Session "Beispiele institutioneller Forschung zum Katastrophen- und Krisenmanagement"

Mittwoch, 18.04.2012; 16:15 - 17:45 Uhr

Die Forschung an umfassenden Lösungen zum Schutz vor Terrorismus, organisierter Kriminalität einerseits und Naturkatastrophen und Großunfällen andererseits, sind zu einem Hauptaugenmerk zahlreicher außeruniversitärer Forschungsinstitutionen geworden. Dabei ist es Ziel, die erforschten Lösungen den Endnutzern, wie Polizei, Feuerwehr oder THW, in kurzer Zeit zur Verfügung zu stellen. In dieser Session wurden erfolgreiche Beispiele aufgezeigt und diskutiert. Moderiert wurde die Session von Dr. Tobias Leismann vom Fraunhofer EMI.

Dr. Frank Schäfer, Fraunhofer EMI, erläuterte in seinem Beitrag „Energieautarkes Funksensornetzwerk zur Erhöhung der Sicherheit in Bahntunneln im Katastrophenfall“ wie die Widerstandsfähigkeit moderner Tunnelstrukturen erhöht und mithilfe eines energieautarken Sensorsystems die Schädigung des Tunnels, zum Beispiel im Falle einer Explosion, ermittelt werden kann. Zusammen mit Informationen, etwa zur Begehbarkeit des Tunnels, können so Rettungs- und Evakuierungsmaßnahmen schneller und sicherer durchgeführt werden.

Zum Thema „Sensornetzwerk mit mobilen Robotern für das Katastrophenmanagement“ referierte Dr.- Ing. Helge-Björn Kuntze vom Fraunhofer IOSB. Dabei wurden sensorbasierte Robotersysteme dargestellt, die vernetzt interagieren können und dabei alle wichtigen Einsatzkräfte vor Ort einbeziehen. Die Systeme bieten auf diese Weise, so Dr.-Ing. Kuntze, großes Potenzial für die Detektion und Rettung von Menschen im Falle eines Schadensereignisses.

Im dritten Beitrag gab Dr. Martin Hellmann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Überblick über die Sicherheitsforschung zum Katastrophenschutz des DLR. So ermöglichen zum Beispiel unter Beteiligung von DLR-Instituten entwickelte satelliten- oder luftgestützte Lagebewertungs- und Überwachungssysteme, frühzeitige Risiko- und Vulnerabilitätsanalysen und Schadensabschätzungen im Katastrophenfall durchzuführen oder auch Informationen und Daten für die Absicherung von Großveranstaltungen bereitzustellen.

Mit den Möglichkeiten der „Multirisikoanalyse und der Kartierung für die Vorbereitung auf den Katastrophenfall“ beschäftigte sich Dr. Heidi Kreibich vom Helmholtz-Zentrum Potsdam in ihrem Vortrag. Am Beispiel Sachsen erläuterte sie, wie mit Hilfe einer umfassenden Kartierung bereits im Vorfeld von Naturkatastrophen Risikovergleiche gezogen und Abschätzungen darüber getroffen werden können, wo und in welcher Intensität durch Naturgefahren Schäden verursacht werden.

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Vorträge:

Energieautarkes Funksensornetzwerk zur Erhöhung der Sicherheit in Bahntunnels im Katastrophenfall - Dr. Frank Schäfer (Fraunhofer-EMI)

Sensornetzwerk mit mobilen Robotern für das Katastrophenmanagement (SENEKA) - Dr.-Ing. Helge-Björn Kuntze (Fraunhofer-IOSB)

Beiträge der DLR-Sicherheitsforschung zum Katastrophenschutz - Dr. Martin Hellmann (Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt, DLR)

Multirisikoanalyse und Kartierung für die Vorbereitung auf den Katastrophenfall - Dr. Heidi Kreibich (Helmholtz-Zentrum Potsdam)

Anschließend Diskussion

Moderation: Dr. Tobias Leismann (Fraunhofer-EMI)