrastrukturen, beispielsweise in den Sektoren Energie, Ernährung inklusive Landwirtschaft, Gesundheit und Kommunikation, sondern ereignisspezifisch alle für die Versorgung systemrelevanten Produkte, Prozesse und Einrichtungen. Da nahezu alle wirtschaftlichen Prozesse auf funktionierende Lieferketten angewiesen sind, umfasst dies auch die Privatwirtschaft mit ihren Produktionskapazitäten, den Güterverkehr und die Logistik sowie – im Rahmen der staatlichen Daseinsvorsorge – die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Robuste, intakte Transportwege und Verkehrsnetze sind über alle kritischen Infrastruktursektoren hinweg von zentraler Bedeutung für die Gesellschaft. Die Wirtschaft und die Alltagsmobilität sind abhängig von der Infrastruktursicherheit der Verkehrsträger, die es zu gewährleisten gilt.
Die Etablierung eines effizienten und auch in außergewöhnlichen Krisenlagen wirkungsvollen Risiko- und Krisenmanagements bei allen für die Versorgungssicherheit relevanten Akteuren ist ein zentraler Eckpfeiler der Sicherheitsarchitektur. Zur Bewältigung dieser hochkomplexen Aufgabe sind innovative Lösungen erforderlich, die eine vorausschauende und kontinuierliche Analyse kritischer und kaskadierender Abhängigkeiten vernetzter Infrastruktursysteme erlauben. Dabei ist es notwendig, über die Ebene einzelner Akteure und Branchen hinaus Forschungsansätze sektorübergreifend auszurichten und neben den Kritischen Infrastrukturen alle weiteren, für eine sichere Versorgung relevanten Einrichtungen und Prozesse in den Blick zu nehmen.
Um identifizierte und erkannte Risiken beherrschen und in zunehmend komplexeren Krisen- und Katastrophenlagen die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, müssen verstärkt Aspekte wie die Sicherstellung der (landwirtschaftlichen) Primärproduktion, die Schaffung von resilienten Wertschöpfungs- und Lieferketten und Rückfalloptionen, neue Verkehrsträger, innovative Kooperationsmodelle sowie neue Konzepte der Logistik und Bevorratung beziehungsweise Notfallversorgung mit kritischen Gütern in den Fokus von Forschung und Entwicklung rücken. Zu erforschende Lösungsansätze für eine verbesserte Verfügbarkeit von Ressourcen können unter anderem Aspekte der Kreislaufwirtschaft umfassen oder basierend auf festgestellten Abhängigkeiten die gezielte Sicherstellung von Produktionskapazitäten durch Rückverlagerungen oder Diversifizierung einbeziehen.
Im Handlungsfeld „Sichere Versorgung unterstützen“ werden insbesondere Forschungsfragen in den Blick genommen, die aus neuartigen, komplexen Krisen- und Katastrophenlagen resultieren und zunehmend sektorübergreifende Lösungen erfordern. Damit verbunden sind neue Ansätze zur Analyse von Risiken oder kritischen Abhängigkeiten, die bei national, europäisch und global vernetzten Infrastruktursystemen bestehen können und die im Ernstfall gravierende Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit haben können. Ziel ist es, die Resilienz der Versorgungssicherheit umfassend und nachhaltig zu verbessern, indem neue Risiken frühzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen zum Umgang mit Ausfallereignissen erarbeitet werden. Innovative und breit anwendbare Methoden und Werkzeuge werden die Akteure bei der Implementierung eines belastbaren und flexiblen Risiko- und Krisenmanagements unterstützen und somit zur Versorgungssicherheit beitragen.