Handlungsfelder
Das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung verfolgt das Ziel, die Resilienz und Sicherheit von Bevölkerung, Staat und Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Forschung und Innovation sollen helfen, besser auf Krisen, Katastrophen und Bedrohungen vorbereitet zu sein und die Folgen solcher Ereignisse abzumildern.
Im Zentrum stehen sechs zentrale Ziele, die der Stärkung der zivilen Sicherheit Deutschlands dienen. Diese stellen die thematischen Schwerpunkte der Förderung von Forschung und Entwicklung dar.
Bevölkerungsschutz stärken
Wenn Krisen eintreten, zählt jede Minute – ob bei Hochwasser, Stromausfall oder der Freisetzung von chemischen oder biologischen Gefahrstoffen. Das Handlungsfeld „Bevölkerungsschutz stärken“ beschäftigt sich daher mit der Fragestellung, wie sich der Bevölkerungsschutz für aktuelle und zukünftige Herausforderungen stärken lässt. Ziel ist es, Ansätze und Lösungen zu erforschen und entwickeln, die die Vorsorge und Bewältigung von Krisen- und Katastrophenlagen in den Blick nehmen. So sollen beispielsweise innovative und praxisnahe Konzepte entwickelt werden, die die Zusammenarbeit von Einsatzkräften, Behörden und Zivilgesellschaft verbessern – auch an den Schnittstellen zwischen zivilen und militärischen Akteuren.
Hybride Bedrohungen besser bewältigen
Cyberangriffe, Desinformation, Sabotage – hybride Bedrohungen sind gezielte, oft unsichtbare Angriffe auf unsere Sicherheit und Demokratie. Wie solche Angriffe früh erkannt, verstanden und abgewehrt werden können, steht im Mittelpunkt des Handlungsfelds „Hybride Bedrohungen besser bewältigen“. Im Rahmen von Forschungsprojekten sollen Lösungen entwickelt werden, die beispielsweise Desinformationskampagnen in sozialen Medien frühzeitig erkennen und Kritische Infrastrukturen mit Hilfe von KI besser schützen. Ziel ist es, die staatliche Handlungsfähigkeit sicherzustellen sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu bewahren. Darüber hinaus soll die Versorgung mit wichtigen Gütern aufrechterhalten und das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Strukturen zur Bewältigung von Krisen und Schadenslagen gefördert werden.
Sichere Versorgung unterstützen
Versorgungssicherheit bedeutet: Strom fließt, Lebensmittel sind verfügbar, Medikamente erreichen die Menschen – auch in Krisen. Doch globale Abhängigkeiten und vernetzte Systeme machen uns verletzlich. Im Rahmen des Handlungsfelds „Sichere Versorgung unterstützen“ sollen daher Lösungen erforscht und entwickelt werden, um Lieferketten robuster, Infrastrukturen widerstandsfähiger und Notfallvorsorge verlässlicher zu machen. Dabei müssen die Forschungsansätze sich sektorübergreifend ausrichten und neben den Kritischen Infrastrukturen alle weiteren, für eine sichere Versorgung relevanten Einrichtungen und Prozesse in den Blick nehmen. Ziel ist es, die Resilienz der Versorgungssicherheit umfassend und nachhaltig zu verbessern, indem Risiken frühzeitig erkannt und Maßnahmen zum Umgang mit Ausfallereignissen erarbeitet werden.
Resilienz der Bevölkerung steigern
Die Fähigkeit der Eigenvorsorge und des Selbstschutzes der Bevölkerung sind zentrale Elemente für eine funktionierende Katastrophenbewältigung. Das Handlungsfeld „Resilienz der Bevölkerung steigern“ hat sich daher zur Aufgabe genommen, die Bevölkerung besser vorzubereiten, zu informieren und einzubeziehen. Gelingen kann das zum Beispiel in Form von neuen Bildungsansätzen im Bevölkerungsschutz und zielgerichteter Krisenkommunikation. Ziel ist es, aus vergangenen Krisen- und Katastrophenerfahrungen Lehren zu ziehen, um mit diesem Wissen Lösungsansätze zu fördern, die einerseits das Risiko- und Gefahrenbewusstsein sowie die Vorsorgekompetenz in der Bevölkerung stärken und andererseits eine gezieltere Einbindung des vielfältigen Potenzials und der Eigeninitiative der Menschen im Ereignisfall ermöglichen.
Sicheres Leben ermöglichen
Gesellschaftlicher Wandel, neue Kriminalitätsformen und Radikalisierung stellen Sicherheitsbehörden vor wachsende Herausforderungen. Die Forschung im Handlungsfeld „Sicheres Leben“ adressiert sowohl technologische als auch soziale Aspekte der Prävention und Bekämpfung von Kriminalität und Extremismus. Im Fokus stehen Entwicklungen im Bereich Cybercrime, extremistische Tendenzen in der Gesellschaft oder die Wahrnehmung von Unsicherheit in städtischen und ländlichen Räumen. Ziel ist es hier vor allem, die Sicherheitsbehörden durch die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien, Methoden und Verfahren übergreifend zu unterstützen.
Innovationslabor Sicherheitsforschung
Gute Ideen sollen schnell zu den Anwendern in die Praxis gelangen: Das „Innovationslabor Sicherheitsforschung“ bündelt verschiedene Ansätze zur Unterstützung des Wissens- und Praxistransfers. Es bringt wissenschaftliche Erkenntnisse, Anwendungsbedarfe und technologische Entwicklungen systematisch zusammen. Ziel ist es, vielversprechende Ideen über Test- und Demonstrationsformate sowie Matching- und Transferplattformen in die Praxis zu überführen. Dabei wird auch die wirtschaftliche Verwertbarkeit adressiert. Das Handlungsfeld soll den sektorübergreifenden Austausch stärken, den Praxistransfer beschleunigen und dazu beitragen, Sicherheitslösungen wirksam und nachhaltig in den Alltag der Einsatzkräfte zu integrieren.