C – Die Umsetzungsphase

Für die Umsetzungsphase können sich ausschließlich Projekte bewerben, die bereits in der Konzeptphase gefördert worden sind. Die Umsetzungsphase folgt dabei einem zweistufigen Antragsverfahren. Die 15 Strategiekonzepte aus der ersten Phase können als Projektskizzen für die zweite Phase eingereicht werden. Auf Grundlage festgelegter Kriterien empfiehlt eine Jury Strategiekonzepte, von denen das BMBF bis zu fünf für die Förderung auswählt. Für die Begutachtung kann gegebenenfalls eine persönliche Präsentation der Teilnehmer erforderlich sein. Das Auswahlergebnis wird allen Teilnehmern schriftlich mitgeteilt. Die Projektpartner der ausgewählten Strategiekonzepte können nun ihre Anträge erstellen und einreichen. Sobald die Prüfung der Anträge erfolgreich war, starten die Projekte.

    

Vorbereitung und Einreichung des Strategiekonzepts für die Umsetzungsphase

Wer ist antragsberechtigt?

Während in der Konzeptphase ausschließlich Kommunen, öffentliche Unternehmen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen als Projektpartner zugelassen sind, erweitert sich der Kreis der antragsberechtigten Institutionen in der Umsetzungsphase um Medienpartner, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), Vereine und Verbände mit gesellschaftlicher Bedeutung für das Modellgebiet, Behörden und deren Forschungseinrichtungen sowie vergleichbare Institutionen.

Die zur Durchführung der Demonstration notwendigen Partner werden in der Konzeptphase identifiziert und danach idealerweise beratend in die Ausgestaltung der Demonstration eingebunden. In der Umsetzungsphase sind diese je nach Intensität und Art der Unterstützung als Projektpartner, assoziierte Partner oder ggf. als Unterauftragnehmer einzubinden.

Werden Einzelprojekte oder Verbünde gefördert?

In der Umsetzungsphase werden ausschließlich Verbundprojekte gefördert. Ein Verbund muss mindestens aus der Kommune der Konzeptphase sowie einer wissenschaftlichen Einrichtung oder einem Unternehmen bestehen. Projektpartner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Anwendung waren entweder bereits in der Konzeptphase involviert oder wurden in deren Verlauf identifiziert. Es muss deutlich werden, dass die ausgewählten Projektpartner zum Gelingen einer Demonstration zwingend notwendig sind.

Wer übernimmt die Koordination (Projektleitung) und welche Aufgaben sind damit verbunden?

Die Koordination ist während der Umsetzungsphase von der Kommune zu übernehmen.

Als Verbundkoordinator hat die Kommune die Aufgabe, das Strategiekonzept als Bewerbung für die Umsetzungsphase einzureichen. Sie ist während der Projektlaufzeit erster Ansprechpartner für übergreifende Fragen des Fördergebers, des Projektträgers und der Öffentlichkeit. Sie koordiniert die Zusammenarbeit der Projektpartner und achtet federführend auf den Projektfortschritt. Als Verbundkoordinator hat sie dafür Sorge zu tragen, dass nach Projektstart die gemeinsame Kooperationsvereinbarung aller Projektpartner fristgerecht abgeschlossen wird (sechs Monate nach Projektstart).

Die Kommune sollte prüfen, ob zur Gewährleistung eines reibungsfreien Ablaufs der verschiedenen Maßnahmen und zur Unterstützung der Durchführung öffentlicher Veranstaltungen, von Netzwerkaktivitäten oder als Ansprechpartner für Dritte eine Art „Netzwerkkoordinator“ als Unterauftragnehmer einzubinden ist. In diesem Fall sollte eine Abgrenzung der Aufgaben von denen des wissenschaftlichen Begleitprojekts erfolgen.

Welche Fördersummen und welcher Förderzeitraum sind für die Projekte der Umsetzungsphase vorgesehen?

Eine maximale Zuwendungssumme ist für die Umsetzungsphase nicht vorgegeben. Sie richtet sich nach Aufwand und Umfang der Demonstration und wird damit individuell sehr verschieden sein. Wichtig ist eine realistische, nachvollziehbare Finanzplanung, die der Demonstration im Maßstab 1:1 in der Praxis gerecht wird.

Die Umsetzungsphase ist auf eine Laufzeit von bis zu vier Jahren auszurichten.

Welche Förderquoten gelten für die Antragsteller?

Innerhalb der Konzeptphase gelten folgende Förderquoten als Bemessungsgrundlage:

Art der Einrichtung Förderquote (Umsetzungsphase) Aufschläge
Kommunen, Behörden auf Bundes- und Landesebene sowie vergleichbare Institutionen 100% der zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben
Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie wirtschaftliche Tätigkeiten von Forschungseinrichtungen 25% der zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten für die experimentelle Entwicklung 10 % mittlere Unternehmen
20 % kleine Unternehmen
15 % für die wirksame Zusammenarbeit im Verbund
Hochschulen, Forschungs- und Wissenschafts-einrichtungen und vergleichbare Institutionen, (nicht wirtschaftliche Tätigkeiten) 100% der zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben bzw. Kosten 20% Projektpauschale für Hochschulen und Universitätskliniken

   
Welche Unterlagen sind zur Einreichung der Projektskizzen (Strategiekonzept) notwendig?

Dem Projektträger sind von der koordinierenden Kommune bis spätestens zum 31. Juli 2022 die in der Konzeptphase entwickelten Strategiekonzepte (Projektskizze) in schriftlicher und elektronischer Form vorzulegen. Es soll den Umfang von 35 Seiten (zzgl. Anlagen) nicht überschreiten.

Kann ich weitere Unterlagen beilegen?

