Session "Urbane Sicherheit"

Donnerstag, 19.04.2012; 9:00 - 10:30 Uhr

Urbane Sicherheit ist eine komplexe Gemeinschaftsaufgabe. Die Vielfalt der Aufgaben reicht von der Bewältigung der Folgen von Naturkatastrophen und technischen Gefahren über den Schutz kritischer Infrastrukturen bis hin zum Umgang mit Bedrohungen durch Terrorismus und Kriminalität. Urbane Sicherheit wird durch unterschiedliche Faktoren geprägt. Dazu zählen sowohl die tatsächliche Sicherheitslage als auch die subjektive Sicherheitswahrnehmung von Bürgern und Sicherheitsakteuren sowie nicht zuletzt die Darstellung von ziviler Sicherheit in den Medien.

Das Spannungsfeld von Sicherheit und Freiheit war Thema der Einführung von Moderator Dr. Holger Floeting vom Deutschen Institut für Urbanistik.

Erich Marks vom Deutschen Präventionstag berichtete von den Beiträgen der Kriminalprävention zur urbanen Sicherheit und machte dabei auf die Vielzahl und Heterogenität der beteiligten Akteure in diesem Bereich aufmerksam. Er hob besonders hervor, dass das Gebiet der Kriminalprävention nicht trennscharf definiert sei und daher schwer von anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Polizeiarbeit, abgegrenzt werden könne.

Der Fokus des Beitrags von Prof. Dr. Dietrich Henckel von der TU Berlin lag auf den räumlichen Aspekten der urbanen Sicherheit. Prof. Dr. Henckel stellte dar, dass die Sicherheit und das Sicherheitsempfinden in Städten nicht nur durch Kriminalität und kleinere Verstöße gegen das soziale Miteinander („Incivilities“), sondern vor allem auch durch Nutzungsprobleme, räumliche Nähe und den sozialen Wandel beeinflusst werde.

Dazu stellte Dr. Tobias Leismann vom Fraunhofer EMI Technologien vor, die in Zukunft Städte widerstandsfähiger machen sollen. Gerade durch Globalisierung und Urbanisierung seien mehr Menschen potenziell von Naturkatastrophen oder Terrorismus bedroht. Neue Technologien könnten dazu beitragen, Risiken richtig einzuschätzen, Verwundbarkeiten zu minimieren, Betroffene und Einsatzkräfte bei der Bewältigung akuter Krisen zu unterstützen sowie Kaskadeneffekte zu verhindern.

Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion standen Fragen nach einer weiterführenden Kooperation der Akteure und der zum Teil vorhandenen Zersplitterung von Zuständigkeiten für Ordnung und Sicherheit in den Städten. Diskutiert wurde zudem über die notwendige Einbindung der Anwender beim Einsatz neuer Technologien und die Bedeutung integrierter Ansätze für ein Mehr an urbaner Sicherheit.

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Begrüßung:

Reinhold Friedrich (BMBF)

Impulsbeitrag:

Urbane Sicherheit: Eine komplexe Gemeinschaftsaufgabe vieler Akteure - Dr. Holger Floeting (Deutsches Institut für Urbanistik)

Vortrag:

Beiträge der Kriminalprävention zur urbanen Sicherheit - Erich Marks (Deutscher Präventionstag)

Sicherheit städtischer Räume - Prof. Dr. Dietrich Henckel (TU Berlin)

Technologien für die resiliente Stadt - Dr. Tobias Leismann (Fraunhofer EMI)

Anschließend Diskussion

Moderation: Dr. Holger Floeting (Deutsches Institut für Urbanistik)