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Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Schutz vor Ausfall von Versorgungsinfrastrukturen"

Funktionierende Versorgungsinfrastrukturen sind für Gesellschaft und Wirtschaft lebenswichtig. Im Themenfeld wurden daher Sicherheitsszenarien betrachtet, in denen kritische Versorgungsinfrastrukturen - beispielsweise zur Energie-, Wasser- und Lebensmittelversorgung - durch Anschläge, Großunfälle oder Naturkatastrophen bedroht oder betroffen sind. Die Schwerpunkte der Förderung lagen in der Forschung zur Prävention und Früherkennung von Bedrohungen, zur Verhinderung von Kaskadeneffekten, zur Krisenbewältigung durch zeitnahe und effiziente Sicherungs- und Entkoppelungsmaßnahmen und zum Aufbau einer wirksamen Notfallversorgung.

Blick auf die A45 in Hagen
© Norbert Dörnbach / Fotolia.com

GRASB: Szenarienorientierte Grundlagen und innovative Methoden zur Reduzierung des Ausfallrisikos der Stromversorgung unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Bevölkerung

Ziel des Projektes GRASB war es, aktuelle und zukünftige Risiken eines länger anhaltenden, großflächigen Stromausfalls zu reduzieren. Dabei wurden gemeinsam mit Betreibern von Kraftwerken besonders kritische Teile der Stromversorgungsinfrastruktur identifiziert und in Bezug auf verschiedene Risiken klassifiziert. Dabei wurden vor allem neuralgische Punkte berücksichtigt, bei denen es durch Verknüpfung verschiedener Infrastrukturen zum Ausfall weiterer Versorgungsinfrastrukturen, durch sogenannte Kaskadeneffekten, kommen kann. Das im Projekt erarbeitete Risikomanagementkonzept soll Stromversorger in die Lage versetzen, die Risiken kritischer Bereiche besser abzuschätzen und zu minimieren.

InfoStrom: Lernende Informationsinfrastrukturen für das Krisenmanagement am Beispiel der Stromversorgung

Strom ist für viele Versorgungssysteme, wie etwa bei der IT-Kommunikation, im ÖPNV oder dem Gesundheitswesen, entscheidend. Ausfälle sind zwar eher selten, doch wenn sie auftreten und länger andauern, treffen sie die Bevölkerung unvorbereitet und richten großen Schaden an. In so einem Fall sind Information und Kommunikation entscheidende Faktoren zur raschen Wiederherstellung der Stromversorgung. Daher hat das Projekt InfoStrom eine dezentrale, IT-gestützte Sicherheitsplattform erarbeitet, die alle relevanten Akteure, wie Energieversorger, Feuerwehr und Polizei, miteinander vernetzt. Über diese Sicherheitsplattform können Informationen gesammelt, bewertet, priorisiert und nutzergerecht abgebildet werden.

SES²: Intelligente Notstromversorgungskonzepte unter Einbeziehung Erneuerbarer Energien

Länger anhaltende, großflächige Unterbrechungen der Stromversorgung bergen große Gefahren für Wirtschaft und Gesellschaft. Im Rahmen des Vorhabens SES² wurden Strategien erforscht, mit denen im Krisenfall eine Minimalversorgung gewährleistet werden kann. Um in einer Notsituation auch dezentrale und regenerative Stromquellen nutzen zu können, wurde ein sogenanntes „Smart Emergency Supply System“ entwickelt.

SIMKAS-3D: Simulation von intersektoriellen Kaskadeneffekten bei Ausfällen von Versorgungsinfrastrukturen unter Verwendung des virtuellen 3D-Stadtmodells Berlins

Versorgungsinfrastrukturen sind komplexe soziotechnische Systeme, die voneinander abhängig sind: Defekte in einer Versorgungsinfrastruktur wirken sich auch auf alle anderen Versorgungsinfrastrukturen aus. SIMKAS-3D hat Entscheidungs- und Koordinationshilfen für Krisenfälle erforscht. Damit sollen die Ausfallrisiken von Versorgungsinfrastrukturen minimiert werden. Dafür wurden zunächst systemübergreifende Szenarien für Berlin simuliert. In enger Zusammenarbeit mit den Betreibern von Versorgungsinfrastrukturen für Gas, Wasser, Strom und Fernwärme haben die Forschenden Schutzmaßnahmen für den Schadensfall erarbeitet.

STATuS: Schutz der Trinkwasserversorgung in Hinblick auf CBRN-Bedrohungsszenarien - Phase 2

Ziel von STATuS war es, den Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsgefährdenden Stoffen im Trinkwasser zu erhöhen. In einer ersten Phase wurde eine umfassende Bedrohungs- und Risikoanalyse für die Verunreinigung von Trinkwasser mit biologischen, chemischen oder radioaktiven Stoffen erstellt. In einem zweiten Schritt wurden konkrete Schutzstrategien, organisatorische Konzepte und technische Innovationen erarbeitet. Diese wurden den Anwendern und Behörden in Form eines Leitfaden und einer Datenbank zur Verfügung gestellt.