Die Europäische Sicherheitsforschung baut auf internationale Konsortien: Partner finden

Es ist der nächste Schritt nach der ersten inhaltlichen Idee zum EU-Antrag: Ein Konsortium soll entstehen, das diese Idee gemeinschaftlich in ein Konzept übersetzt und es durch die Förderung gemeinsam umsetzen möchte. Doch welche Partner braucht ein Konsortium und wie findet man diese außerhalb der bereits bestehenden eigenen Netzwerke?

Grafik Partnervernetzung

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Konsortien in der europäischen Sicherheitsforschung bestehen in der Regel aus vielen Partnern. Zehn bis 20 Institutionen – und manchmal sogar mehr – arbeiten in einem Forschungsverbund zusammen. Das Ziel, das gemäß den Ausschreibungen durch die Projekte erreicht werden soll, ist in der Regel umfassend und hat diverse Facetten, so dass so viele Beteiligte nötig sind, um diese zu erreichen. Forschende Partner kommen in der Regel von Universitäten, anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. In der Sicherheitsforschung spielen auch Unternehmen eine große Rolle, die forschend oder entwickelnd tätig sind. Natürlich können Unternehmen auch über Unteraufträge in das Projekt eingebunden werden. Doch sobald sie mehr als eine klar definierte Dienstleistung erbringen und beispielsweise an der Konzeptentwicklung beteiligt sind, sollten sie als Partner in das Konsortium aufgenommen werden. Die Quote der KMUs ist auch Teil der Rankingkriterien, falls Projekte gleich evaluiert werden.

Die dritte Gruppe von Projektpartnern sind die Anwender. Diese sind für die Sicherheitsforschung von besonders großer Bedeutung und sollten von Anfang an in die Projektplanung einbezogen werden. Es kann sich dabei um öffentliche Institutionen wie Polizeibehörden, nicht gewinnorientierte Institutionen wie Hilfsorganisationen oder auch Unternehmen wie die Betreiber von kritischen Infrastrukturen handeln. In gewissen Konstellationen können auch spezielle Hochschulen, die beispielsweise in der Polizeiausbildung tätig sind, als Anwender fungieren. Im Arbeitsprogramm ist angegeben, welche Anwender zwingend in das Konsortiums eingebunden werden müssen.

Neue Partner finden, national und international
Um deutsche Partner zu finden, lohnt sich ein Blick in die durch das nationale Sicherheitsforschungsprogramm geförderten Projekte. Dort finden sich forschende Unternehmen und an neuen Entwicklungen interessierte Anwender genauso wie Universitäten und Forschungsinstitute, die sich der Sicherheitsforschung verschrieben haben. Im Idealfall können diese auf Ergebnissen ihrer nationalen Projekte aufbauen und die dort gesammelte Erfahrung auch auf europäischer Ebene einbringen. Zudem lohnt sich ein Blick in die Liste der Partner der abgeschlossenen Leuchtturmprojekte sowie deren Angebote wie die Möglichkeit der Partnerschaft im fit4sec-Netzwerk.

Ein Konsortium für einen EU-Antrag benötigt jedoch vor allem Partner aus anderen Mitgliedsstaaten der EU und eventuell auch darüber hinaus aus den Reihen assoziierter Staaten – letzteres betrifft beispielsweise die Schweiz, Norwegen oder auch Länder der europäischen Nachbarschaftspolitik. Auch hier kann die Datenbank der bereits geförderten, in diesem Fall europäischen Projekte aus den letzten beiden Forschungsrahmenprogrammen hilfreich sein. Zudem bietet die Europäische Kommission eine allgemeine Partnersuche. Alternativ können Sie sich im „Funding & Tenders“-Portal bei der jeweiligen Ausschreibung Organisationen anzeigen lassen, die Interesse an einer Projektteilnahme zum ausgeschriebenen Thema haben oder ihr eigenes Profil dort einstellen. Auch das europäische Netzwerk der Kontaktstellen zur Sicherheitsforschung hat mit der Security Research Map eine Datenbank geschaffen, in der Sie Institutionen mit Interesse an der Sicherheitsforschung finden können sowie selbst ein Profil erstellen können.

Neben Datenbanken hilft auch der persönliche Kontakt. Um diesen herzustellen, fanden in den letzten Jahren so genannte Brokerage-Veranstaltungen auf europäischer Ebene statt, die unter anderem vom europäischen Netzwerk der Kontaktstellen zur Sicherheitsforschung organisiert wurden. Wir informieren Sie in unserem Informationsbrief zur zivilen Sicherheitsforschung, sobald solche Veranstaltungen für die ersten Ausschreibungen in Horizont Europa angeboten werden.

Manchmal helfen Datenbanken jedoch nicht weiter, beispielsweise wenn ein spezieller Anwender fehlt oder eine Institution mit einer spezifischen Fähigkeit gesucht wird. In solchen Fällen können Sie sich gerne an uns wenden, idealerweise bereits mit einer englischsprachigen Beschreibung des Gesuchten. Wir aktivieren gerne das europaweite Netzwerk der Nationalen Kontaktstellen für die Sicherheitsforschung für Sie.