Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Zivile Sicherheit – Verkehrsinfrastrukturen"

Verkehrsinfrastrukturen, wie Fernstraßen, Schienenwege, Schifffahrtsstraßen, etc., sind unverzichtbare Lebensadern für Gesellschaft und Wirtschaft. Bei Planung und Bau wurde jedoch nicht mit der Intensität des heutigen Verkehrsaufkommens gerechnet. Zudem können Verkehrsinfrastrukturen auch zum Schauplatz von Großunfällen oder zum Ziel terroristischer Angriffe werden. Das Bundesforschungsministerium fördert daher mit der Bekanntmachung „Zivile Sicherheit – Verkehrsinfrastrukturen“ neuartige Technologien und Konzepte zum Schutz kritischer Verkehrsinfrastrukturen in all ihren Funktionen und Dimensionen.

Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Zivile Sicherheit – Verkehrsinfrastrukturen"

panthermedia.net/cookelma

Laufende Forschungsprojekte:

AISTEC: Bewertung alternder Infrastrukturbauwerke mit digitalen Technologien

Ein unbemanntes Flugsystem (UAS) im Einsatz an einer Brücke.

Bauhaus-Universität Weimar, Norman Hallermann

Förderkennzeichen 13N14657 bis 13N14660

Brücken stellen in den Verkehrsnetzen kritische Elemente dar, die dauerhaft hohen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Deren Inspektion wird derzeit durch Fachleute vor Ort vorgenommen. Schwerwiegende Probleme an Autobahnbrücken haben in jüngster Zeit vor Augen geführt, wie wichtig es ist, Alterungsschäden frühzeitig zu erkennen, bevor es zu spät ist. Im Projekt AISTEC wird automatisierten unbemannten Flugsysteme mit hochauflösenden Kameras entwickelt, das bereits kleine Risse im Beton aufzeichnen und so eine unkomplizierte softwareunterstützte Gebäudeprüfung unterstützen kann. Durch die neuen Methoden kann der Zustand von Brücken und anderer Infrastruktur einfach, kostengünstiger und häufiger überwacht werden.

Projektumriss AISTEC (pdf-Datei)

  

ALBERO: Transport alternativ betriebener Fahrzeuge auf RORO-Fährschiffen

Die Sicherheitsmaßnahmen auf Fährschiffen müssen für alternativ betriebene Fahrzeuge angepasst werden.

Christian Müller/Fotolia.com

Förderkennzeichen  13N14682 bis 13N14688

In den letzten Jahren ist der Anteil alternativ angetriebener Fahrzeuge im Straßenverkehr deutlich angestiegen. Und auch im Fährbetrieb auf der Nord- und Ostsee wollen die Betreiber zukünftig verstärkt Ladestationen anbieten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Ziel des Projektes ALBERO ist die Entwicklung von Konzepten und Technologien, um alternativ betriebene Fahrzeuge sicher auf Fähren transportieren zu können. In die Erarbeitung technischer und organisatorischer Maßnahmen werden Elektroantriebe sowie alternative Kraftstoffe wie Erdgas und Wasserstoff einbezogen. Neben Vorsortierungskonzepten während des Einparkens der Fahrzeuge sollen spezielle Ladeplätze mit innovativen Gefahrendetektions- und Sicherheitssystemen entwickelt und in ersten Versuchen erprobt werden. Parallel werden Schulungskonzepte zum Verhalten im Havariefall für die Schiffsbesatzungen erarbeitet.

Projektumriss ALBERO (pdf-Datei)

   

CroMa: Crowd-Management in Verkehrsinfrastrukturen

Menschen im Bahnhof

rcfotostock/Fotolia.com

Förderkennzeichen  13N14530 bis 13N14533

Bahnhöfen kommt eine zentrale Rolle im Bereich des öffentlichen Fern- und Nahverkehrs zu. Da die Fahrgastzahlen stetig zunehmen, sind neue Konzepte gefragt, um die Effizienz der Bahnhöfe und U-Bahnstationen weiter zu erhöhen. Im Rahmen des Projektes CroMa sollen unterschiedliche Massnahmen, wie bauliche Regelungen, ein geeignetes Crowd-Management sowie innovative, organisationsübergreifende Handlungsstrategien, erarbeitet werden, um die Robustheit von Bahnhöfen bei Belastungsspitzen zu erhöhen. Die Basis bilden umfassende Untersuchungen zu Fußgängerverkehren in Verkehrsanlagen und zum Verhalten von Personen in großen Menschenmengen. Neben Beobachtungen an Bahnhöfen werden auch die Erfahrungen aus der Personenlenkung bei großen Veranstaltungsstätten berücksichtigt. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen helfen, die Effizienz der Verkehrsanlagen zu verbessern und kritisches Gedränge zu vermeiden.

