Kooperation in der zivilen Sicherheitsforschung zwischen deutschen und israelischen Projektpartnern

Unser Engagement in der zivilen Sicherheitsforschung kann erst in der Zusammenarbeit mit Nachbarn in Europa und Partnern weltweit sein Potenzial voll entfalten. Ziel der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel ist es, die Sicherheit der Bevölkerung in beiden Ländern zu verbessern, Innovationsprozesse auch mit Blick auf internationale Märkte zu beschleunigen und voneinander zu lernen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat gemeinsam mit dem israelischen Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport (MOST) und dem israelischen Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit (MOITAL) zur Zusammenarbeit von deutschen und israelischen Forschungseinrichtungen sowie innovativen Unternehmen und Endanwendern Förderbekanntmachungen in der zivilen Sicherheitsforschung veröffentlicht.

Die Fahnen von Israel und Deutschland wehen gemeinsam vor blauem Himmel.

iStock.com/marexx

Abgeschlossene Verbundvorhaben:

ACCIS: Automatisches Cargo-Container Inspektions-System

Darstellung eines Inspektionssystems für Frachtcontainer.

PTB Braunschweig

Förderkennzeichen 13N11154 bis 13N11158

Das Aufspüren von Gefahrstoffen in Frachtgut, wie Sprengstoffe oder nukleares Material, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Ziel des Verbundprojekts ACCIS war der Aufbau eines Demonstrationssystems für die automatische Detektion von Sprengstoffen und radioaktivem Material für Frachtgut mittlerer Größe, wie zum Beispiel Luftfrachtcontainer. Zudem wurden die Möglichkeiten des Einsatzes solcher Technologien auf Flughäfen oder an Grenzübergängen untersucht. Der Verbund hat einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, dass zukünftig schnelle und vollautomatische Inspektionssysteme zur Verfügung stehen, die zuverlässig und fehlerfrei explosive und radioaktive Stoffe in Frachtgut erkennen können.

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BEPE: Webbasiertes Instrumentarium zur Evaluierung des Vorbereitungsstandes von Krankenhäusern auf biologische Gefahrenlagen

Förderkennzeichen 13N11046 bis 13N11049

Transport eines hochansteckenden Patienten.

Stadt Frankfurt am Main, Gesundheitsamt

Immer mehr Menschen reisen um die Welt. Neben neuen Eindrücken bringen einige Reisende allerdings auch unerwünschte blinde Passagiere mit. Es kann sich dabei zum Beispiel um hochgefährliche Krankheitserreger wie die Lungenkrankheit SARS, das Lassa-Fieber oder die Vogelgrippe H7N9 handeln. Die Kooperationspartner im deutsch-israelischen Forschungsprojekt BEPE haben in deutschen und israelischen Gesundheitseinrichtungen den Stand der Vorbereitung auf solche ansteckenden, gefährlichen Krankheiten untersucht und eine Software bereitgestellt, die ein umfangreiches Qualitätsmanagement in Krankenhäusern unterstützt. Damit können diese hochansteckenden Krankheiten in Zukunft schneller erkannt und die Patienten schneller und besser versorgt werden.

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EMSIN: Elektromagnetischer Schutz von Verkehrsinfrastrukturen

Eine frühzeitige Erkennung von elektromagnetischen Störungen erhöht die Sicherheit der Reisenden.

iStockphoto.com / mevans

Förderkennzeichen 13N10404 bis 13N10408

Kritische Infrastrukturen, wie Flughäfen, sind auf die Funktionsfähigkeit ihrer Kommunikationstechnologien und IT-Netze angewiesen. Bereits kleine Störungen einzelner Elemente können katastrophale Folgen haben. Ziel des Projektes EMSIN war es, den Schutz von kritischen Verkehrsinfrastrukturen vor elektromagnetischen Störungen zu erhöhen. Dafür wurde ein elektronisches Testnetzwerk aufgebaut und Tests durchgeführt, um den Einfluss elektromagnetischer Störungen auf elektronische Komponenten zu erfassen. Begleitet wurden die technischen Arbeiten mit Untersuchungen der organisatorischen Strukturen, rechtlichen Rahmenbedingungen und der gesellschaftlichen Erwartungen an die Lösungsansätze.

