Session "Zukünftige Herausforderungen für den Personentransport"

Mittwoch, 18.04.2012; 16:15 - 17:45 Uhr

Wie kann der Personentransport in einer Welt, die auf Mobilität setzt, zukünftig organisiert und optimiert werden?

In seinem Impulsvortrag berichtete Dr. Roland Leucker von der Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen, dass die Europäische Kommission im „Weißbuch zum Verkehr“ die Verlagerung von 50 Prozent der Personenbeförderung über mittlere Entfernungen von der Straße auf andere Verkehrsträger anstrebe. Da öffentliche Verkehrsmittel und auch die meisten Verkehrswege sehr stark ausgelastet sind, können Unfälle und andere Ereignisse beträchtliche Auswirkungen auf die Mobilität der Bürger haben. Die Minimierung dieser Risiken stellt eine der Grundherausforderungen für ein funktionierendes Verkehrssystem dar.

Auch bei der Bahn spiele angesichts der erhöhten Zahl an Reisenden die präventive Stärkung der Sicherheit eine herausragende Rolle, wie Jörg Rhode von der Deutschen Bahn betonte. Dafür gebe die Bahn jährlich 160 Mio. Euro aus. Rhode stellte hierzu die Ergebnisse des Projektes „Sicherheit in offenen Verkehrssystemen Eisenbahn (SinoVE)“ vor. Ziel des Projektes war es, ein Szenario gestütztes Videomanagementsystem zu entwickeln, mit dem Bundespolizei und Bahn bei der Gewährleistung der Sicherheit unterstützt werden können.

Dr. Norbert Reinkober vom Nahverkehr Rheinland berichtete, wie Sicherheit bei Großveranstaltungen durch den Einsatz technischer Systeme und organisatorischer Maßnahmen erhöht werden kann. Dazu stellte er das Projekts VeRSiert vor. Im Rahmen von VeRSiert wurde am Beispiel der Stadt Köln die Sicherheit im ÖPNV bei Großveranstaltungen untersucht. Als zentrales Ergebnis des Projektes ist ein Informationsund Kooperationsportal entstanden, das nun auch in den Städten Bonn und Leverkusen eingesetzt wird.

Dr. Jürgen Krieger von der Bundesanstalt für Straßenwesen stellte das Positionspapier der Innovationsplattform „Schutz von Verkehrsinfrastrukturen“ vor. Es enthält, neben einer Darstellung zukünftig relevanter Forschungsschwerpunkte, eine Analyse zu den Chancen und Hemmnissen des Innovationstransfers in diesem Themenbereich.

Als wichtige Herausforderungen werden dabei eine erhöhte Verwertungsquote, eine stärkere Vermarktung sowie eine möglichst zeitnahe Praxisumsetzung von Forschungsergebnissen, z. B. durch den Ausbau von Demonstratorphasen oder die frühzeitige Implementierung entwicklungsbegleitender Normungs- und Standardisierungsprozesse, gesehen.

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Impulsbeitrag:

Mobilität – ein unkalkulierbares Risiko? - Dr. Roland Leucker (Studiengesellschaft für unterirdische Verkehrsanlagen)

Vorträge:

Ergebnisse des Projektes „Sicherheit in offenen Verkehrssystemen Eisenbahn“ - Jörg Rhode (DB AG)

Ergebnisse des Projektes „Sicherheit im ÖPNV bei Großveranstaltungen“ - Dr. Norbert Reinkober (Nahverkehr Rheinland) 

Vorstellung des Positionspapiers der Innovationsplattform „Schutz von Verkehrsinfrastrukturen“ - Dr. Jürgen Krieger (Bundsanstalt für Straßenwesen)

Anschließend Diskussion

Moderation: Dr. Jürgen Krieger (Bundsanstalt für Straßenwesen)