Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Urbane Sicherheit"

Durch die zunehmende Urbanisierung leben und arbeiten immer mehr Menschen in städtischen Räumen. Städte und Gemeinden stehen vor der Herausforderung, auch in Zukunft den Schutz der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Sicherheit im Wohnumfeld und im öffentlichen Personennahverkehr, Schutz vor Kriminalität sowie der Schutz der Einwohner vor Extremwetterlagen sind Beispiele für zentrale Problemlagen. Mit der Bekanntmachung "Urbane Sicherheit" im Rahmen des Programms "Forschung für die zivile Sicherheit" verfolgt das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Ziel, die Sicherheit in urbanen Räumen zu erhöhen.

Passagiere steigen in die U-Bahn ein.

iStock.com / MACIEJ NOSKOWSKI

   

Abgeschlossene Forschungsvorhaben:

ENSURE: Verbesserte Krisenbewältigung im urbanen Raum durch situationsbezogene Helferkonzepte und Warnsysteme

Informations- und Alarmierungssysteme für Helfer

Matthias Heyde/Fraunhofer FOKUS

Förderkennzeichen 13N12811 bis 13N12817

In einer Katastrophe kommt es darauf an, die Kompetenzen aller Mithelferinnen und Mithelfer so effizient wie möglich zu nutzen. Hier setzte das Forschungsprojekt ENSURE an. Die Projektpartner erforschten, wie fachkundige Freiwillige für den Einsatz in Katastrophen mobilisiert werden können. Fachkundige Freiwillige sind zum Beispiel Menschen mit einer Ausbildung zum medizinischen Ersthelfer oder Hausmeister, die sich mit Gebäudetechnik auskennen. Solche Personen können sich in Zukunft mit einer App für Mobiltelefone als freiwillige Helfer registrieren. Die Ergebnisse des Projekts sollten es professionellen Einsatzkräften in Katastrophen ermöglichen, möglichst schnell tatkräftige und kompetente Helfer zu alarmieren. 

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InREAKT: Integrierte Hilfe-Reaktionsketten zur Erhöhung der Sicherheit des ÖPNV

U-Bahn-Haltestelle

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Förderkennzeichen 13N12962 bis 13N12967

Busse und Bahnen werden als Verkehrsmittel immer beliebter. Zu später Stunde fühlen sich manche Fahrgäste aber unwohl. Das Projekt InREAKT ging der Frage nach, wie sicher Menschen vor Übergriffen in Bus und Bahn sind – und wie kriminelle Vorfälle verhindert werden können. Um Fahrgäste besser zu schützen, erarbeiteten Forscherinnen und Forscher aus dem Verbundprojekt INREAKT ein automatisiertes Alarmsystem. Das System sollte anhand von Videos und Geräuschsensoren Gefahrsituationen erkennen. Es sollte dazu beitragen, dass Notfälle erkannt werden und Menschen vor Ort schnelle Hilfe erhalten.

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Interkom: Interkommunale Konzepte zur Stärkung der Resilienz von Ballungsgebieten

Zentrale Plätze sind Treffpunkt für viele Menschen

Dortmunder-Agentur/Anja Kador

Förderkennzeichen 13N13002 bis 13N13008

Das Rhein-Ruhr-Gebiet ist mit fast 11 Millionen Einwohnern eine von elf Metropolregionen in Deutschland. In solchen Gebieten lösen Szenarien wie Pandemien oder langanhaltende Stromausfälle schnell Unsicherheit aus. Die Verbundpartner aus dem Projekt Interkom erforschen, wie die Sicherheitslage der Bevölkerung von Ballungsgebieten gestärkt und in Krisensituationen stabil gehalten werden kann. Sie erarbeiten ein Konzept für die interkommunale Zusammenarbeit im Risikomanagement und ein bürgerorientiertes Krisenmanagement. Damit soll die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung gestärkt werden.

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Multikosi: Unterstützungssysteme für urbane Events: Multikriterielle Vernetzung für Offenheit und Sicherheit

Im Projekt Multikosi werden Planungshilfen für Großveranstaltungen erarbeitet

iStockphoto.com/Dziurek

Förderkennzeichen 13N12821 bis 13N12826

Das Unglück auf der Loveparade in Duisburg im Jahr 2010 hat die Notwendigkeit umfassender Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen aufgezeigt. Im Projekt Multikosi wurden neue Modelle von Besucherströmen bei An- und Abreise, beim Einlass und während einer Veranstaltung erarbeitet. Diese Modelle wurden miteinander verknüpft und daraus ein Instrument zur Planungsunterstützung und Optimierung in allen Bereichen einer Veranstaltung abgeleitet.