Projektumriss CroMa (pdf-Datei)

   

KapaKrit: Optimierung der Verkehrskapazität von Bahnhöfen im Krisen- und Katastrophenfall

KapaKrit untersucht, wie Bahnhöfe ihre Kapazität bei außergewöhnlich hohen Belastungen maximieren können

iStock.com/Crechi

Förderkennzeichen  13N14619 bis 13N14621

Großbahnhöfe sind zentrale Knotenpunkte des Schienenverkehrs. Im Falle einer großräumigen Evakuierung ist der Bahnhof ein wesentlicher Anlaufpunkt für die Bevölkerung zum Verlassen der Region. Ein derartiges Personenaufkommen kann nur mit besonderen Maßnahmen bewältigt werden. Im Rahmen des Projektes KapaKrit wird am Beispiel des Dortmunder Hauptbahnhofs untersucht, wie die Kapazität des Bahnhofs für eine Evakuierung durch bauliche, technische und organisatorische Maßnahmen kurzfristig maximiert und der Zugverkehr geplant werden kann. Die Erkenntnisse sollen dabei helfen, die Grenzen des Machbaren auszuloten und alternative Konzepte, wie die Nutzung dezentraler Vorstadtbahnhöfe, zur Evakuierung zu bewerten.

Projektumriss KapaKrit (pdf-Datei)

    

KOINOR: Konzepte und Verfahren zur brandschutztechnischen Ertüchtigung und Nachrüstung unter-irdischer Verkehrsbauwerke

Arbeiten in einem Tunnel.

dejank1/Fotolia.com

Förderkennzeichen  13N14566 bis 13N14569

Ab Temperaturen von ca. 300 °C können bei einem Feuer in einem Tunnel massive Schäden am Bauwerk entstehen. Im Rahmen des Projektes KOINOR werden Konzepte zur Ertüchtigung von Tunneln für den Fall eines Brandes erarbeitet. Dazu gehört u. a. die Entwicklung eines Baustoffs, der nachträglich aufgebracht werden kann und einen hohen Brandwiderstand besitzt. Die Ergebnisse des Vorhabens sollen bei einer Baumaßnahme an einem realen Tunnel demonstriert werden.

Projektumriss KOINOR (pdf-Datei)

    

PREVIEW: Resilienz kritischer Verkehrsinfrastrukturen am Beispiel der Wasserstraßen

PREVIEW analysiert die Gefährdungslagen für das Kanalnetz.

iStock.com/blueliner22

Förderkennzeichen  13N14697 bis 13N14701

Auf deutschen Wasserstraßen werden jährlich rund 2,5 Mio. Container transportiert. Leider ist insbesondere die Infrastruktur der künstlichen Bundeswasserstraßen, zu denen u. a. Kanäle und Schleusen gehören, überaltert. Ziel des Projekts PREVIEW ist es daher, die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der Wasserstraßeninfrastruktur in Deutschland zu erhöhen. Hierzu werden die Schadensauswirkungen und -konsequenzen anhand der drei Sicherheitsszenarien Naturereignisse, technisches oder menschliches Versagen und feindselig gesinnte Angriffe aufbereitet und analysiert. Die Ergebnisse kommen den Anwendern zugute und können auf die gesamte Wasserstraßeninfrastruktur übertragen werden.

Projektumriss PREVIEW (pdf-Datei)

   

SIKET: Evaluierung und Weiterentwicklung der Sicherheitskonzepte für Eisenbahntunnel

SIKET evaluiert und optimiert Sicherheitskonzepte für Eisenbahntunnel.

aleciccotelli/Fotolia.com

Förderkennzeichen  13N14523 bis 13N14529

Für jeden Eisenbahntunnel in Deutschland existieren Sicherheitskonzepte, in dem Maßnahmen zum Brandschutz, zur Entfluchtung und zum Vorgehen bei Rettungs- und Löscheinsätzen festgelegt sind. Bisher werden diese auf Grundlage individueller Gutachten und Erfahrungswerten erstellt. Im Rahmen des Projektes SIKET sollen die Sicherheitskonzepte von Eisenbahntunneln ganzheitlich betrachtet werden. Ziel ist es auf Grundlage von wissenschaftlichen Analysen und der Auswertung von Entfluchtungs- sowie Rauchgasausbreitungssimulationen Verbesserungsvorschläge für Sicherheitskonzepte zu erarbeiten, in denen sowohl organisatorische als auch bauliche Aspekte berücksichtigt sind. Die Ergebnisse werden in mehreren Rettungsübungen validiert und in Handlungsempfehlungen zusammengefasst.

Projektumriss SIKET (pdf-Datei)

   

ZEBBRA: Zustandserfassung und -bewertung von Brücken basierend auf Radar-Sensorik in Kombination mit intelligenten Algorithmen

Straßenbrücken sind häufig großen Belastungen ausgesetzt.

iStock.com/Bim

Förderkennzeichen  13N14708 bis 13N14711

Die zunehmende Belastung von Brückenbauwerken durch Schwerlastverkehr sowie Alterungsprozesse führen zu Nutzungseinschränkungen und zu volkswirtschaftlichen Schäden durch Staus und Ausweichverkehr. Da Schäden an der Bauwerkssubstanz im frühen Stadium kaum zu erkennen sind, bleibt der tatsächliche Zustand einer Brücke lange unbestimmt. Sanierungsmaßnahmen werden häufig erst sehr spät ergriffen. Im Vorhaben ZEBBRA sollen die Bauwerksschwingungen, die Fahrzeuge bei der Überfahrt verursachen, systematisch erfasst und ausgewertet werden. Hochgenaue Radarmessgeräte zeichnen die Brückenbewegungen aus bis zu 100 Meter Entfernung präzise auf und ermöglichen eine exakte Bewertung des Brückenzustandes. Verkehrs- sowie Baubehörden erhalten so die Möglichkeit, Sanierungsmaßnahmen längerfristiger und gezielter zu planen.

Projektumriss ZEBBRA (pdf-Datei)