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ESR: Systemvertrauen und Krisenmanagement: Ein interaktives Expertenaustauschsystem zur Stärkung gesellschaftlicher Resilienz

Förderkennzeichen 13N10409

Ziel des Projekts ist ein Informationsaustausch zwischen Deutschland und Israel über das Management von Krisensituationen.

Fraunhofer IITB

Eine gut vorbereitete, widerstandsfähige Gesellschaft wird in der Lage sein, direkte Folgen aber auch Langzeitfolgen einer Großschadenslage zu verringern und Krisen so rasch wie möglich zu bewältigen. Krisenresilienz zeigt, wie Gesellschaften mit Gefahren und Notfällen umgehen. Ziel des deutsch-israelischen Projektes ESR war es, die Krisenresilienz der deutschen sowie der israelischen Gesellschaft zu analysieren und einen Austausch von Experten aller beteiligten Akteursgruppen zu erreichen. Die Vernetzung der Experten und der Erfahrungsaustausch sollte über ein Expertensystem auf einer Informationsplattform realisiert werden.

Projektumriss ESR (pdf-Datei)  

    

IRLSENS: Infrarot-Laser basierendes faseroptisches Sensorsystem zur Trinkwasserüberwachung

Trinkwasser von höchster Qualität ist essenziell für unser Leben.

[Sergey Chirkov]/[iStock]/Thinkstock

Förderkennzeichen 13N11033 bis 13N11035

Die Trinkwasserversorgung gehört zu den Bereichen des täglichen Lebens, bei denen höchste Qualität besonders wichtig ist. Ziel des Projekts IRLSENS war es, ein innovatives Messsystem zu erarbeiten, das speziell Pestizide, wie zum Beispiel Insektizide und chlorierte Kohlenwasserstoffe, wie etwa Chloroform, sekundenschnell detektieren und die Betreiber des Versorgungsnetzes noch schneller warnen kann. Das neue System kombiniert Innovationen im Bereich der laser- und faserbasierten Infrarot-Analytik zu einer leistungsstarken Messtechnik. Die Vorteile dieses neuen Systems liegen in der Schnelligkeit der Analyse, der Spezialisierung auf eine jeweilige Stoffgruppe und der Automatisierung.

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LiveDetect3D: Detektion verborgener Bedrohungen durch Echtzeit-3D-Bildgebung 

Förderkennzeichen 13N11000 bis 13N11003

Unter der Kleidung verborgene Waffe.

SynView GmbH

Die Zugangskontrolle von Personen zu kritischen Infrastrukturen wie zum Beispiel Flughäfen, hat hohe Bedeutung für einen sicheren Reiseverkehr. Ziel des Projektes LiveDetect3D war es, durch die Kombination eines bildgebenden Terahertz-Systems mit einer optischen 3-D Kamera eine Person auch aus einigem Abstand auf verborgene gefährliche Gegenstände untersuchen zu können, ohne dass detaillierte Körperdarstellungen entstehen oder möglicherweise in Persönlichkeitsrechte eingegriffen wird. Die technologischen Forschungsarbeiten wurden durch eine ethische Bewertung und gesellschaftliche Analyse begleitet, um Lösungen auszuschließen, die datenschutzrechtlich oder ethisch bedenklich sein könnten.

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RETISS: Real Time Security Management System für Infrastrukturen auf deutschen und israelischen Straßen

Förderkennzeichen 13N11023 bis 13N11025

Straßentunnel sorgen für kurze Verbindungen und sind für leistungsfähige Straßennetze unverzichtbar.

Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

Im Straßennetz sind Tunnel und Brücken wichtige Schlüsselelemente. Der Flaschenhalseffekt, den sie auslösen, kann bei einem Ausfall der Infrastrukturen zu weitreichenden Auswirkungen mit Kaskadeneffekten für Straßennutzer und Wirtschaft führen. Im Projekt RETISS wurden neue Detektionssysteme für ein deutsches und ein israelisches Bauwerk entworfen, installiert und unter Praxisbedingungen getestet. Der aktuelle „Sicherheitszustand“ wurde in der Tunnelleitzentrale mit Hilfe eines neu zu erforschenden informationstechnologischen Systems in Echtzeit ermittelt und visualisiert, so dass im Gefahrenfall unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden konnte.

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