Von der Forschungsidee zum Förderprojekt

Auf dieser Seite finden Sie Hilfestellungen und Hinweise für die Vorbereitung eines Verbundprojektes sowie für die Erstellung einer erfolgsversprechenden Projektskizze. Der Projektträger Sicherheitsforschung steht Ihnen bei Ihrer Projektvorbereitung immer beratend zur Seite.

Die Auswahl zur Förderung von Verbundprojekten erfolgt in einem zweistufigen Wettbewerbsverfahren. In einer ersten Stufe können interessierte Antragsteller Projektideen in Form von Projektskizzen beim Projektträger Sicherheitsforschung einreichen. Die Einreichung kann ausschließlich nach der Veröffentlichung von themenbezogenen Förderbekanntmachungen bis zu einem in der Bekanntmachung angegebenen Stichtag erfolgen.

Alle bis zum Stichtag eingereichten Projektskizzen werden vom Projektträger sowie von externen Gutachtern auf Ihre generelle Förderfähigkeit geprüft. Auf Grundlage dieses Auswahlverfahrens entscheidet das Bundesforschungsministerium, welche Projekte in einer zweiten Stufe zur Einreichung von rechtsverbindlichen Vollanträgen aufgefordert werden. In der gesamten Phase der Antragsvorbereitung steht der Projektträger den Antragstellern beratend zur Seite.
 

• Die Einreichung von Projektideen ist nur im Rahmen von 
   Förderbekanntmachungen möglich.
• Die Förderentscheidung wird vom Bundesministerium für
   Bildung und Forschung im Rahmen eines zweistufigen
   Wettbewerbsverfahrens gefällt.

Erste Schritte zum Projekt: Bildung eines schlagkräftigen Konsortiums

Da im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms in der Regel Verbundprojekte gefördert werden, ist ein erster Schritt bei der Umsetzung einer Projektidee, ein geeignetes Projektkonsortiums zusammenzustellen. Grundsätzlich sollte das Forschungskonsortium aus Partnern der Wirtschaft, Wissenschaft sowie einem oder mehreren Anwendern bestehen und alle relevanten Themengebiete der zu untersuchenden Fragestellungen abdecken. Eine Besonderheit des Sicherheitsforschungsprogramms stellt die notwendige Einbindung potenzieller Anwender dar.

Potenzielle Anwender sind im zivilen Sicherheitsforschungsprogramm Organisationen, Einrichtungen und Unternehmen, die dabei helfen, Sicherheitslösungen in die Praxis zu tragen. Dazu gehören insbesondere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), zum Beispiel Feuerwehren, Polizeien und Kriminalämter, das Technische Hilfswerk (THW), Rettungsdienste wie etwa das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe oder die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, außerdem Katastrophenschutz- und Ordnungsbehörden. Darüber hinaus auch Betreiber Kritischer Infrastrukturen (zum Beispiel Energie- und Wasserversorger, Verkehrsbetriebe) sowie Unternehmen der privaten Sicherheitswirtschaft und -industrie.

Bei einigen Themen der zivilen Sicherheitsforschung wird auch die direkte Einbeziehung von gesellschaftswissenschaftlichen, juristischen und ethischen Disziplinen im Konsortium erwartet. Auf diese Weise sollen wissenschaftlich fundierte und gesellschaftlich tragfähige Lösungskonzepte erarbeitet werden, die sich an den Bedarfen der Anwender orientieren. Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Zusammenstellung der Konsortien finden sich in der entsprechenden Förderbekanntmachung.

Hinweise zu den jeweils aktuellen Bekanntmachungen mit weiteren Informationen zu Ansprechpartnern und Fristen werden sowohl auf sifo.de als auch im Informationsbrief zur zivilen Sicherheitsforschung veröffentlicht.