Projektumriss Multikosi (pdf-Datei)

    

SENSIKO: Sicherheit älterer Menschen im Wohnquartier

Das Projekt SENSIKO erarbeitet ein Konzept zur Förderung der aktiven Teilhabe älterer Menschen am sozialen Leben.

iStock.com/ilbusca

Förderkennzeichen   13N12980 bis 13N12981

Durch den Demographischen Wandel steigt der Anteil der älteren Bevölkerung in Deutschland stetig. Studien belegen, dass ältere Bewohnerinnen und Bewohner in Großstädten die stärkste Kriminalitätsfurcht haben. Diese kann dazu führen, dass ältere Menschen öffentliche Räume meiden und nicht mehr am städtischen Leben teilhaben. Um einen sozialen Rückzug der älteren Bevölkerung zu vermeiden, erarbeitete das Projekt SENSIKO Konzepte zur Förderung der aktiven Teilhabe älterer Menschen am sozialen Leben und zur Reduzierung ihres Unsicherheitsempfindens.

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SiKomFan: Mehr Sicherheit im Fußball - Verbessern der Kommunikationsstrukturen und Optimierung des Fandialogs

Fans im Fußballstadion

rrruss/Fotolia.de

Förderkennzeichen 13N12931 bis 13N12936

Ob Lieblingsverein oder Nationalmannschaft – Fußball ist emotionsgeladen und bewegt viele Menschen. Nicht immer bleibt es dabei friedlich: Wenn Fans auf dem Weg ins Stadion randalieren oder verbotene bengalische Feuer gezündet werden, sind schnelle Reaktionen gefragt. Für die Sicherheit im Stadion ist nicht nur die Polizei, sondern sind Sicherheitskräfte, Rettungsdienste und nicht zuletzt Fans und Vereine verantwortlich. Damit alle an einem Strang ziehen können, wurden die Kommunikation zwischen diesen Verantwortlichen untersucht. So trug das Forschungsprojekt dazu bei, kritische Situationen frühzeitig zu entschärfen.

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SKOBB: Sicherheitskooperation für Bus und Bahn

Das Projekt SKOBB erarbeitet ein ganzheitliches Lagebild zur Sicherheit im ÖPNV

Stockphoto.com/workinc

Förderkennzeichen  13N12862 bis 13N12864

Für die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) spielt die Sicherheit der Fahrgäste eine entscheidende Rolle. Das Projekt SKOBB hat, in Zusammenarbeit mit mehreren regionalen Verkehrsverbünden, ein bundesweites Lagebild zur Sicherheit im ÖPNV erstellt. Die Forschungsergebnisse sollten bei der Auswahl und Umsetzung von Präventionsmaßnahmen helfen und zudem für die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufbereitet werden.

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TARGET: Tat- und Fallanalysen hochexpressiver zielgerichteter Gewalt

Das Projekt TARGET analysiert die Motive für hochexpressive Gewalt.

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Förderkennzeichen  13N12646 bis 13N12650

Die Öffentlichkeit wird immer wieder mit schweren Gewalttaten von Einzeltätern konfrontiert. Das Projekt TARGET verglicht und analysierte auf nationaler und internationaler Ebene Entwicklungsprozesse, die zu hochexpressiven Gewalttaten führten. Es sollte ein Model entwickelt werden, mit dem ernstzunehmende Drohungen sowie gewaltbezogene Verhaltensweisen gewaltbereiter Einzeltäter frühzeitig erkannt werden können.

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TRANSIT: Kriminalprävention für ein sicheres Wohnumfeld - Transdisziplinäre Sicherheitsstrategien für Polizei, Wohnungsunternehmen und Kommunen

Das Projekt TRANSIT erarbeitet Sicherheitsstrategien für Wohnquartiere.

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Förderkennzeichen  13N12787 bis 13N12788

Nach Ende der Nachtschicht möchte jeder schnell nach Hause. Der Weg führt nicht immer durch angenehme Orte. Dunkle Ecken, unbeleuchtete Parkplätze und Unterführungen werden oft aus Angst vor Kriminalität gemieden – an einigen dieser Orte spielt Kriminalität tatsächlich eine Rolle. Oft geht es aber auch nur um den wenig vertrauenserweckenden Eindruck, den bestimmte Plätze und Straßen bei den Menschen hinterlassen. Im Forschungsprojekt TRANSIT wurden praktische Maßnahmen aufgezeigt, die die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden der Menschen verbessern. Dafür wurde untersucht, wie Gemeinden, Polizei und Hauseigentümer gemeinsam das Wohnumfeld angenehmer gestalten können – damit man Nachts sicher ist und sich sicher fühlt.

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VERSS: Aspekte einer gerechten Verteilung von Sicherheit in der Stadt

Das Projekt VERSS entwickelt Kriterien für die gerechte Verteilung von Sicherheit in städtischen Räumen.

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Förderkennzeichen  13N13201 bis 13N13203

Nur wer sich in seiner Stadt sicher fühlt, lebt dort gern. Aber nicht an allen Orten in einer Stadt ist das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung gleich hoch, denn insbesondere in Ballungsräumen ist Sicherheit ungleich verteilt. Im Projekt VERSS werden die Aspekte einer gerechten Verteilung von Sicherheit in der Stadt analysiert. Die Forschungspartner erarbeiten konkrete und praxisnahe Leitlinien. Diese Ergebnisse sollen dazu beitragen, eine ungerechte Verteilung von Sicherheit in Zukunft besser zu erkennen und so weit wie möglich zu reduzieren.

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