3D Neue Technologien zur Terrorismusbekämpfung

Dienstag, 19. Juni 2018, 17:30 - 19:00 Uhr

Raum: Moskau B

   

Zusammenfassung

Bei der Prävention von Straftaten und in der Strafverfolgung können Sicherheitsbehörden zukünftig auch auf neue Technologien zurückgreifen. So eröffnen beispielsweise neue Sensorsysteme oder die fortschreitende Digitalisierung neue Wege der Datenerfassung, -verarbeitung und -auswertung. Auf diese Weise sind Sicherheitsbehörden in der Lage, terroristischen Bedrohungen noch gezielter und effektiver entgegentreten zu können.

Zu Beginn der Session berichtete Herr Jürgen Künstner in seinem Impulsvortrag, welche Technologien und Verfahren die Polizei zurzeit einsetzt, um den neuen Bedrohungslagen zu begegnen und vor welchen Herausforderungen Polizeibehörden in der Praxis stehen.

Werden beispielsweise Drohnen absichtlich zu einem falschen oder schädigenden Zweck eingesetzt – sei es um Liegenschaften auszukundschaften, den Flugbetrieb eines Flughafens zu stören oder gar um gezielt Anschläge zu verüben – müssen sich die Sicherheitsbehörden auf diese neue Bedrohungslage einstellen. Herr Hans Peter Stuch und Herr Christoph Sulzbachner stellten hierzu ein System vor, das im Projekt „Abwehr von unbemannten Flugobjekten für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (AMBOS)“ entwickelt wird. Das System soll in den Bereichen der Detektion und Intervention potenzieller Drohnenangriffe eine größtmögliche Performanz im rechtlichen, gesellschaftlichen und ethischen Kontext garantieren.

Dank neuer Sensorverfahren können am Körper getragene Sprengstoffe künftig schneller detektiert werden. So können beispielsweise Menschen auf Veranstaltungen besser gegen Selbstmordanschläge geschützt werden. Dr.-Ing. Andreas Walte berichtete über ein entsprechendes System, das im Projekt „Entwicklung eines Portals zum berührungslosen Nachweis am Körper getragener Explosivstoffe (POLINEX)“ entwickelt wird. Ziel des Projektes ist es, ein möglichst schnelles und genaues Detektionsverfahren zu entwickeln, das zugleich kosteneffizient ist.

Sollte trotz aller Vorkehrungen dennoch ein Anschlag geschehen, können Sicherheitskräfte im Nachgang häufig auf große Mengen an Bild- und Videomaterial aus unterschiedlichsten Quellen wie Smartphones oder Überwachungskameras zurückgreifen. Das stellt Strafverfolger jedoch vor die Herausforderung, aus der Fülle an Daten schnell und gezielt die relevanten Informationen zu finden und auszuwerten. Zur Unterstützung der Datenauswertung stellte Dr. Michael Dose ein flexibles, teilautomatisiertes System vor das im Projekt „Flexibles, teilautomatisiertes Analysesystem zur Auswertung von Videomassendaten (FLORIDA)“ entwickelt wird.

In der abschließenden Diskussion wurde festgehalten, dass die Aufgabe der Forschung nicht nur darin besteht, aktuelle Lücken zu schließen, sondern auch darin, proaktiv Lösungen für kommende Probleme und Bedrohungslagen zu finden. So sollen BOS in die Lage versetzt werden, auch technologisch vor die Lage zu kommen. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn Forschung und BOS hier Hand in Hand arbeiten und sich austauschen. Dabei darf jedoch nicht aus den Augen verloren werden, dass kommende Praxislösungen rechtlich einwandfrei, gesellschaftlich akzeptiert und letztendlich durch die BOS auch bezahl- und beschaffbar sein müssen.

  

Vorträge

Bitte beachten Sie:

Alle hier zum Download zu Verfügung gestellten Vorträge sind nicht barrierefrei.

  

Impuls & Moderation:

Jürgen Künstner (Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD)) – Neue Technologien zur Terrorismusbekämpfung (pdf-Datei)

Vortragende:

Hans Peter Stuch (Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsver­arbeitung und Ergonomie (FKIE)) und Christoph Sulzbachner (AIT Austrian Institute of Technology GmbH) – Abwehr von unbemannten Flugobjekten für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (AMBOS) (pdf-Datei)

Dr.-Ing. Andreas Walte (AIRSENSE ANALYTICS GmbH) – Entwicklung eines Portals zum berührungslosen Nachweis am Körper getragener Explosivstoffe (POLINEX) (pdf-Datei)

Dr. Michael Dose (IDEMIA Identity & Security Germany AG) und Ross King (Austrian Institute of Technology GmbH) – Analyse von Videomassendaten (FLORIDA) (pdf-Datei)

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