Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Anwender–Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit"

Um Forschungsergebnisse möglichst praxisnah erarbeiten zu können, sind Anwender in Forschungsprojekte des Sicherheitsforschungsprogramms von Anfang an mit eingebunden. Um die Innovationsfähigkeit der Anwender in Deutschland und die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis weiter zu stärken, hat das Bundes­ministerium für Bildung und Forschung die Bekanntmachung "Anwender–Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit" veröffentlicht. Mit dieser Fördermaßnahme sollen Anwender zu einer verstärkten Beteiligung an Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie zur Kooperation mit Unternehmen und wissenschaftlichen Partnern angeregt werden.

Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Anwender – Innovativ: Forschung für die zivile Sicherheit"

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Laufende Forschungsvorhaben:   

ACDC: AC-Detektorchip zum Schutz von Einsatzkräften

Feuerwehrleute bei der Bekämpfung eines Großbrandes.

Adobe Stock/NEW&ART

Förderkennzeichen 13N15095 bis 13N15101

Bei einem Brand eines Chemiewerks oder auch bei Verkehrsunfällen mit Gefahrgut können chemische oder gar radioaktive Gefahrstoffe freigesetzt werden. Dies stellt Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen, da sie nicht über die erforderliche Messtechnik verfügen, um die Gefahrstoffe detektieren zu können. Im Projekt ACDC soll ein System, basierend auf einem Siliziumchip entwickelt werden, das sowohl radioaktive Strahlung als auch eine definierte Auswahl an chemischen Gefahrstoffen nachweisen kann. Durch die preiswerte Herstellung und die geringe Größe des Systems soll sichergestellt werden, dass zukünftig jede Einsatzkraft mit einem Messgerät ausgestattet werden kann.

   

ARMIHN: Adaptives Resilienz Management im Hafen

Hamburger Hafen

panthermedia.net/Westend61 Premium

Förderkennzeichen 13N14923 bis 13N14925

Kreuzfahrtpassagiere können bei Landausflügen mit verschiedensten Erregern in Kontakt kommen und diese auf dem Schiff verbreiten. Kreuzfahrtschiffe stellen aber auch ein mögliches Ziel für potenzielle terroristische Angriffe mit Biowaffen dar. Die Besonderheit eines Großschadensereignisses für Rettungskräfte im Hafen ist, dass sie auf Grund von Sperrgebieten sowie eingeschränkter Platzverhältnisse z. B. längere Anfahrwege zu schwer zugänglichen Einsatzorten in Kauf nehmen müssen. Ziel des Projektes ARMIHN ist die Verbesserung der Resilienz des Hafens und der Handlungsfähigkeit bei einem Massenanfall von Erkrankten aufgrund einer infektiologischen Notfallsituation. Hierfür sollen ein abgestimmtes Konzept zur Bewältigung eines Großschadensereignisses sowie adaptive Trainingsmodule entwickelt werden. Beides wird im Rahmen von Übung im Hamburger Hafen erprobt.

Projektumriss ARMIHN (pdf-Datei)

   

ARTUS: Automatische Transkription von UKW-Seefunkkommunikation zur Einsatzkoordination

Die hohe Kommunikationssicherheit auf See ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der Rettung Schiffsbrüchiger.

DGzRS

Förderkennzeichen 13N15018 bis 13N15020

Breitband-Verbindungen sind auf See oftmals nicht zuverlässig verfügbar. Daher wird bei der Koordination von Such- und Rettungseinsätzen auf die Nutzung von UKW-Funk zurückgegriffen. Aufgrund der limitierten Reichweite des UKW-Funks und der verringerten Audioqualität werden Meldungen häufig unvollständig übermittelt. Hinzu kommt, dass Missverständnisse entstehen, weil Dialekte und die Zugehörigkeit zu verschiedenen Nationalitäten die Kommunikation mit der Funkstelle erschweren. Das Vorhaben ARTUS verfolgt das Ziel, ein System für den maritimen Such- und Rettungsdienst zu entwickeln, welches Sprachmeldungen automatisch verschriftlicht und eine zuverlässige Senderzuordnung vornimmt.

Projektumriss ARTUS (pdf-Datei)

    

ATHEBOS: Analyse taktisch-operativer Handlungsabweichungen im Einsatzgeschehen von BOS

Fehler im Einsatz können weitreichende Folgen haben.

