Kooperation in der zivilen Sicherheitsforschung zwischen deutschen und französischen Projektpartnern

Ziel der Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich ist es nicht nur, die Sicherheit der Bevölkerung in beiden Ländern zu verbessern, sondern auch gemeinsam zu einer europäischen Sicherheit auf hohem Niveau beizutragen. Mit den gemeinsamen Forschungsarbeiten sollen Beiträge zum Schutz vor Terrorismus, organisierter Kriminalität, Naturkatastrophen und Großunfällen geleistet werden.

Kooperation zwischen deutschen und französischen Forschungspartnern

iStock.com/caracterdesign

Laufende Verbundvorhaben:

BERCOM: Ausfallsicherheit von kritischen Infrastrukturen unter Nutzung von gesicherter LTE-Kommunikation

PV-Panele vor Windkraftanlagen

iStock.com/visdia

Förderkennzeichen:  13N13736 bis 13N13743

Eine zuverlässige Energieversorgung zählt zu den wesentlichen Faktoren für die Sicherheit der Gesellschaft und das Funktionieren der Wirtschaft. Energie- und Kommunikationsinfrastrukturen werden immer weiter vernetzt. Mit dem Projekt BERCOM soll das Risiko für den Ausfall von Energieinfrastrukturen reduziert werden. Dies wird durch die Etablierung eines sicheren, zusätzlichen Mobilfunknetzes realisiert. Dieses zusätzliche Netz soll für die Betreiber kritischer Infrastrukturen reserviert und in die bestehende Kommunikationsinfrastruktur integriert werden. Damit wird etwa die zentrale Steuerung dezentraler Energieerzeugungsanlagen möglich. Gleichzeitig werden im Fehlerfall Systemzustände rekonstruierbar.

Projektumriss BERCOM (pdf-Datei)

   

DRUSEC: Umgang mit Drogen in der Öffentlichkeit - Herausforderungen für die Sicherheit in Städten

Subjektives Sicherheitsempfinden bildet nicht immer reale Risiken ab.

iStock.com/Waynerd

Förderkennzeichen: 13N14471 bis 13N14475

Angehörige offener Drogenszenen gelten durch ihr Erscheinungsbild und ihre prekäre Lebenssituation häufig per se als Sicherheitsrisiko. Die reale Gefahr, die von diesen Personen ausgeht objektiv einzuschätzen, ist jedoch oftmals schwierig. Das Projekt DRUSEC untersucht in Deutschland und Frankreich objektive Risiken und subjektiv gefühlte Gefahren in urbanen Räumen, in denen Drogen präsent sind. Ziel ist es, Sicherheitslagebilder zu erstellen, um potenzielle Gefahren zu identifizieren und subjektive Fehleinschätzungen offen zu legen. Es sollen Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Milieus erarbeitet werden, die von Alkohol- und illegalem Drogenkonsum geprägt sind.

Projektumriss DRUSEC (pdf-Datei)

   

OPMOPS: Organisierte Umzüge und Demonstrationen im Öffentlichen Raum: Planung und Krisenmanagement bei hohem Konfliktpotenzial in Städten

Aus Versammlungen großer Menschenmengen können Gefahren entstehen.

Bikeworldtravel/Fotolia.com

Förderkennzeichen: 13N14561 bis 13N14565

Die Teilnahme an öffentlichen Demonstrationen und Kundgebungen sowie an langfristig geplanten Veranstaltungen wie Karnevalszügen und Musikparaden ist Ausdruck einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft. Der Schutz solcher Versammlungen, die Unversehrtheit der Teilnehmer und die Erhaltung der öffentlichen Sicherheit sind Herausforderungen für Ordnungskräfte und Veranstalter. Das deutsch-französische Gemeinschaftsvorhaben erarbeitet eine digitale Entscheidungshilfe, um Großveranstaltungen sicherer zu gestalten. Eine dreidimensionale Visualisierungssoftware analysiert das Geschehen in Echtzeit, errechnet Situationsprognosen und leitet Empfehlungen beispielsweise zu Personaleinsatz, Routenführung und Notfallplanung ab. Rechtliche Aspekte fließen von Beginn an in die Entscheidungsfindung ein und stellen die Angemessenheit der Handlungsoptionen sicher.

Projektumriss OPMOPS (pdf-Datei)

  

S2UCRE: Sicherheit in städtischen Umgebungen: Crowd-Monitoring, Prädiktion und Entscheidungsunterstützung

Untersuchung von Personenströmen bei Großveranstaltungen

iStock.com/MauricioFC

Förderkennzeichen: 13N14463 bis 13N14468

Bei öffentliche Veranstaltungen mit großen Besucherzahlen kann es schnell zu gefährlichen Situationen kommen. Bei der Übertragung des Finales der UEFA Champions League in Turin wurden zum Beispiel 1.500 Menschen verletzt, als durch Knallkörper eine Massenpanik entstand. Im Rahmen des Projektes S2UCRE soll ein Kameranetzwerk zur Erfassung von Personenmengen und zur Schätzung von Personendichten in urbanen Räumen aufgebaut werden. Diese Daten werden zusammen mit weiteren Werten zu Panikverhalten oder Gruppenprozessen für Simulationen und Kurzzeitprognosen von Massendynamiken genutzt. Dabei werden insbesondere die Aspekte des Datenschutzes der Veranstaltungsteilnehmer mit einbezogen. Mit Hilfe der Projektergebnisse soll es Veranstaltern und Sicherheitsbehörden ermöglicht werden, auf unerwartete Ereignisse noch gezielter reagieren zu können.

Projektumriss S2UCRE (pdf-Datei)

         

U-THREAT: Resilienz unterirdischer ÖPNV-Systeme zur Gewährleistung der Verfügbarkeit

U-THREAT untersucht, wie die Resilienz von unterirdischen Verkehrsnetzen weiter erhöht werden kann

kalafoto/Fotolia.com

Förderkennzeichen 13N14446 bis 13N14449

In Großstädten und Metropolen kommt den unterirdischen Verkehrsnetzen der U-Bahnen eine besondere Bedeutung zu. Bereits kleine Störungen können jedoch zu großen Beeinträchtigungen in U-Bahn-Systemen führen. Daher ist es notwendig, die Resilienz von unterirdischen Verkehrsnetzen weiter zu erhöhen. Ziel des Projektes U-THREAT ist es, den Betrieb von U-Bahn-Systemen nach einem Schadensfall zuverlässig aufrechtzuerhalten bzw. schnell wieder aufzunehmen. Grundlage bildet ein Bewertungsschema, mit dem die Verwundbarkeit einzelner Abschnitte ermittelt werden kann. Darauf aufbauend werden Vorschläge für bauliche Maßnahmen ausgearbeitet, um diese Bereiche besser als bislang zu schützen. Des Weiteren wird ein Simulationswerkzeug geschaffen, mit dessen Hilfe bei Ausfall einer Strecke alternative Linienführungen bereitgestellt werden können.

Projektumriss U-THREAT (pdf-Datei)

Abgeschlossene Forschungsprojekte