Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Zivile Sicherheit - Fragen der Migration"

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Forschungsvorhaben zur Entwicklung von Technologien, die geeignet sind, sowohl den beteiligten staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren als auch der Bevölkerung und den Migrantinnen und Migranten als Hilfestellung zur Bewältigung der bestehenden und kommenden Herausforderungen zu dienen. Ziel sind neuartige Sicherheits- und Unterstützungslösungen, die einen hohen praktischen Nutzen und großes Umsetzungspotenzial erwarten lassen. Im Rahmen dieses Themenfeldes werden auch bilaterale Projekte mit Österreich gefördert. Beide Länder haben beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam zu forschen, um die humanitäre Aufnahme, Weiterleitung, Versorgung und Unterbringung von Migranten optimal bewältigen zu können.

  

Laufende Verbundvorhaben:

ESKrim: Ethnische Segregation und Kriminalität

Verschiedene Flaggen nebeneinander in einer städtischen Hochhaussiedlung

panthermedia.net/Markus C. Hurek

Förderkennzeichen  13N14784 bis 13N14790

Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Migranten und Geflüchteten stellt Städte und Gemeinden vor Herausforderungen bspw. bei der Sicherheit. So wird die Separierung ethnischer Gruppen in einzelnen städtischen Quartieren als Faktor eingestuft, der das Risiko für die Bewohner erhöht, Täter oder Opfer einer Straftat zu werden. Das Projekt ESKrim wird diese Annahme durch einen umfassenden und interdisziplinären Forschungsansatz überprüfen. Aus verschiedenen fachwissenschaftlichen Blickrichtungen wird untersucht, welche Risikofaktoren identifizierbar sind und mit welchen Mitteln diese beeinflusst werden können. Durch Befragungen, Interviews und statistischen Auswertungen werden Daten zu Migration, Integration und auch Segregation erhoben und zusammen mit Lagebildern zur Kriminalität sowie stadt- und quartiersspezifischen Daten analysiert. Eine ethische Begleitforschung und rechtwissenschaftliche Studien ergänzen die sozialwissenschaftlichen empirischen Arbeiten.

  

HUMAN+: Echtzeit-Lagebild für effizientes Migrationsmanagement zur Gewährleistung humanitärer Sicherheit

Echtzeit-Lagebild für Migrationsmanagement zur Unterstützung der Einsatzkräfte und optimalen Versorgung der Migranten.

ginae014/Fotolia.com

Förderkennzeichen 13N14716 bis 13N14723

Das deutsch-österreichische Projekt HUMAN+ wird ein integratives Echtzeit-Lagebild für die Flüchtlingsbewegungen entwickeln. Dies erfolgt auf Basis von sozialen Netzwerken und Fernerkundungsdaten, um eine Vorhersage der Migration sowie die Bewältigung akuter Lagen zu ermöglichen. Eine essentielle Rolle spielen dabei sowohl die ethischen, soziologischen und rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die Integrierbarkeit in vorhandene Lösungen und Prozessketten. Durch das System wird es möglich sein, Migrationsbewegungen frühzeitig zu erkennen, die Einsatzkräfte über die Landesgrenzen hinaus auf die zu erwartenden Situationen vorzubereiten und gleichzeitig die Migranten bestmöglich und human zu versorgen.

Projektumriss HUMAN+ (pdf-Datei)

   

MEDIAN: Mobile berührungslose Identitätsprüfung im Anwendungsfeld Migration

Dokumente und Biometrie zur Identitätsprüfung

iStock.com/wingedwolf

Förderkennzeichen  13N14796 bis 13N14800

Die Flüchtlingswelle 2015/16 stellte die Polizei und zuständigen Behörden vor die große Herausforderung, die Vielzahl von Identitätsprüfungen und -feststellungen von Migrantinnen und Migranten schnellstmöglich durchzuführen. Zentraler Verbesserungsbedarf besteht dabei u. a. in der mobilen Prüfung der Angaben und Dokumente. Bisher müssen betroffene Personen zur Personalfeststellung auf Polizeidienststellen gebracht werden. Ziel des Projektes MEDIAN ist die Erarbeitung einer technischen Lösung, die im mobilen Einsatz eine Identitätsfeststellung ermöglicht. Dazu sollen Komponenten für eine schnelle und berührungslose Erfassung sowie einen automatisierten Abgleich von Fingerabdrücken oder Gesichtsbildern entwickelt werden. Gleichzeitig werden Technologien für eine optische und elektronische Erfassung sowie Kontrolle von mitgeführten Dokumenten erforscht. Durch die mobile Technik wird es der Polizei ermöglicht die Identitätsfeststellung vor Ort vorzunehmen und somit den Betroffenen eine Mitnahme zur Dienstelle zu ersparen.

