SifoLIFE – Demonstration innovativer, vernetzter Sicherheitslösungen

Mit dem Wettbewerb SifoLIFE stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Demonstration von Sicherheitslösungen im Maßstab 1:1 in Kommunen in den Fokus einer Projektförderung. Kommunen sind aufgerufen, unter enger Einbindung der Bürgerinnen und Bürger und regionaler Akteure zukunftsweisende Ideen zu entwickeln, die die Region nicht nur nachhaltig sicherer gestalten, sondern auch gesellschaftlich verankert und akzeptiert sind.

Belebter Potsdamer Platz in Berlin bei tief stehender Sonne

 Getty Images / querbeet

In der zivilen Sicherheitsforschung hat sich in über 10 Jahren eine erfahrene Gemeinschaft zusammengefunden. Forscher und Anwender haben gemeinsam eine Vielzahl innovativer, anwendungsorientierter Lösungen hervorgebracht, die sich in unterschiedlichen Phasen der Entwicklung und prototypischen Umsetzung befinden. In verschiedenen Projekten werden mitunter Lösungen erarbeitet, die in einem ähnlichen Anwendungsbereich greifen und durch ihre Verbindung und gemeinsame Nutzung einen zusätzlichen Mehrwert an Sicherheit schaffen können.

Die Gewährleistung von Sicherheit zum Schutz der Bevölkerung zählt zu einer wichtigen Aufgabe von Kommunen. Bedarfe und Herausforderungen können allerdings aufgrund sozialer, struktureller oder demografischer Besonderheiten sehr unterschiedlich sein. Dieser Wettbewerb eröffnet die Möglichkeit, ausgehend von einem ganz konkreten Bedarf innerhalb einer Kommune, neue Ansätze und Lösungen zu testen, die einen Zugewinn an Sicherheit erwarten lassen. Hierfür können Lösungen aus der Sicherheitsforschung aber auch andere in der Entwicklung befindliche Systeme, Dienstleistungen, Aus- und Weiterbildungskonzepte usw. herangezogen werden.

Informationsveranstaltung und Partnering Event

Zur Information interessierter Akteure und zur Unterstützung bei der Partnerfindung lädt das BMBF Kommunen (Gemeinden, Städte, Kreise), Akteure der Sicherheitsforschung sowie weitere Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Anwender mit Interesse an einer Antragstellung zu einer Informationsveranstaltung mit Partnering Event nach Bonn ein.

Im Verlauf des Wettbewerbs wird die Demonstration zuerst geplant und anschließend umgesetzt. Die Demonstration ist dabei als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis zu verstehen - ein Test zur Marktfähigkeit der Lösungen. Im Gegensatz zur Erprobung einer einzelnen Lösung innerhalb einer Übung oder eines Feldtests, geht es bei einer Demonstration um eine längerfristige Erprobung in der Praxis. Die Demonstration soll Antworten auf Fragen zur Leistungsfähigkeit einer Lösung sowie dessen Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit liefern. Sie hilft den Anwendern vor Ort, den neuen Ansatz zu bewerten und entfaltet eine Strahlkraft, die deutschlandweit potenzielle Anwender auf den neuen Ansatz aufmerksam macht.

Ziel der Maßnahme

Die Förderrichtlinie „SifoLIFE – Demonstration innovativer, vernetzter Sicherheitslösungen“ ist als Wettbewerb angelegt und verfolgt das Ziel, den Einsatz neuer Sicherheitslösungen in der Praxis durch einen großflächigen, modellhaften Testbetrieb (Demonstration) vorzubereiten. Kommunen sind aufgerufen, eigenständig oder gemeinsam mit einer Hochschule, einer Forschungseinrichtung oder einem Unternehmen eine Idee für eine Demonstration innerhalb ihres Gebiets zu entwickeln. Sie beziehen dabei Bürgerinnen und Bürger sowie weitere Akteure vor Ort, wie z.B. Feuerwehr, Polizei, Verbände der Wohlfahrtspflege oder Betreiber kritischer Infrastrukturen, in die Ideenfindung ein.

Wichtig bei der Ideenfindung: Es soll nicht eine einzelne Lösung getestet werden, sondern technische, organisatorische und dienstleistungsbasierte Sicherheitslösungen sind zu kombinieren und bei Bedarf in bestehende Lösungen einzubinden. Beispielsweise können ein oder mehrere technische Systeme mit einem Aus- oder Weiterbildungsformat oder einem Dienstleistungskonzept zusammen erprobt werden.

Der spezifische Sicherheitsbedarf des Modellgebiets, der durch die Demonstration adressiert werden soll, kann anhand eines Szenarios beschrieben werden. Der Sicherheitsbedarf muss durch strukturelle, demografische und/oder soziale Herausforderungen und Besonderheiten des Modellgebiets belegt werden.