Um die Suche nach geeigneten Projektpartnern zu erleichtern, unterstützt Sie das Bundesforschungsministerium mit der Forschungslandkarte SecurityResearchMap. Auf der Internetseite sind zahlreiche deutsche Institutionen, die in der Sicherheitsforschung aktiv sind, mit einem Profil veröffentlicht. Detaillierte Suchfilter ermöglichen eine erste Orientierung und die spezifische Suche nach Akteuren in verschiedenen Technologie- und Anwendungsfeldern sowie aus bestimmten Regionen Deutschlands.

Darüber hinaus finden zu vielen Bekanntmachungen so genannte „Partnering Events“ statt. Dabei handelt es sich um eintägige Veranstaltungen, die üblicherweise zwei bis vier Wochen nach Veröffentlichung einer Bekanntmachung stattfinden. Sie haben hier die Gelegenheit, neue Kontakte zu potenziellen Projektpartnern aufzubauen bzw. bestehende Kontakte zu intensivieren.
 

• Die Grundlage eines erfolgreichen Forschungsprojektes
   stellt ein Forschungskonsortium mit Partnern aus
   Wissenschaft, Wirtschaft und Anwendern dar.
• Anwender sollten bei der Erstellung von
   Projektkonsortien und der Erarbeitung von
   Projektskizzen von Beginn an integriert werden. Auf diese
   Weise können die Forschungsaktivitäten auf die Bedarfe
   von Anwendern ausgerichtet werden.
• Wenn in der Bekanntmachung gefordert, müssen
   gesellschaftswissenschaftliche, juristische und ethische
   Fragestellungen in die Konsortien einbezogen werden.
• Bei der Suche nach geeigneten Projektpartnern
   unterstützt Sie das Bundesforschungsministerium mit der
   Ausrichtung von „Partnering Events“ sowie mit der
   Internetplattform „SecurityResearchMap“.

Das A und O einer erfolgreichen Antragstellung: Die Projektskizze

Wenn Sie zu einer passenden und innovativen Projektidee ein entsprechendes Konsortium formiert haben, ist der nächste Schritt die gemeinsame Ausarbeitung einer aussagekräftigen Projektskizze. Die Bewertung von Projektskizzen wird durch den Projektträger Sicherheitsforschung mithilfe externer Gutachter, beispielsweise Expertinnen und Experten aus der Forschungsfachszene oder Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Ressorts, durchgeführt. Die Begutachtung erfolgt anhand vorgegebener Kriterien, welche in den veröffentlichten Förderbekanntmachungen detailliert dargelegt sind. Dazu zählen unter anderem die Innovationshöhe der Forschungsidee, die Passfähigkeit zu den Inhalten der Förderbekanntmachung sowie die Ganzheitlichkeit des Lösungsansatzes.

Die jeweilig geltende Gliederung für Ihre maximal 20-seitige Projektskizze finden Sie in der entsprechenden Förderbekanntmachung. Dabei sollten alle Gliederungspunkte zwingend berücksichtigt und behandelt werden. Achten Sie dabei unbedingt auf folgende inhaltliche Aspekte:

  • Zu Beginn der Skizze sollte das Projektziel und die Notwendigkeit für das Vorhaben verständlich und nachvollziehbar dargestellt werden.
  • Stellen Sie kurz und prägnant den aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik dar, inklusive bereits geförderter Forschungsprojekte – insbesondere im Rahmen der nationalen und europäischen Sicherheitsforschung – zu in der Skizze behandelten Themen und Fragestellungen. Zeigen Sie klar auf, dass in Ihrer Forschungsarbeit über den aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik hinausgegangen wird.
  • Die geplanten und in der Skizze beschriebenen Forschungsarbeiten sollten eindeutig und nachvollziehbar zur Erreichung des Projektzieles dienen und die Rollen und Arbeitspakete der Projektpartner klar erkennen lassen.
  • Kalkulieren Sie ein realistisches Forschungsbudget, da das in der Projektskizze angegebene Finanzvolumen im Vollantrag nicht überschritten werden darf.
  • Stellen Sie konkrete Verwertungsmöglichkeiten der geplanten Forschungsergebnisse dar. Sofern für Ihr Projekt relevant – analysieren Sie in einem normungspolitisches Kurzkonzept  den Zusammenhang Ihrer im Projekt angestrebten innovativen Sicherheitslösung mit gültigen Normen und skizzieren Sie gegebenenfalls eine Strategie zur Erstellung bzw. Anpassung von relevanten Richtlinien, Standards und Normen.