Projektumriss MEDIAN (pdf-Datei)

  

SiKoMi: Sicherheitskooperationen und Migration

Die sichere Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen erfordert umfassende Kooperationen der verantwortlichen Akteure.

panthermedia.net/NataliGlado

Förderkennzeichen  13N14741 bis 13N14744

Die Aufnahme und Versorgung der Menschen in der Hochphase der Flüchtlingswelle 2015/2016 erforderte neuartige Kooperationen und Maßnahmen. Dabei waren zahlreiche Akteure involviert, insbesondere Kommunen, Hilfsorganisationen, Polizei sowie private Organisationen. Zudem war der Erfolg vor allem durch das persönliche Engagement der Akteure sowie der erfolgreichen Einbeziehung spontaner Helferinnen und Helfer geprägt. Um die Erfahrungen für zukünftige Ereignisse nutzen zu können, sind verwertbare Dokumentationen und Auswertungen der gesammelten Erfahrungen erforderlich. Ziel des Projektes SiKoMi ist es deshalb, das bei der Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge erworbene Wissen besonders mit Blick auf kommunale Akteure sowie Polizei und DRK zu erfassen und systematisch auszuwerten. Dabei ist es vorgesehen, sowohl erfolgreiche Ansätze (Good Practices) als auch Probleme (Lessons Learned) zu identifizieren.

Projektumriss SiKoMi (pdf-Datei)

  

SmartIdentifikation: Smartphone-basierte Analyse von Migrationstrends zur Identifikation von Schleuserrouten

Smartphoneauswertung zur Informationsgewinnung.

iStock.com/Hailshadow

Förderkennzeichen 13N14764 bis 13N14768

Das deutsch-österreichische Kooperationsprojekt SmartIdentifikation wird ein System entwickeln, um Daten aus mitgeführten Dokumenten und Smartphones auszuwerten. Mit Hilfe dieser Daten sollen die Identität von Personen sowie die von Ihnen getätigten Angaben überprüft werden. Dazu werden die für eine Alterserkennung auf dem Smartphone gespeicherten Bilder herangezogen. Weiterhin wird versucht, Schleuserrouten mittels Analysen aus den erhoben Daten zu identifizieren. Parallel zu den technischen Entwicklungen werden die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen für einen akzeptierten und rechtskonformen Einsatz des Systems im Projekt erforscht und in die technische Realisierung überführt. Das System soll dazu beitragen, bei mobilen Kontrollen die Aussagen der Migranten zu überprüfen und so die Mitnahme der Personen zu Polizeiwachen auf ein Minimum zu reduzieren.

Projektumriss SmartIdentifikation (pdf-Datei)

  

WAKE: Migrationsbezogenes Wissensmanagement für den Bevölkerungsschutz der Zukunft

WAKE entwickelt ein Wissensmanagementsystem für den Bevölkerungsschutz.

iStock.com/mayo5

Förderkennzeichen: 13N14748 bis 13N14752

Die Flüchtlingssituation 2015/2016 war für viele im Bevölkerungsschutz tätige Hilfsorganisationen eine der größten flächendeckenden Einsatzlagen überhaupt. Bei deren Bewältigung wurden neue Erfahrungen gesammelt sowie vorhandene Wissensbestände und Abläufe an die konkreten Erfordernisse angepasst. Um dieses Wissen zu konservieren und zukünftig auch in anderen Szenarien anwenden zu können, muss es systematisch zusammengeführt, strukturiert und aufbereitet werden. Ziel von WAKE ist die Erstellung und Einführung einer umfassenden, ebenen-, behörden- und organisationsübergreifenden Wissensmanagementlösung. In einem fortlaufenden Prozess entsteht so ein systematisch lernender Bevölkerungsschutz, der sich ständig neuen Herausforderungen anpasst und somit zur Erhöhung der Sicherheit der Bevölkerung in Katastrophenlagen beiträgt.

Projektumriss WAKE (pdf-Datei)