Agendaprozess zur Fortschreibung des Rahmenprogramms „Forschung für die zivile Sicherheit“

Der globale Wandel, der technologische Fortschritt und tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen stellen die zivile Sicherheitsforschung in den kommenden Jahren vor neue und anspruchsvolle Herausforderungen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung führt einen Agendaprozess durch, um das Rahmenprogramm „Forschung für die zivile Sicherheit“ über das Jahr 2017 hinaus fortzuschreiben. Fachleute aus Forschung, Wirtschaft und Anwenderkreisen sowie alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können dabei ihre Ideen und Themen aktiv einbringen.

Der Agendaprozess zur Fortschreibung des Rahmenprogramms „Forschung für die zivile Sicherheit“ orientiert sich an den zu erwartenden globalen, technologischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozessen, die die zivile Sicherheit in Zukunft prägen werden.

Das betrifft die Auswirkungen globaler Veränderungen, wie beispielweise das Zusammenwachsen ökonomischer Prozesse und Infrastrukturen. Dieser Wandel führt zu immer komplexeren nationalen und internationalen Verflechtungen, aber auch zu erhöhten Verwundbarkeiten globaler Liefer- und Produktionsketten.

Agendaprozess zur Programmfortschreibung

BMBF/VDI Technologiezentrum GmbH - Jörg Carstensen

Auch mit dem technologischen Fortschritt hängen zahlreiche Chancen und Risiken für die zivile Sicherheit zusammen. Hier stellt sich unter anderem die Frage, wie die Potenziale digitaler Technologien unter Einhaltung grundrechtlicher Normen und Werte genutzt werden können – beispielweise bei der Kriminalitätsbekämpfung oder für einen besseren Schutz kritischer Infrastrukturen.

Näher zu betrachten sind auch grundlegende soziale und kulturelle Wandlungsprozesse, die sich auf das gesellschaftliche Zusammenleben und damit auf die zivile Sicherheit auswirken. Dazu zählen beispielweise demografische Veränderungen ebenso wie die wachsende Alterung der Bevölkerung oder die Folgen der Zuwanderung.

Die zivile Sicherheitsforschung hat die Aufgabe, sich den zukünftigen Herausforderungen solcher globalen, technologischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse zu stellen. Deshalb führt das Bundesforschungsministerium im Rahmen des Agendaprozesses einen breit angelegten und transparenten Dialog durch. Expertinnen und Experten aus Forschung, Wirtschaft und Anwenderkreisen, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich dabei aktiv mit ihren Ideen und Themen einbringen.

Der Agendaprozess für die Fortschreibung des Sicherheitsforschungsprogramms baut dabei auf zwei Elementen auf:

Zum Einen wurden zwischen Oktober 2016 und Januar 2017 drei Agenda-Workshops durchgeführt:

Zu den Workshops hat das Bundesforschungsministerium gezielt Expertinnen und Experten aus Behörden, Rettungs- und Hilfsorganisationen, Unternehmen und Nicht-Regierungsorganisationen ebenso wie Forschende aller Fachdisziplinen eingeladen. Ziel war es, die zukünftigen Herausforderungen und Forschungsthemen der zivilen Sicherheit in einem Zeithorizont bis 2030 zu identifizieren.

Zum Anderen hatten während des Agendaprozesses die Fachszene und alle interessierten Kreise (zum Beispiel Verbände, Forschungsorganisationen und Behörden) die Gelegenheit, eigene Themenpapiere zu künftigen Themen und Bedarfslagen der zivilen Sicherheitsforschung einzureichen.

Darüber hinaus erfolgt die Fortschreibung des Rahmenprogramms in enger Abstimmung mit allen für die zivile Sicherheit zuständigen Ressorts.

Fachlich begleitet wurde der gesamte Agendaprozess vom Wissenschaftlichen Programmausschuss, der als unabhängiges Gremium das Bundesforschungsministerium bei der strategischen und inhaltlichen Ausrichtung der zivilen Sicherheitsforschung berät.