Evaluation des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit"

Das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ wurde 2007 aufgelegt. Die zweite Phase mit einer Laufzeit bis Ende 2017 ist 2012 gestartet. Aktuell ist eine dritte Programmphase in Planung. Als lernendes Programm bildet es den Rahmen für eine längerfristig ausgerichtete flexible Förderpolitik, welches auf Basis der Erfahrungen bei der Programmdurchführung und sich ändernden Heraus­forderungen weiterentwickelt wird. Das  Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Jahr 2012 eine Zwischenevaluation der bisherigen Forschungs­förderung, im Jahr 2014 eine Evaluation zur Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) am Sicherheitsforschungsprogramm und im Jahr 2017 die Evaluation der zweiten Programmphase des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" durchgeführt.

   

Evaluation des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" im Jahr 2017

Das BMBF hat 2017 das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ evaluieren lassen. Die Evaluation beruht auf dem Konzept zur Bewertung von finanzwirksamen Maßnahmen nach § 7 Bundeshaushaltsordnung und umfasst – neben der Darstellung von Rahmenbedingungen und der Einordnung in die übergeordneten Zielsetzungen des BMBF – eine Zielerreichungs-, Wirkungs-und Wirtschaftlichkeitskontrolle. Gegenstand der Programmevaluation ist die Umsetzung der zweiten Programmphase (2012-2017).

Die Daten-und Bewertungsbasis der Evaluation beruht auf einem Mix aus qualitativen (Dokumentenanalysen, leitfaden-gestützte Interviews) und quantitativen Methoden (Förderstatistik, schriftliche Befragung). Die schriftliche Befragung wurde als Online-Befragung durchgeführt. Zusätzlich wurden mit Vertreterinnen und Vertretern geförderter Vorhaben leitfadengestützte Interviews durchgeführt. Darüber hinaus wurden mit nicht im Rahmenprogramm geförderten Unternehmen Interviews geführt, um mögliche noch nicht mit dem Rahmenprogramm adressierte Bedarfe zu identifizieren.

Die wichtigsten Erkenntnisse sind:

Das Rahmenprogramm und seine Wirkungen basieren auf drei Erfolgsfaktoren bzw. zentralen Wirkungselementen.

  
1. Die Einbeziehung der Endnutzer und damit die Kooperation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und den potenziellen Nutzern.
2. Die große inhaltlich-thematische Breite des Rahmenprogramms die dazu führt, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Themen und Technologien einbezogen werden.
3. Das ausgedehnte Informationsangebot zum Forschungsprogramm und den geförderten Vorhaben unterstützt den Ergebnistransfer und ermöglicht damit eine thematisch-inhaltliche Befruchtung.

Die Evaluation kommt zu dem Ergebnis, dass es mit dem Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ gelungen ist, die gesteckten Zielsetzungen vollumfänglich zu erreichen. Um das Rahmenprogramm sowie die damit verbundenen Effekte und Wirkungen für die dritte Programmphase weiter zu optimieren, wurden unterschiedliche – zum Teil schon verfolgte – Ansatzpunkte vorgeschlagen.

Vor dem Hintergrund der Veränderungen im Umfeld des Förderprogramms sollte das Thema „Digitali¬sierung“ stärker in die zukünftigen Bekanntmachungen einfließen. Dabei ist der Fokus weniger auf der reinen Technik – dies ist Gegenstand des Forschungsprogramms zur IT-Sicherheit – sondern auf die Vernetzungsaspekte und mögliche Kaskadeneffekte zu setzen.

Um zukünftig auf neue Entwicklungen und Ideen zeitnah zu reagieren, eignen sich themenoffene Bekanntmachungen in besonderer Weise. Ein Vorbild hierfür könnten „KMU-innovativ: Sicherheitsforschung“ sowie „Anwender innovativ“ sein.

   

Evaluation der Beteiligung von KMU aus dem Jahr 2014

2014 hat das BMBF die ExperConsult Unternehmensberatung GmbH und Co. KG mit der Evaluation der Beteiligung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) am Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ beauftragt. Die Erhebung fand in Form von Expertengesprächen und einer Online-Befragung statt.

Als Folge der Evaluation wurde die erfolgreiche BMBF-Förderinitiative "KMU-innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit" im Februar 2015 fortgeführt. Damit wurde die Empfehlung des Evaluationsberichts umgesetzt.

   

Zwischenevaluation aus dem Jahr 2012

Nach 5 Jahren Programmlaufzeit hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im April 2012 die Firma Prognos AG mit einer Zwischenevaluation des Sicherheitsforschungsprogramms beauftragt. Dabei wurden insgesamt 563 Einzel- und Teilvorhaben befragt, die zum Zeitpunkt der Evaluierung entweder bereits abgeschlossen waren oder sich im letzten Drittel ihrer Laufzeit befanden. Als Datenbasis dienten die Ergebnisse einer schriftlichen Befragung sowie leitfadengestützte Interviews.

Die wichtigsten Erkenntnisse waren:

1. In dem Programm werden ausgewogen technische sowie gesellschaftliche Fragestellungen und Endnutzerbedürfnisse berücksichtigt
2. Das Sicherheitsforschungsprogramm ermöglicht über seinen inter- bzw. transdisziplinären Ansatz den Aufbau einer deutschen Sicherheitsforschungs-Community
3. Die geförderten Projekte decken alle Ziele des zivilen Sicherheitsforschungsprogramms ab und die Ergebnissverwertung hat bereits begonnen

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es gelungen sei, wissenschaftlich-technische und gesellschaftliche Fragestellungen bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Endnutzerbedürfnisse in Einklang zu bringen. Damit wurde die Grundlage für einen gesellschaftlichen Dialog über die Zielsetzungen und Anforderungen von Sicherheit in der Gesellschaft gelegt.

Im Rahmen der ersten Förderphase sei es zudem gelungen, den Aufbau einer deutschen Sicherheitsforschungs-Community voranzutreiben und geeignete Akteure aus den verschiedensten Bereichen einzubinden. Die geförderten Projekte decken alle Ziele des zivilen Sicherheitsforschungsprogramms ab. Sie seien innovativ und führten zu wissenschaftlich-technischem, gesellschaftlichem und organisatorischem Erkenntnisgewinn. Insgesamt sind die Projektpartner mit den bisher erzielten Projektergebnissen und der Programmzusammensetzung sehr zufrieden. Für (vor allem kleinere) Unternehmen stelle das zivile Sicherheitsforschungsprogramm eine Möglichkeit dar, ihren Marktzugang zu verbessern.

Zur Verstetigung der Effekte des Programms wurde ein aktiveres Marketing der Programmumsetzung und -ergebnisse empfohlen. Ferner könne die Kooperation von Endnutzern und Unternehmen noch weiter gestärkt werden, um Endnutzer in noch stärkerem Maß in die Verwertung mit einzubeziehen.

Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass sich das zivile Sicherheitsforschungsprogramm auf einem guten Weg befindet und die Befunde der Zwischenevaluation keinen wesentlichen Handlungsbedarf aufzeigen.