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Förderkennzeichen 13N14432 bis 13N14434

Im Einsatz werden die Fehler der Einsatzkräfte häufig weder erkannt noch aufgezeichnet oder ausgewertet. Strukturierte Analysen und die Einführung einer professionellen Fehlerkultur bei BOS sind bislang wenig etabliert. Sie können jedoch dazu beitragen, Probleme frühzeitig zu erkennen und damit die Abläufe weiter zu verbessern. Ziel des Vorhabens ATHEBOS ist die Ermittlung und Auswertung taktisch-operativer Fehler im Einsatzgeschehen von Feuerwehren. Hierzu werden sowohl re­ale Einsätze untersucht, als auch gezielte Einsatzübungen abgehalten. Aus den Forschungsergebnissen werden Leitlinien zum Umgang mit Fehlern und zur Verbesserung der Fehlerkultur entwickelt.

Projektumriss ATHEBOS (pdf-Datei)

   

Besson: Beschreibungsbasierte Personensuche in Videodaten an Flughäfen

Eine gezielte Personensuche am Flughafen ist nur mit technischer Unterstützung und Bildanalyse in angemessener Zeit machbar.

panthermedia.net/andreysafonov

Förderkennzeichen 13N14918 und 13N14919

Derzeit werden Videobilder von Verdachtspersonen in der Sicherheitszentrale eines Flughafens visuell durch den Bediener ausgewertet. Zeit- und sicherheitskritische Suchanfragen basieren zumeist auf Personenbeschreibungen, für die es bisher keine intelligenten Auswerteverfahren für Videoaufnahmen gibt. Im Projekt Besson wird daher ein Demonstrator zur merkmalsbezogenen Suche von Personen in Videodaten erforscht. Basierend auf einer bestehenden Softwarelösung werden neue Algorithmen und Filterfunktionen entwickelt und getestet. Sobald eine gesuchte Person ermittelt und durch einen Bediener bestätigt wurde, soll über Funktionen der Gesichts- oder Personenerkennung eine genaue Lokalisierung möglich sein. Das Vorhaben wird von einer intensiven rechtswissenschaftlichen Analyse begleitet, da datenschutzrechtliche Fragestellungen für eine erfolgreiche Umsetzung der Projektziele entscheidend sind.

Projektumriss Besson (pdf-Datei)

   

BEST: Befragungsstandards für Deutschland

BEST beschäftigt sich mit Vernehmungs- und Befragungsmethoden im polizeilichen sowie unternehmerischen Umfeld.

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Förderkennzeichen 13N14942 bis 13N14944

Laut polizeilicher Kriminalstatistik werden in jedem Jahr bundesweit mehrere Millionen Straftaten begangen. Um diese Taten aufzuklären, müssen u. a. Zeugen, Tatbeteiligte und ggf. Opfer befragt werden. Einer sachkundigen Vernehmung kommt daher größte Bedeutung zu, weil Fehler während der Befragung zu falschen Rückschlüssen auf vermutete Sachverhalte und Personen führen können. Ziel des Projektes BEST ist es, Standards für Vernehmungen im polizeilichen sowie unternehmerischen Bereich zu erarbeiten. Dazu werden zunächst verschiedene Befragungsmethoden untersucht und häufig auftretende Fehler analysiert. Die Ergebnisse werden in Richtlinien und Leitfäden überführt, so dass sie direkt in Vernehmungen der Polizei und der Wirtschaft umgesetzt werden können.

Projektumriss BEST (pdf-Datei)
    

Brückenwächter: Automatisiertes Ausleit- und Kontrollsystem zum Schutz sanierungsbedürftiger Brücken

Alternde Brückenbauwerke können bei notwendigen Sperrungen zu erheblichen Verkehrsstörungen führen.

