3C Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen – erkennen, aufklären, entschärfen

Dienstag, 19. Juni 2018, 17:30 - 19:00 Uhr

Immer wieder stehen herrenlose Gepäckstücke oder andere Behältnisse an Bahnhöfen, auf öffentlichen Plätzen oder in Gebäuden. Bei Verdacht auf eine unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung (USBV) muss das Objekt am Einsatzort eingehend durch die Entschärfer untersucht werden, um eine belastbare Aussage zum möglichen Gefährdungspotenzial treffen zu können.

Ziel des Projekts DURCHBLICK ist es, ein robotergestütztes, leistungsstarkes Sensoriksystem verfügbar zu machen, das insbesondere Objekte, die nicht von allen Seiten zugänglich sind, untersuchen kann. Im Rahmen des Vorhabens soll dazu der Einsatz von neuen Methoden wie der Röntgen-Rückstreu-Technologie oder mobilen Gamma-Kameras untersucht werden, ebenso wie innovative Ansätze zur interaktiven Darstellung der gewonnenen Informationen für die Entschärfer.

Erhärtet sich der Verdacht auf das Vorliegen einer USBV, kann mit den derzeit verfügbaren Detektionstechnologien keine schnelle und eindeutige Ermittlung des Inhaltes und der damit verbundenen Gefährdung vorgenommen werden. Die Kenntnis des tatsächlichen Inhalts ist aber für eine Entschärfung wichtig, da z. B. bei Vorliegen einer „schmutzigen Bombe“, also einer Sprengladung mit weiteren toxischen oder radioaktiven Zusätzen, besondere Vorsicht geboten ist. Um diesem Problem zu begegnen, wurde im Rahmen des Verbundvorhabens LAGEF ein neuartiges Laser-Bohr-Detektionssystem realisiert. Damit wird es möglich, die Inhaltsstoffe aus dem verdächtigen Objekt zu entnehmen, in einem Probenahmesystem zu sammeln, und mit unterschiedlichen Detektionstechnologien zu untersuchen.

Improvisierte Sprengsätze, die ferngesteuert über Funk gezündet werden können, erschweren die Arbeit der Entschärfer zusätzlich in erheblichem Maße. Ziel des Vorhabens DEFUSE ist die Entwicklung einfach zu handhabender Werkzeuge, mit denen die Einsatzkräfte gezielt die Kontrolle über die Funkschnittstelle der USBV übernehmen können, so dass eine Zündung verhindert werden kann. Insbesondere Bedrohungen, bei denen sich Personen im Wirkungsbereich der USBV befinden, können so zukünftig mit deutlich geringeren Risiken gelöst werden.

  

Impuls & Moderation:

Dr. Axel Knödler (Landeskriminalamt Baden-Württemberg) – Gefahren durch USBV: Aufgaben, Tätigkeiten und Herausforderungen der Entschärfer

Vortragende:

Dr. Stefan Moser (Fraunhofer Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut (EMI)) – Besseres Erkennen von USBVs durch erweiterte robotergestützte Sensorik (DURCHBLICK)

Prof. Dr. Gerhard Holl (Institut für Detektionstechnologien (IDT) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) – Detektion von Explosivstoffen – unsichtbare Gefahren sichtbar machen (LAGEF)

Dr.-Ing. Timo Kasper (Kasper & Oswald GmbH) – Funktion und Sicherheit von Funksystemen in Theorie und Praxis: Untersuchung neuer Ansätze zur drahtlosen Entschärfung unkonventioneller Spreng- und Brandvorrichtungen (DEFUSE)

Anschließend Diskussion

    

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