Als Anhang können der Skizze beispielsweise folgende Unterlagen beigefügt werden:

  • Aussagekräftige Absichtserklärung (Letter of Intent, kurz LOI) der assoziierten Partner (sofern zutreffend),
  • Erläuterungen zur Plausibilisierung der Finanzkalkulation.

Wie wird eine Skizze eingereicht?

Zum Einreichen des Strategiekonzepts ist das elektronische Einreichungssystem unter https://www.projekt-portal-vditz.de/bekanntmachung/sifolife zu nutzen. Die für eine Beteiligung an der Förderrichtlinie benötigten Informationen sind dort verfügbar, ebenso wie eine Vorlage für die Erstellung des Strategiekonzepts. Das Strategiekonzept sowie der Anhang werden dort als zwei getrennte Dokumente hochgeladen.

Die Einreichung wird jedoch frühestens ab Januar 2022 möglich sein. Bis dahin sind alle notwendigen Informationen dem Bekanntmachungstext zu entnehmen. Zudem steht die Vorlage für das Strategiekonzept in Kürze hier zur Verfügung.

Ist ein postalischer Versand des Strategiekonzepts notwendig?

Zusätzlich zu der fristgerechten elektronischen Einreichung muss eine rechtsverbindlich unterschriebene Druckfassung beim Projektträger eingehen. Diese ist dem zuständigen Projektträger unmittelbar nach der elektronischen Einreichung über den Postweg vorzulegen.

Bis wann müssen die Unterlagen eingegangen sein?

Das Strategiekonzept ist bis spätestens 31. Juli 2022 über das elektronische Einreichungssystem unter https://www.projekt-portal-vditz.de/bekanntmachung/sifolife hochzuladen. Der postalische Versand an den Projektträger sollte am folgenden Werktag geschehen (Poststempel).

Was passiert, wenn die Unterlagen unvollständig oder zu spät eingehen?

In solchen Fällen kann das Strategiekonzept möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.

   

Auswahlverfahren der Umsetzungsphase

Die Auswahl der Strategiekonzepte für die Umsetzungsphase erfolgt nach folgenden Kriterien:

a) Gesellschaftlicher Bedarf und Beitrag zur Erhöhung der zivilen Sicherheit

  • fachlicher Bezug zur Förderrichtlinie,
  • Aktualität und Bedarf für Gesellschaft und Praxis unter Berücksichtigung charakteristischer Herausforderungen des Modellgebiets,
  • Ganzheitlichkeit des Ansatzes, Passfähigkeit des Szenarios und erwarteter Sicherheitszugewinn.

b) Demonstration

  • Qualität und Originalität der Demonstration
  • Neuheitsgrad der Kombination technischer und organisatorischer Lösungen,
  • Einbettung der Demonstration in ein glaubwürdiges und relevantes Szenario,
  • erwarteter Erkenntnisgewinn aus der Kombination der Lösungen.
  • Beitrag zum Innovationstransfer
  • Potenzial für den Innovationstransfer am Wirtschaftsstandort Deutschland (zum Beispiel innovative Beschaffungsmaßnahmen, kompetenzbildende Maßnahmen, Verstetigung von Kooperationen, Bedeutung für den Markt, etc.)
  • Ausstrahlungskraft sowie erwartete Hebelwirkung für weitere Regionen Deutschlands,
  • Belastbarkeit der Verwertungsplanung (Verstetigung der Maßnahmen, Umsetzung und Übertragbarkeit, Standardisierungspotenzial).

c) Dialog- und Vernetzung

  • Qualität des Dialog- und Vernetzungsstrategie,
  • Qualität und Wirksamkeit der Aktivitäten zur Vernetzung relevanter Akteure,
  • Passfähigkeit der öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen.

d) Projektstruktur

  • Qualität und Vollständigkeit des Konsortiums,
  • Organisation der Zusammenarbeit im Verbund, Projektmanagement,
  • Einbeziehung relevanter Akteure (Bevölkerung, Anwender, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik),
  • Qualität und Plausibilität des Arbeitsplans (Methodik, Aufgabenteilung).

e) Gesamtfinanzierung (Nachvollziehbarkeit und Angemessenheit des Finanzierungsplans)

Auf der Grundlage der genannten Kriterien empfiehlt eine Jury Strategiekonzepte, von denen das BMBF bis zu fünf für die Förderung auswählt. Für die Begutachtung kann gegebenenfalls eine persönliche Präsentation der Teilnehmer erforderlich sein. Das Auswahlergebnis wird allen Teilnehmern schriftlich mitgeteilt.

   

Antragstellung und Projektstart des Begleitvorhabens

Die ausgewählten Projekte erstellen auf Basis des Strategiekonzepts zuerst Entwürfe ihrer Anträge, die vom Projektträger vor der rechtsverbindlichen Antragstellung geprüft werden. Im Anschluss werden förmliche Förderanträge über das elektronische Antragssystem „easy-Online“ eingereicht. Im Rahmen der Antragstellung werden die Förderanträge abschließend nach folgenden Kriterien bewertet und geprüft:

  • Zuwendungsfähigkeit der beantragten Mittel,
  • Notwendigkeit und Angemessenheit der beantragten Mittel zur Durchführung der im Arbeitsplan aufgeführten Aktivitäten,
  • Nachvollziehbarkeit der Erläuterungen zum Finanzierungsplan,
  • Umsetzung eventueller Auflagen aus der ersten Stufe und Einhaltung des dort zur Förderung empfohlenen Finanzrahmens.

Einen festen Starttermin für die Umsetzungsphase gibt es nicht. Vermutlich werden die Demonstrationsprojekte bis Mitte 2023 starten.