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Förderkennzeichen 13N14534 bis 13N14536

Immer mehr Güter, die zur Herstellung von Produkten notwendig sind, werden ohne Lagerhaltung „Just in Time“ angeliefert. Aber auch im täglichen Leben werden immer mehr Produkte über das Internet gekauft und durch Paketdienste individuell ausgeliefert. Als Folge steigt der Schwerlastverkehr auf deutschen Straßen. Dem stehen alternde Brückenbauten entgegen, die zunehmend der steigenden Verkehrsbelastung nicht mehr gewachsen sind. Das Verbundprojekt Brückenwächter erforscht eine interaktive Verkehrsbeschilderung, mit deren Hilfe geschädigte Brückenbauwerke effektiv vor Schwerlastverkehr geschützt werden können, ohne dass dazu erhebliche Personalmittel von Ordnungsbehörden eingesetzt werden müssen. Hierzu wird ein energieautarkes transportables System entwickelt, welches die Identifizierung einzelner LKW ermöglicht und bei einem Verstoß gegen ein Überfahrungsverbot über LED-Straßenschilder die Fahrer individuell anspricht.

Projektumriss Brückenwächter (pdf-Datei)

   

CELIDON: Unterstützung von Rettungskräften durch Lokalisierung im Ausbildungs- und Rettungseinsatz

Die Orientierung der Feuerwehrleute ist durch Rauchbildung oft stark erschwert oder unmöglich.

panthermedia.net/Gorodenkoff

Förderkennzeichen 13N15011 bis 13N15013

Feuerwehrleute sind im Einsatz häufig extremen Bedingungen ausgesetzt. Besonders bei starker Rauchbildung innerhalb von Gebäuden ist die Orientierung erschwert, wodurch die Einsatzkräfte voneinander getrennt werden können. Im Projekt CELIDON soll ein Lokalisierungssystem erforscht werden, das über ein in die Atemschutzmaske integriertes Augmented Reality Display den Standort der Feuerwehrleute anzeigt und so deren Trennung voneinander verhindert.

Projektumriss CELIDON (pdf-Datei)

  

EVOK: Echtzeit Vor-Ort-Aufklärung und Einsatzmonitoring

Ein echtzeitfähiges Lagedarstellungssystem kann im Einsatz eine entscheidende Hilfe sein.

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Förderkennzeichen 13N14805 bis 13N14807

Bei Geiselnahmen und ähnlichen Situationen wird ein schnelles und professionelles Handeln der Einsatzkräfte insbesondere in Gebäuden dadurch erschwert, dass lediglich den Straftätern das räumliche Umfeld gut bekannt ist. Einer möglichst akkuraten und umfassenden Lageaufklärung kommt daher eine entscheidende Bedeutung für den Einsatzerfolg zu. Im Projekt EVOK soll deshalb ein System zur echtzeitfähigen Lagedarstellung erarbeitet werden, das die Erstellung eines 3D-Modells der Umgebung während eines laufenden Einsatzes erlaubt. Neben speziellen Softwarealgorithmen werden auch einsatztaugliche Sensoren so angepasst, dass sie sowohl an autonomen Aufklärungssystemen als auch an der Ausrüstung der Spezialkräfte montiert werden können.

Projektumriss EVOK (pdf-Datei)

     

HoWa-innovativ: Hochwasserfrühwarnung für kleine Einzugsgebiete mit innovativen Methoden der Niederschlagsmessung und -vorhersage

Lokale Sturzfluten können katastrophale Schäden verursachen.

panthermedia.net/kotafoty

Förderkennzeichen 13N14824 bis 13N14826

Überschwemmungen und Starkregenereignisse haben infolge des Klimawandels in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Besonders schwerwiegend sind plötzliche Sturzfluten, die häufig in lokal eng begrenzten Gebieten auftreten. Präzise räumliche und zeitliche Prognosen sind bislang kaum möglich und die Vorwarnzeiten für Einsatzkräfte und die betroffene Bevölkerung sind kurz. Im Rahmen von HoWa-innovativ wird ein neuartiges Messverfahren eingeführt, das lokale Regenintensitäten über kommerzielle Richtfunkstrecken im Mobilfunknetz ermittelt. Für besonders gefährdete Gebiete werden zusätzlich präzise, am individuellen Oberflächenprofil orientierte Niederschlags-Abflussmodelle erstellt, mit denen sich Überflutungsverläufe realitätsnah abbilden lassen. Im Ergebnis wird ein zuverlässiges Frühwarnsystem entstehen, das Vorhersagen erleichtert, Vorwarnzeiten ausdehnt und Maßnahmen der lokalen Katastrophenabwehr unterstützt.