Folgende Punkte tragen zur besseren Verständlichkeit Ihrer Skizze bei:

  • Geben Sie Ihrer Projektskizze eine klare optische Struktur: Absätze, Zwischenüberschriften sowie Aufzählungen verbessern die Übersichtlichkeit und machen die Skizzen besser lesbar.
  • Kurze Absätze lassen sich leichter lesen als lange. Pro Absatz bitte nur ein Gedankengang ausführen.
  • Verwenden Sie einen möglichst einfachen Satzbau, vermeiden Sie Schachtelsätze, welche über mehrere Zeilen reichen.
  • Nach Möglichkeit keine Anglizismen verwenden. Erklären Sie Fachbegriffe im Fließtext.
  • Benutzen Sie möglichst wenige Füllwörter, wie „eigentlich“, „irgendwie“, „durchaus“, etc.
  • Schreiben Sie Abkürzungen beim ersten Mal aus, bevor Sie diese im weiteren Text verwenden. Ausnahme: taucht der Name im Text nur einmal auf, so verwenden Sie nur die Langfassung und verzichten auf die Abkürzung in Klammern.

Beachten Sie bitte, dass die Projektskizze eine erste Arbeitsprobe für Ihr Konsortium darstellt. Je besser und verständlicher Ihre Projektskizze geschrieben ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Forschungsidee in einem Förderprojekt umsetzen können.

Eine Vorlage für eine Projektskizze finden Sie im Online-Einreichungstool des Projektträgers. Der Zugang zum Online-Einreichungstool ist im Bekanntmachungstext aufgeführt. Bei allen Fragen zur Forschungsförderung im Rahmen des Sicherheitsforschungsprograms hilft Ihnen der Projektträger gerne weiter. In regelmäßigen Abständen bietet der Projektträger Workshops zur Erstellung erfolgreicher Projektskizzen an.
 

• Eine sorgfältig ausgearbeitete und verständliche
   Projektskizze bildet die Grundlage zur Projektförderung.
• Alle Punkte der vorgegebenen Gliederung sollten in der
   Skizze behandelt werden.
• Verfassen Sie Ihre Skizze gut lesbar und allgemein
   verständlich, so dass sie ohne weitere Hilfsmittel
   verstanden werden kann.
• Klären Sie alle Fragen frühzeitig mit dem Projektträger.

          

Beratungsangebot des Projektträgers – Praxisworkshop „Die perfekte Projektskizze“

Seit 2018 führt der Projektträger Sicherheitsforschung im Auftrag des Bundesforschungsministeriums regelmäßig Praxisworkshops zum Thema „Die perfekte Projektskizze“ durch. Die Workshops richten sich neben aktuellen Zuwendungsempfängern insbesondere auch an zukünftige Förderinteressenten der zivilen Sicherheitsforschung.

Ausgehend davon, dass auch die beste Projektidee nicht zur Förderung ausgewählt wird, wenn Fördergeber sowie Gutachterinnen und Gutachter nicht verstehen, worum es in der Projektskizze geht, soll der Praxisworkshop u. a. Verständnis dafür wecken, was eine gute Projektskizze ausmacht und wie Fehler vermieden werden können. Anhand von praktischen Beispielen lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Workshop, wie man unzureichende von aussagekräftigen Formulierungen unterscheidet und eine erfolgreiche Projektskizze gestalten kann. Die Praxisworkshops sind für alle Förderinteressenten kostenfrei.