Session "Zukunft von Sicherheitslösungen: Technik als Garant der Sicherheit?"

Dienstag, 12.04.2016; 13:00 - 14:30 Uhr

Raum: Asgabat

Referenten der Session 1A beim BMBF-Innovationsforum 2016

Redner der Session "Zukunft von Sicherheitslösungen: Technik als Garant der Sicherheit?"

BMBF/VDI Technologienzentrum GmbH - Jörg Carstensen

Render der Session 1A beim BMBF-Innovationsforum 2016

Prof. Dr. Rita Haverkamp (Universität Tübingen)

BMBF/VDI Technologienzentrum GmbH - Jörg Carstensen

Redner der Session 1A beim BMBF-Innovationsforum 2016

Prof. Dr. Werner Rammert (Technische Universität Berlin)

BMBF/VDI Technologienzentrum GmbH - Jörg Carstensen

Zusammenfassung:

Prof. Dr. Armin Grunwald, Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag in Berlin, eröffnete die Session mit einem Vortrag zum Thema "Zukunft von Sicherheitslösungen". Technik als Sicherung des Lebens und Befreiung von Zwängen führt gegenwärtig zu neuen Abhängigkeiten von Technik. Dabei wurden die Aspekte Konvergenz von Infrastrukturen, Komplexitätssteigerung, Globalisierung und die Kontrolle von Infrastrukturen erörtert. Er betonte hier besonders, die Herausforderungen der Zukunft weniger als Bedrohung und mehr als Chance zur Gestaltung aufzufassen.

Wegen massiver Abhängigkeiten von Technik und deren Vernetzung ist, so Grunwald, ein Zusammenbruch wesentlicher Infrastrukturen denkbar. Das Zusammenwachsen von Strom, Treibstoff und Internet kann exemplarisch für die Konvergenz von Infrastrukturen gelten. Dafür werden neue intelligente Steuerungsmechanismen, sog. „smart grids“, benötigt. Komplexitätssteigerung, im Kontext der Stromversorgung, führt zu neuen Herausforderungen der Governance hinsichtlich der Vielzahl an Akteuren, die es zu koordinieren gilt. Die Globalisierung wiederum führt zu einer massiven Verschränkung der Systeme. Diese sog. Megainfrastruktur führt zu neuen internen und externen Risiken. Die Frage der Kontrolle stellt sich besonders im Wechselverhältnis globaler Infrastrukturen und demokratischer Entscheidungsprozesse. Der selbsterzeugte Determinismus einer Mega-Infrastruktur muss zukünftig durch Implementierung neuer Sicherheitsarchitekturen ergänzt werden, so dass in Teilsystemen ein relativ autonomes Funktionieren gewährleistet werden kann.

Bei der Diskussion wurde betont, dass technische Systeme prinzipiell kontrollierbar seien. Die Informatik probiere hierbei verschiedene Ansätze zwischen Hardware, Software und Mensch aus. Sicherheit bestünde in einem spielerischen Wechselspiel des Schaffens und Brechens von Sicherheit. Zentral bliebe die Herausforderung, wie technische Komplexität verständlich und transparent gehalten werden könne. Es sei oft unklar, was unterhalb der Oberfläche technischer Infrastrukturen geschehe. In der inneren Sicherheit sind nicht alle Sicherheitsmaßnahmen gleich effektiv. Die Privatsphäre oder Überwachung Einzelner bzw. Aller müsse daher abgewägt werden. Für die Öffentlichkeit sei vor allem wichtig, was mit der Technik gemacht werde und nicht wie sie funktioniere. Die Vermittlung von Risiken und Möglichkeiten der Technik sollte dabei im Fokus stehen. Gesellschaftliche Gesichtspunkte sind notwendig, um sowohl kritische als auch konstruktive Ansätze im Umgang mit Technik zu entwickeln. Politik müsse hier globale Kontexte und die Risikoaffinität verschiedener Gruppen mitbedenken.

    

Moderation

Roman Peperhove (Forschungsforum Öffentliche Sicherheit)

Impuls

Zukunft von Sicherheitslösungen: Technik als Garant der Sicherheit? - Prof. Dr. Armin Grunwald (Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag)

Statements & Diskussion

Prof. Dr. Rita Haverkamp (Universität Tübingen)

Dr. Tobias Leismann (Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut)

Prof. Dr. Werner Rammert (Technische Universität Berlin)

   

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