Projektumriss HoWa-innovativ (pdf-Datei)

   

INERSIKI: Instrumentenentwicklung zur Erfassung der raumbezogenen Sicherheitsbelange von Kindern und Jugendlichen

Kinder sollen sich im öffentlichen Raum sicher bewegen und ihre Umgebung erkunden können.

Adobe Stock/207913057

Förderkennzeichen  13N15007 bis 13N15009

Den Sicherheitsbedürfnissen von Kindern und Jugendlichen wurde in der Forschung bisher nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ziel des Projekts INERSIKI ist es, die Sicherheitslage und das Sicherheitsgefühl für Kinder und Jugendliche im urbanen Raum zu verbessern. Hierfür werden geeignete Methoden wie Sozialraumbegehungen, Experteninterviews, Workshops und Befragungskonzepte entwickelt, mit denen die Sicherheitsbelange von Minderjährigen in öffentlichen und halböffentlichen Räumen besser und zielgruppengerechter als bisher erfasst werden können. Die Ergebnisse sollen zur Verbesserung der städtebaulichen Kriminalprävention sowie der Einsatzplanung von polizeilichen und kommunalen Akteuren sowie freien Trägern beitragen.

  

InLaSeD: Indoor-Lageerkundung für Spezialeinheiten mit Drohnen

Drohnen können Spezialeinsatzkräfte bei der Erkundung im Inneren von Gebäuden unterstützen.

panthermedia.net/guruxox)

Förderkennzeichen 13N14793 bis 13N14795

Spezialeinheiten der Polizei stehen häufig vor der Herausforderung, in ein unbekanntes Gebäude vordringen zu müssen, in dem sich Täter und möglicherweise auch andere Personen wie Geiseln aufhalten. Der Einsatz von Drohnen kann in derartigen Situationen eine schnelle und effiziente Lageerkundung ermöglichen, ohne dass sich die Polizeikräfte selbst in Gefahr begeben müssen. Das Verbundvorhaben InLaSeD hat zum Ziel, die Einsatzfähigkeit unbemannter Flugsysteme so zu erweitern, dass Spezialeinsatzkräfte diese zukünftig zur Exploration ungeklärter Situationen in Gebäuden nutzen können. Die Forschungsergebnisse werden kontinuierlich in Taktiken und Prozesse der Spezialeinsatzkräfte eingearbeitet und in Übungen getestet.

Projektumriss InLaSeD (pdf-Datei)

   

INNOVARU: Innovative Vulnerabilitäts- und Risikobewertung urbaner Räume gegenüber Überflutungsereignissen

Lokale Überflutungen können immense Sachschäden verursachen.

panthermedia.net/Carmen Mair

Förderkennzeichen 13N14929 bis 13N14931

Die europäische Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie verpflichtet die Bundesländer, die von Gewässern ausgehenden Risiken sowie die vorgesehenen Schutzmaßnahmen regelmäßig zu bewerten, um die verfügbaren Mittel mit größtmöglicher Wirksamkeit einsetzen zu können. Die Methoden zur Ermittlung möglicher Schäden sind jedoch grob und unterschätzen meist die tatsächlichen Kosten. Im Rahmen des Vorhabens INNOVARU wird ein realitätsnahes, praxisbezogenes Modell zur monetären Bewertung potenzieller Hochwasserschäden erarbeitet. Neben der Bestimmung lokaler Überschwemmungsrisiken berücksichtigt es erstmals auch die Vulnerabilität einzelner Gebäude. Die neue Methode wird anhand realer Schadenswerte vergangener Ereignisse in drei mittelstädtischen Testgebieten validiert.

Projektumriss INNOVARU (pdf-Datei)

  

INSITU: Optimierung der Strafverfolgung durch Mobilcomputer-basierte Vor-Ort-Beschreibung komplexer Auffindesituationen

Den gesamten Tatort lückenlos zu erfassen und zu dokumentieren stellt die Polizei immer wieder vor neue Herausforderungen.

