3A Lageinformationen aus den sozialen Medien

Dienstag, 19. Juni 2018, 17:30 - 19:00 Uhr

Raum: Moskau A

   

Zusammenfassung

Die Erstellung von Lagebildern ist eine zentrale Aufgabe in der Einsatzbewältigung, um im Ereignisfall eine möglichst effektive Schadensbekämpfung zu ermöglichen. Großschadensereignisse können im zeitlichen Verlauf eine erhebliche Dynamik entwickeln, sodass komplexe Informationslagen entstehen. Bevor Einsatzkräfte überhaupt vor Ort sind, stehen in den sozialen Medien häufig schon Informationen bzw. Bild- und Videomaterial von der Bevölkerung zur Verfügung, die für die Bewältigung der Lage relevant sein können. Erreichen Informationen aus den sozialen Medien das Lagezentrum, müssen dort Entscheidungen getroffen werden, die gegebenenfalls a) auf unvollständigen Informationen beruhen und b) deren Richtigkeit möglicherweise nur bedingt überprüft werden kann.

In dieser Session wurden folgende Fragen in Kleingruppen diskutiert:

  1. Wie lassen sich Lageinformationen aus sozialen Medien in die Einsatzbewältigung integrieren?
  2. Welche Lageinformationen aus den sozialen Medien können die Lagedarstellung verbessern?
  3. Wie lassen sich Lageinformationen aus sozialen Medien überprüfen?
  4. Welche Unterstützung zur Nutzung von digitalen Lageinformationen wird benötigt?

Die Diskussion wurde mit einem kurzen Impulsvortrag von Stefan Martini eingeleitet. Er stellte die Arbeit des in Deutschland neuartigen „Virtuals Operation Support Teams“ (VOST) bei der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk vor und erklärte, wie Social Media in den Bevölkerungsschutz einbezogen werden kann. Das VOST will Vertrauen in Meldungen aus sozialen Medien schaffen und die Einsatzkräfte am Einsatzort mit digitalen Informationen unterstützen. Durch die Auswertung von sozialen Medien können beispielsweise Aussagen über Personendichte am Einsatzort getroffen oder Hilfe zur Lageerkundung geleistet werden. Der große Vorteil von VOST: Es handelt sich um eine neue Form des kooperativen Handelns, da das Team nicht vor Ort sein muss, um die Einsatzkräfte zu unterstützen.

Hinsichtlich der Leitfragen kamen die Expertinnen und Experten in den Kleingruppen zu folgenden Ergebnissen: Zur besseren Verwendung der Lageinformationen aus sozialen Medien sollten beispielsweise die Geodaten von Bildern verfügbar sein, um deren Glaubwürdigkeit überprüfen zu können. Die digitalen Lageinformationen können z.B. durch Rückfragen an den Absender / die Absenderin und den Abgleich mit unterschiedlichen Quellen (wie intern vorliegende Informationen, Informationen anderer Behördern und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben etc.) auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden. Es sollten zudem Übungen zum Umgang mit Lageinformationen aus sozialen Medien angeboten sowie die technischen Voraussetzungen für die Auswertung von sozialen Medien in BOS verbessert werden.

   

Vortrag

Moderation:

Helga Jäckel (Forschungsforum Öffentliche Sicherheit, Freie Universität Berlin)

Impuls:

Stefan Martini (Universität Wuppertal) – VOST und weitere Brücken in die Zukunft der Lageerkundung

Anschließend Diskussion

   

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