Session "Sicherheit durch Kooperation mit der Bevölkerung"

Dienstag, 12.04.2016; 15:15 - 16:45 Uhr

Raum: Moskau B

Reddner der Session 2C beim BMBF-Innovationsforum 2016

Redner der Session "Sicherheit durch Kooperation mit der Bevölkerung"

BMBF/VDI Technologiezentrum GmbH - Jörg Carstensen

Redner der Session 2C beim BMBF-Innovationsforum 2016

Prof. Dr. Birgitta Sticher (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin)

BMBF/VDI Technologiezentrum GmbH - Jörg Carstensen

Redner der Session 2C beim BMBF-Innovationsforum 2016

Thomas Kubera (Deutsche Hochschule der Polizei)

BMBF/VDI Technologiezentrum GmbH - Jörg Carstensen

Redner der Session 2C beim BMBF-Innovationsforum 2016

Dr. Jutta Helmerichs (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe)

BMBF/VDI Technologiezentrum GmbH - Jörg Carstensen

Redner der Session 2C beim BMBF-Innovationsforum 2016

Dr. Ulrich Meissen (Fraunhofer FOKUS)

BMBF/VDI Technologiezentrum GmbH - Jörg Carstensen

Zusammenfassung

Durch das Internet, soziale Medien und die allgegenwärtigen mobilen Endgeräte, wie Smartphones oder Tablets, war es noch nie so einfach, zu kommunizieren und schnell Informationen auszutauschen. Besonders während Großveranstaltungen, Fußballspielen, Volksfesten oder bei großen Schadenslagen, ergeben sich hier neue Mittel und Wege, um die betroffenen Bürgerinnen und Bürger mit Informationen zu versorgen und direkt mit ihnen in Kontakt zu treten.

Prof. Dr. Birgitta Sticher von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin erläuterte in Ihrem Impulsvortrag den Paradigmenwechsel im Katastrophenschutz und im Katastrophenmanagement. Ziel dieses Wechsels ist es, die alten hierarchischen Strukturen, mit ihrem top-down-Ansatz, gewinnbringend mit den lokalen Netzwerken und deren bottom-up-Denken zu verbinden und so eine bessere Einbindung der Bevölkerung in die Bewältigung von Schadensereignissen und Krisensituationen zu erreichen. Dieser Ansatz ist nicht nur gewinnbringend, weil bereits vorhandenes Know-How und Sozialkapital optimal genutzt werden kann, er ist auch notwendig um einer zukünftigen Überlastung der professionellen Helfer vorzubeugen. Schlussendlich ist er durch die neuen technischen Möglichkeiten auch erstmals realistisch umsetzbar.

Thomas Kubera von der Polizei, referierte über die Forschung in dem Verbundprojekt „Mehr Sicherheit im Fußball – Verbessern der Kommunikationsstrukturen und Optimierung des Fandialogs“ (SiKomFan) und den dort erarbeiteten technischen und organisatorischen Lösungen für einen verbesserten Fandialog und Krisenkommunikation im Rahmen von Fußballspielen. Dabei hob er besonders hervor, dass ein solches System bereits im Vorfeld einer Krisensituation etabliert und von allen Akteuren im Regelfall akzeptiert und genutzt werden muss. Hier sind besonders die Aspekte der Transparenz und des Datenschutzes zu beachten, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken.

Dr. Jutta Helmerichs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und Prof. Dr. Matthias Hollick von der TU Darmstadt präsentierten gemeinsam die Arbeiten des Verbundprojekts „Notfall-Kommunikationsnetze auf Basis von Mobiltelefonen“ (SMARTER). Hier liegt der besondere Fokus auf dem Aufbau von Ad-Hoc-Netzwerken zwischen Endgeräten (bspw. Smartphones) im Fall eines großflächigen Ausfalls der Kommunikationsinfrastruktur. Ziel ist es die lagebezogene Interaktion zwischen BOS und Bevölkerung, aber auch die Kommunikation innerhalb der Bevölkerung ausfallsicher zu gestalten. Dabei sollen auch hilfreiche Dienste wie die Suche nach Angehörigen, das Absetzen von Hilferufen oder das Abrufen von Verhaltenshinweisen angeboten werden.

Prof. Dr. Ulrich Meissen vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme stellte den Forschungsansatz des Verbundprojekts „Verbesserte Krisenbewältigung im urbanen Raum durch situationsbezogene Helferkonzepte und Warnsysteme“ (ENSURE) vor. Das Projekt beschäftigt sich mit der besseren Koordination und bidirektionalen Kommunikation von und mit ungebundenen Helfern im direkten Umfeld eines Schadensereignisses. Besonders die gezielte Ansprache potenzieller Helfer in einem bestimmten Radius, sowie die Wirtschaftlichkeit des zu entwickelnden Systems stehen im Fokus des Vorhabens.

Die anschließende Diskussion drehte sich primär um die Frage, wie entsprechende Apps in die breite Masse der Bevölkerung getragen werden können, oder ob es nicht sinnvoller ist, auf bereits bestehenden Plattformen aufzubauen, um nachhaltige Konzepte zu entwickeln. Es bestand Konsens in der Auffassung, dass sich die Systeme an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientieren müssen. Zudem sollten sie einen gewissen Alltagsnutzen entfalten, um von der Bevölkerung akzeptiert und genutzt zu werden.
    

Vorträge

Bitte beachten Sie:

Alle hier zum Download zu Verfügung gestellten pdf-Dokumente sind nicht barrierefrei.


    

Impuls und Moderation

„Beyond Command and Control“ – Warum die Einbindung „der Bevölkerung“ zur Bewältigung von Krisen und Katastrophen so wichtig ist - Prof. Dr. Birgitta Sticher (Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin) (pdf-Datei)

Vortrag

Mehr Sicherheit im Fußball - Verbessern der Kommunikationsstrukturen und Optimierung des Fandialogs (SiKomFan) - Thomas Kubera (Deutsche Hochschule der Polizei) (pdf-Datei)

Notfall-Kommunikationsnetze auf Basis von Mobiltelefonen (SMARTER) - Dr. Jutta Helmerichs (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) und Prof. Dr. Matthias Hollick (TU Darmstadt) (pdf-Datei)

Verbesserte Krisenbewältigung im urbanen Raum durch situationsbezogene Helferkonzepte und Warnsysteme (ENSURE) - Dr. Ulrich Meissen (Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme) (pdf-Datei)

Diskussion

    

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