ginae014/Fotolia.com

Förderkennzeichen 13N14813 bis 13N14814

Nach einem Anschlag oder Einbruch wird im Rahmen der polizeilichen Ermittlungstätigkeit der Tatort erfasst und dokumentiert. Die Anforderungen an die Tatortarbeit sind dabei hoch, da jede Situation vor Ort anders ist und Zeitdruck eine einheitliche, verlustfreie Dokumentation erschwert. Im Vorhaben INSITU wird ein Dokumentationssystem entwickelt, das die vollständige digitale Erfassung und Verarbeitung aller Informationen eines Tatorts ermöglicht. Durch automatisch gespeicherte Zusatzinformationen, wie Aufnahmezeitpunkt oder -position, können die Daten aus unterschiedlichen Datenquellen, wie Fotos, Audioaufnahmen oder Notizen, intelligent miteinander verknüpft werden. Perspektivisch soll mit dem INSITU-System die Umstellung von der aktenbasierten Dokumentation zu einer modernen digitalen Dokumentation gelingen.

Projektumriss INSITU (pdf-Datei)

   

ISIKOS: Innovative Sicherheitskontrolle

Warteschlage an der Sicherheitskontrolle am Flughafen.

panthermedia.net/Liufuyu

Förderkennzeichen 13N14869 bis 13N14870

Um den Luftverkehr vor Terroranschlägen zu schützen, werden Passagiere und Handgepäck vor jedem Flug umfangreich kontrolliert. Durch das stark angestiegene Passagieraufkommen wird die Sicherheitskontrolle am Flughafen jedoch zunehmend zu einem Nadelöhr. Handgepäck ist häufig für Kriminelle leicht zugänglich und die Warteschlangen stellen ein potenzielles Angriffsziel für Terroristen dar. ISIKOS liegt die Idee zugrunde, die Kontrolle von Passagier und Handgepäck vollständig voneinander zu trennen, anstatt an einer Station beide Prozesse parallel zu vollziehen. Im Ergebnis soll eine Kontrolllogistik am Flughafen entstehen, die sicherer und effizienter gestaltet ist.

Projektumriss ISIKOS (pdf-Datei)

  

LATERAN: Leaking als Warnsignal für terroristische Bedrohungslagen und Anschläge

LATERAN will Warnsignale im Vorfeld extremistischer und terroristischer Taten erforschen.

panthermedia.net/eldadcarin

Förderkennzeichen 13N14884 bis 13N14886

Der Terroranschlag in Berlin, die Sprengstoffattacke von Essen sowie die Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg haben das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigt. Die Prävention derartiger Taten ist schwierig, aber möglich, weil es häufig im Vorfeld Tatankündigungen, sogenannte Leakings, gibt. Ziel von LATERAN ist es daher, das Phänomen „Leaking“ bei islamistisch sowie rechts- und linksextremistisch motivierten Straftaten zu erforschen. Dazu werden zunächst projektrelevante Fälle in Deutschland in den Jahren 2001 bis 2018 recherchiert und analysiert. Erkanntes Leaking sowie dessen Erscheinungsformen werden erfasst und ausgewertet. Die Forschungsergebnisse sollen in Schulungsmaterialien, die der Polizei, insbesondere den Staats- und Verfassungsschutzdienststellen zur Verfügung gestellt werden, einfließen.

Projektumriss LATERAN (pdf-Datei)

  

mobiLaS: Mobiles Laser-Schneidsystem zur Unterstützung der USBV-Entschärfung und Beweissicherung

Untersuchung eines verdächtigen Gegenstands durch Spezialkräfte der Polizei.

Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen

Förderkennzeichen 13N14489 bis 13N14491

Immer wieder stehen herrenlose Gepäckstücke an Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen oder Gebäuden. Bei Vorliegen konkreter Anhaltspunkte auf eine unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) stehen die Entschärfer vor der Herausforderung, das Objekt am Einsatzort eingehend zu untersuchen, um eine belastbare Aussage zum möglichen Gefährdungspotenzial treffen zu können. Ziel des Verbundprojekts mobiLaS ist die Entwicklung eines mobilen Laserschneidsystems, mit dem Entschärfer verdächtige Objekte sicher und beweisschonend öffnen können. Das System soll es ermöglichen, die Umhüllungen der vermeintlichen USBV kontrolliert zu zertrennen und anschließend zu entfernen, so dass die Spezialisten einen direkten Zugang zur Gefahrenquelle erhalten.

