Europäische Sicherheitsforschung

Während sich das aktuelle Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 im letzten Jahr befindet, laufen die Vorbereitung für das neue Programm ab 2021 auf Hochtouren. Horizont Europa wird die Förderung der Sicherheitsforschung als eigenes Cluster „Zivile Sicherheit für die Gesellschaft“ fortsetzen.

3 europäische Flaggen vor dem europäischen Parlament in Brüssel

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Erstmals wurde die zivile Sicherheitsforschung im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU als eigenständiger Schwerpunkt ausgeschrieben. Im Zeitraum 2007 bis 2013 wurden insgesamt 1,4 Milliarden Euro für die Forschungsförderung im Themenbereich "Sicherheit" durch die EU bereitgestellt. Im seit 2014 anschließenden Programm „Horizont 2020“ fördert die  Europäische Union die Herausforderung „Sichere Gesellschaften (Secure Societies)“ mit insgesamt 1,7 Milliarden Euro.

Künstliches Bild einer Glaskugel mit innenliegender Europakarte

European Union, 2013

Das europäische Sicherheitsforschungsprogramm in Horizont 2020: Die Herausforderung „Sichere Gesellschaften“

Im Bereich "Sichere Gesellschaften" fördert die EU Forschungs- und Innovationsprojekte, mit denen die zivile Sicherheit der europäischen Gesellschaft und ihrer Bürgerinnen und Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Sicherheitswirtschaft gestärkt wird.

Folgende Schwerpunkte werden innerhalb der Herausforderung „Sichere Gesellschaften“ gefördert:

  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit Europas gegenüber Krisen und Katastrophen
  • Bekämpfung von Kriminalität, illegalem Handel und Terrorismus, einschließlich der Auseinandersetzung mit dem Gedankengut und den Überzeugungen von Terroristen sowie entsprechenden Gegenmaßnahmen
  • Schutz und Stärkung der Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen, Versorgungsketten und Verkehrsträger
  • Erhöhung der Sicherheit durch Grenzüberwachung
  • Verbesserung der Computer- und Netzsicherheit
  • Gewährleistung der Privatsphäre und der Freiheit, auch im Internet, sowie ein besseres Verständnis der gesellschaftlichen, rechtlichen und ethischen Zusammenhänge in Bezug auf alle Teilbereiche von Sicherheit, Risiko und Gefahrenabwehr
  • Förderung der Normung und der Interoperabilität der Systeme, auch für Notfälle
Computertastatur mit EU-Taste

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Laufende Forschungsprojekte

Im Rahmen des europäischen Sicherheitsforschungsprogramms werden neben technologischen Lösungsansätzen Projekte zu gesellschaftlichen Aspekten sowie szenarienorientierte Sicherheitsforschung gefördert. Charakteristisch ist, wie auch für die nationale Sicherheitsforschung, die Anwendungsorientierung. In den Projekten wird die gesamte Innovationskette einbezogen – von der akademischen Forschung über die Industrie bis hin zu den Anwendern. Die Entwicklung und der Einsatz von Sicherheitstechnologien allein reichen aber nicht aus: Daher werden die Lösungskonzepte in den Projekten durch unabhängige Gutachter, unter anderem hinsichtlich ethischer, rechtlicher und datenschutzrechtlicher Gesichtspunkte bewertet. Wenn dies als notwendig erachtet wird, erfolgt eine ethische, rechtliche und/oder datenschutzrechtliche Begleitung der Projekte.

Informationen zu allen im Rahmen des europäischen Sicherheitsforschungsprogramms geförderten Projekten finden Sie im Forschungs- & Entwicklungsinformationsdienst der EU.

Deutsche Beteiligung an der europäischen Sicherheitsforschung

Die Nationale Kontaktstelle Sicherheitsforschung veröffentlicht am Anfang jeden Jahres eine Auswertung der deutschen Beteiligung an den Ausschreibungen des Vorjahres. Hier finden Sie die Informationen aus den letzten Jahren: