FloodEvac: Verletzbarkeit von Transportinfrastrukturen – Warnung und Evakuierung bei Hochwasser

Hochwasser bringt viele Herausforderungen mit sich. Für die Verantwortlichen sind es vor allem unzureichende Informationen. So lässt sich die Nutzbarkeit von Verkehrswegen nach Hochwasser- und Flutkatastrophen schwer einschätzen. Im Projekt FloodEvac wurden Methoden und Technologien entwickelt, um die Befahrbarkeit und Resttragfähigkeit von betroffenen Verkehrswegen einzuschätzen. Mit einem neu zu entwickelnden Unterwasserroboter sollten Schäden an den Verkehrswegen im Überschwemmungsgebiet untersucht werden können. Zusätzlich würden Simulationen eine Vorhersage zum weiteren Verlauf der Überschwemmung erlauben, so dass Einsätze effektiver geplant werden können.

Durch Hochwasser können Straßen unpassierbar werden.

Durch Hochwasser können Straßen unpassierbar werden.

iStock.com/BanksPhotos

Bei Hochwasser- oder Flutkatastrophen wie beim Elbhochwasser im Jahr 2002 oder den Überschwemmungen in Südindien 2015, lässt sich die Situation vor Ort häufig nur schwer einschätzen. Ob Brücken und Tunnel passierbar und welche Straßen und Dämme noch intakt sind, muss im Fall einer Katastrophe aber möglichst schnell geklärt werden, um geeignete Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einzuleiten.

Angesichts zunehmender Überschwemmungsgefahren in der ganzen Welt haben sich indische und deutsche Forscherinnen und Forscher dieser Herausforderung im Verbundprojekt „Verletzbarkeit von Transportinfrastrukturen – Warnung und Evakuierung bei Hochwasser (FloodEvac)“ angenommen. Ziel war es, Bürgerinnen und Bürger weltweit mit neuen Sicherheitslösungen besser vor Fluten zu schützen. Dafür wurde insbesondere untersucht, wie Hochwasser Transport-Infrastrukturen beeinträchtigen kann. Koordiniert wurde das Projekt von der Universität der Bundeswehr München. Projektpartner waren auf deutscher Seite die Technische Universität München, die Jacobs University Bremen, die Hochschule Mittweida, die Universität Kaiserslautern sowie die Freie Universität Berlin. Aus Indien beteiligten sich die Amrita University in Vallikavu sowie das Indian Institute of Technology in Delhi.

Im Projekt FloodEvac standen sowohl die Verbesserung des Bevölkerungsschutzes als auch die Erforschung neuer Technologien für die Lageeinschätzung im Fokus. Die Forschungspartner entwickelten unter anderem ein System zur Optimierung der Evakuierungsrouten, sodass von Hochwasser bedrohte Bürgerinnen und Bürger im Notfall schneller und sicherer umgesiedelt werden können. Umfassende Simulationen sollten zudem eine Vorhersage zum Verlauf der Überschwemmung ermöglichen, damit Einsätze effizienter geplant und Evakuierungsrouten rechtzeitig angepasst werden können. Darüber hinaus sollten technische Neuerungen die Einschätzung der Resttragfähigkeit von Transportinfrastrukturen während einer Überschwemmung deutlich verbessern. In diesem Zusammenhang wurden Methoden und Technologien entwickelt, um vom Hochwasser betroffene Verkehrswege besser einschätzen zu können. Mit Hilfe eines Unterwasserroboters sollten beispielsweise beschädigte und unterspülte Brückenfundamente im Überschwemmungsgebiet zukünftig zuverlässiger und schneller entdeckt werden. Des Weiteren hatten die Projektpartner ein neues Verfahren zur Feststellung von Schäden an Brücken erarbeitet: Sensible Bewegungssensoren handelsüblicher Smartphones können die Schwingungen einer Brücke aufzeichnen. Aus den Daten, die kabellos an einen Computer übertragen werden, können die Forscher auf Hochwasserschäden am Bauwerk schließen.

Durch die internationale Kooperation zweier klimatisch und kulturell unterschiedlicher Länder, wie Deutschland und Indien, entwickelten die Projektpartner neue Technologien und Verfahren für einen weltweiten Einsatz. Insbesondere Hilfs- und Rettungskräfte, wie etwa das Technische Hilfswerk (THW), haben großes Interesse an den Forschungsergebnissen des Projekts FloodEvac, da die neuen Technologien und Verfahren die Lagebewertung in einem Überschwemmungsgebiet erheblich erleichtern und auf diese Weise Evakuierungen der Bürgerinnen und Bürger optimiert werden können. Hochwasserlagen können somit zukünftig effizienter und sicherer bewältigt werden.

  

Weitere Informationen zum Verbundprojekt

Förderkennzeichen 13N13194 bis 13N13200

Projektlaufzeit 01/2015 - 12/2018

Projektumriss FloodEvac (pdf-Datei)

  

Abschlussberichte der Teilvorhaben:

Teilvorhaben 13N13200: Endanwendung, Szenarienplanung, Ausbildung und Training (Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), Bonn)