Projektumriss mobiLaS (pdf-Datei)

  

NE-Offensive: Erforschung eines antimikrobiell ausgerüsteten Notaufnahmeraums

Antimikrobiell ausgerüstete Notaufnahmeräume könnten die Ausbreitung von Krankenhausinfektionen verhindern

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Förderkennzeichen 13N14389 und 13N14390

Das Auftreten von Krankenhausinfektionen und die damit verbundene Entwicklung multiresistenter Erreger haben in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. Etwa 10.000 bis 15.000 Patienten sterben in Deutschland jährlich an diesen Infektionen. Das Verbundprojekt NE-Offensive strebt deshalb die Entwicklung dauerhaft antimikrobiell wirkender Beschichtungen für Oberflächen an. Diese sollen die umfangreichen und zeitintensiven durchzuführenden konventionellen Hygienemaßnahmen wirkungsvoll ergänzen, welche insbesondere in stark frequentierten Bereichen wie Notaufnahmeräume in Krankenhäusern angewandt werden müssen.  Ziel ist, die Ausbreitung von gefährlichen Krankheitserregern im Krankenhaus zu vermindern.

Projektumriss NE-Offensive (pdf-Datei)

     

RAUPE: Robustes Außen-Mikrofonarray für den polizeilichen Einsatz

Akustische Überwachung

iStock.com/selimaksan

Förderkennzeichen 13N14450 bis 13N14452

Für die Terrorismusabwehr und Strafverfolgung stehen den Polizeien des Bundes und der Länder auf Basis gesetzlicher Eingriffsbefugnisse verschiedene Werkzeuge und Methoden zur Verfügung. Für bestimmte Szenarien sind für die Strafverfolgungsbehörden technische Unterstützungssysteme, wie zum Beispiel in einem definierten räumlichen Abstand zueinander angeordnete Mikrofone, erforderlich. Im Verbundprojekt RAUPE wird ein robustes Aufnahmesystem erforscht, welches einerseits die Aufnahmequalität verbessert, andererseits die Aufnahme von Gesprächen Unbeteiligter deutlich reduziert. Damit soll die Polizei besser auf Bedrohungen des internationalen Terrorismus reagieren können und gleichzeitig Unbeteiligte schützen.

Projektumriss RAUPE (pdf-Datei)

   

RISKANT: Risikoanalyse bei islamistisch motivierten Tatgeneigten

RISKANT soll die Arbeit von Ermittlungsbehörden dabei unterstützen, das Risiko für die Begehung schwerer Gewalttaten besser zu beurteilen.

Photographee.eu/Fotolia.com

Förderkennzeichen 13N14460 bis 13N14462

In jüngster Vergangenheit wurden in Europa islamistisch motivierte Anschläge verübt, bei denen Menschen getötet wurden. Die Zahl gewaltbereiter Salafisten stellt die Polizei vor die Herausforderung, das von ihnen ausgehende Risiko sachgerecht zu beurteilen und zielgerichtete Maßnahmen einzuleiten, um die Gefahr schwerer Gewalttaten zu reduzieren. Ziel des Projektes RISKANT ist die Entwicklung eines Analyse-Systems, mit dem das Risiko für die Begehung einer schweren Gewalttat beurteilt werden kann. Es wird zwei Stufen beinhalten, wobei zunächst eine Risikobeurteilung auf Basis von standardisierten Fragen erfolgt. In der zweiten Stufe werden die im ersten Schritt als mit hohem Risiko beurteilten Personen einer einzelfallorientierten Betrachtung unterzogen.

Projektumriss RISKANT (pdf-Datei)

    

RITUN: Resiliente Straßentunnel

Die Sperrung eines Straßentunnels führt schnell zu einer Überlastung von Ausweichstrecken.

panthermedia.net/Carina Hansen

Förderkennzeichen 13N14864 bis 13N14865

Tunnelbauwerke sind wichtige Elemente des bundesdeutschen Fernstraßennetzes. Durch ihre Verbindungsfunktion schaffen sie die Voraussetzung für individuelle Mobilität, die Versorgung von Privathaushalten und der Wirtschaft. Die Sperrung eines Tunnels verursacht hohe volkswirtschaftliche Schäden und lange Staus. Nach einer Erfassung und Bewertung der verkehrlichen Auswirkungen wird im Projekt RITUN eine Methodik zur Beurteilung der verbleibenden Leistungsfähigkeit von Tunneln im Ereignisfall entwickelt. Parallel dazu erfolgt die Erarbeitung baulicher, betriebstechnischer und organisatorischer Maßnahmen, die zur Aufrechterhaltung eines definierten Verkehrsflusses nach einem Ereignis beitragen. Die entwickelten Methoden werden in einem Neubauprojekt getestet.

Projektumriss RITUN (pdf-Datei)

   

SiKoPeG: Sicherheitskontrolle von Personengruppen

Öffentliche Räume mit hohem Menschenaufkommen bedürfen eines besonderen Schutzes.

iStock.com/7000

Förderkennzeichen 13N14848 bis 13N14850

Bahnhöfe, Flughäfen, Veranstaltungsorte oder öffentliche Gebäude werden jeden Tag von Tausenden Menschen frequentiert. Durch ihre zentrale Lage und Funktion sehen sich diese Orte einer latenten Bedrohung, z. B. durch terroristische Anschläge, ausgesetzt. In SiKoPeG soll ein Scannersystem entwickelt werden, das an Bahnhöfen und anderen neuralgischen Punkten eine Kontrolle von Personengruppen auf Gefahrgegenstände erlaubt. Im Fokus steht zunächst die Erarbeitung der technischen und algorithmischen Grundlagen auf Basis von Radarverfahren und Methoden der künstlichen Intelligenz. Gleichzeitig wird evaluiert, an welchen Stellen ein derartiges System positioniert werden könnte, um gefährliche Gegenstände automatisch zu erkennen. Die Wahrung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutzaspekten wird im Rahmen des Projektes gewährleistet.

Projektumriss SiKoPeG (pdf-Datei)

   

SIRIUS: Simulationsbasierte Gefährdungsanalyse im urbanen Raum für Einsätze des Kampfmittelräumdienstes

Mögliche 3D Visualisierung des Fundortes eines Blindgängers.

CADFEM International GmbH

Förderkennzeichen 13N14640 bis 13N14642

In den Weltkriegen wurden rund 1,3 Millionen Tonnen Bomben über dem Bundesgebiet abgeworfen. Im Jahr 2016 wurden alleine in Nordrhein-Westfalen 238 Blindgänger gefunden. Da sie auch jetzt noch eine erhebliche Gefahr für die Bevölkerung darstellen, wird die Umgebung des Fundortes bei der Entschärfung weiträumig evakuiert. Im Verbundprojekt SIRIUS wird ein Software-Werkzeug zur fundortspezifischen Gefährdungsanalyse für die Entschärfung von Fliegerbomben erarbeitet. Als Grundlage dienen 3D-Stadtmodelle in Kombination mit physikalischen Simulationen für die Ausbreitung der Druckwelle und des Splitterfluges. Die Projektergebnisse werden die Kampfmittelbeseitigungsdienste in die Lage versetzen, in kurzer Zeit und vor Ort den Gefahrbereich um den Fundort eines Blindgängers genau zu bestimmen. Dies kann dazu führen, dass weniger Menschen evakuiert und wichtige Infrastrukturen nicht geschlossen werden müssen.           

Weitere Informationen

   

WuKAS: Wissens- und Kompetenzvermittlung im Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Spontanhelfern

Spontanhelfer im Einsatz während einer Flut.

THW

Förderkennzeichen 13N14836 und 13N14836

Neben geschulten ehrenamtlichen Helfern wirken zunehmend sogenannte Spontanhelfer mit Engagement und in größerem Umfang bei der Bewältigung außergewöhnlicher Gefahr- bzw. Schadenslagen mit. Jedoch besteht unter dem Aspekt des Arbeits- und Gesundheitsschutzes ein organisatorisches und rechtliches Defizit, da Spontanhelfer im Gegensatz zu ehrenamtlich Tätigen weder über eine fachlich fundierte Ausbildung verfügen noch eine rechtskonforme Anleitung im Sinne des Arbeits- und Gesundheitsschutzes existiert. Die Unversehrtheit der Spontanhelfer während ihres Einsatzes besitzt höchste Priorität. Damit Rettungsorganisationen Spontanhelfer sicher anleiten können, werden im Projekt WuKAS praxisgerechte Handlungsempfehlungen erarbeitet, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz von Spontanhelfern im Einsatz zu gewährleisten.

Projektumriss WuKAS (pdf-Datei)