Damit eine Demonstration in der Praxis gelingen kann, müssen die einzelnen Lösungen einen (technologischen) Reifegrad im Sinne der experimentellen Entwicklung erreicht haben. Die Lösung eines Anbieters sollte sich idealerweise im Rahmen einer ersten praxisnahen Übung oder einem Test bewährt haben. Entwicklungsbedarf muss mindestens hinsichtlich der Anpassung und Integration der Lösungen zu einem Gesamtkonzept bestehen. Durch die Demonstration wird dann ein erheblicher Erkenntnisgewinn für weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie für den praktischen Einsatz erwartet.

Da die Sicherheit von Kommunen ein mitunter kontrovers diskutiertes Thema ist und nicht zuletzt vom subjektiven Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger geprägt wird, werden diese von Anfang an in die Ideenfindung und -umsetzung einbezogen.

Die zwei Phasen des Wettbewerbs

Die zwei Phasen des Wettbewerbs von SifoLIVE

VDI Technologiezentrum GmbH

Der Wettbewerb SifoLIFE wird in 2 Phasen durchgeführt Bis zum 11. Mai 2020 ist eine Bewerbung für die erste Phase des Wettbewerbs, die sogenannte Konzeptphase, möglich. In der Konzeptphase werden bis zu 15 Projekte über einen Zeitraum von 18 Monaten mit jeweils bis zu 250.000 Euro gefördert.

Im Verlauf der Konzeptphase soll der konkrete Umfang einer sich anschließenden Demonstration ausgearbeitet werden. Bis zum Ende der Konzeptphase ist ein Strategiekonzept zu erstellen, mit der sich eine Kommune gemeinsam mit ihren Verbundpartnern für die zweite Phase des Wettbewerbs (Umsetzungsphase) qualifizieren kann. Die in der Konzeptphase förderfähigen Aktivitäten sind in der Bekanntmachung aufgeführt. Hierunter fallen beispielsweise Machbarkeits- und Bedarfsanalysen, die Auswahl von potenziellen Sicherheitslösungen, die Identifikation von geeigneten Verbundpartnern und die Ausarbeitung eines Konzepts zur Unterstützung von Dialog und Vernetzung. Letztendlich bestimmt der Sicherheitsbedarf der Kommune und das gewählte Szenario, welche konkreten Aktivitäten für eine gelungene Demonstration und die Einbettung in die kommunale Gemeinschaft notwendig sind. Die in der Bekanntmachung aufgeführten Aktivitäten können bei Bedarf ergänzt werden - sie bilden lediglich einen inhaltlichen Rahmen. Im Projektantrag ist dann auch zu beschreiben, wie die einzelnen Aktivitäten methodisch durchgeführt werden. Wie der Antrag im Detail zu erstellen ist, wie der Auswahlprozess von statten geht und welche Kriterien zugrunde gelegt werden, finden Sie im Bekanntmachungstext und in unseren FAQ.

Die anschließende Umsetzungsphase ist auf eine Laufzeit von bis zu vier Jahren auszurichten. Für die Umsetzungsphase können sich ausschließlich Projekte qualifizieren, die bereits in der Konzeptphase gefördert worden sind. Die Strategiekonzepte aus der ersten Phase werden als Projektskizzen für die zweite Phase eingereicht. Aus diesen werden anschließend bis zu fünf Vorschläge ausgewählt, die das Konzept in die Umsetzung überführen. Eine maximale Zuwendungssumme ist für die Umsetzungsphase nicht vorgegeben – sie richtet sich nach Aufwand und Umfang der Demonstration und wird damit individuell sehr verschieden sein. Wichtig ist eine realistische, nachvollziehbare Finanzplanung, die der Demonstration im Maßstab 1:1 in der Praxis gerecht wird. Im Bekanntmachungstext und in unseren FAQ sind detaillierte Informationen zur Erstellung des Strategiekonzepts und zur Einreichung aufgeführt.

Die Umsetzungsphase wird durch ein wissenschaftliches Begleitvorhaben unterstützt. Es wird unter anderem die Synthese und Aufbereitung der Ergebnisse aus den Demonstrationen sowie die Bewertung der Fördermaßnahme hinsichtlich der Erreichung der förderpolitischen Ziele unterstützen. Darüber hinaus übernimmt das Begleitvorhaben die Koordination von übergreifenden Fragestellungen der Demonstrationen. Detaillierte Informationen hierzu sind im Bekanntmachungstext und in unseren FAQ verfügbar.

Unsere Empfehlung an alle Förderinteressenten

Da es sich bei „SifoLIFE“ um ein neues Instrument der Sicherheitsforschung zur Unterstützung des Innovationstransfers handelt, empfehlen wir dringend die Kontaktaufnahme zum Projektträger. So können offene Fragen frühzeitig und ausführlich geklärt werden.

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