Kooperation in der zivilen Sicherheitsforschung zwischen deutschen und französischen Projektpartnern

Ziel der Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich ist es nicht nur, die Sicherheit der Bevölkerung in beiden Ländern zu verbessern, sondern auch gemeinsam zu einer europäischen Sicherheit auf hohem Niveau beizutragen. Mit den gemeinsamen Forschungsarbeiten sollen Beiträge zum Schutz vor Terrorismus, organisierter Kriminalität, Naturkatastrophen und Großunfällen geleistet werden. Das Bundesforschungsministerium hat im Januar 2011 und im Januar 2014 zwei Förderbekanntmachungen zur deutsch-französischen Zusammenarbeit veröffentlicht.

Kooperation zwischen deutschen und französischen Forschungspartnern

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Laufende Verbundvorhaben:

BERCOM: Ausfallsicherheit von kritischen Infrastrukturen unter Nutzung von gesicherter LTE-Kommunikation

PV-Panele vor Windkraftanlagen

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Förderkennzeichen:  13N13736 bis 13N13743

Eine zuverlässige Energieversorgung zählt zu den wesentlichen Faktoren für die Sicherheit der Gesellschaft und das Funktionieren der Wirtschaft. Energie- und Kommunikationsinfrastrukturen werden immer weiter vernetzt. Mit dem Projekt BERCOM soll das Risiko für den Ausfall von Energieinfrastrukturen reduziert werden. Dies wird durch die Etablierung eines sicheren, zusätzlichen Mobilfunknetzes realisiert. Dieses zusätzliche Netz soll für die Betreiber kritischer Infrastrukturen reserviert und in die bestehende Kommunikationsinfrastruktur integriert werden. Damit wird etwa die zentrale Steuerung dezentraler Energieerzeugungsanlagen möglich. Gleichzeitig werden im Fehlerfall Systemzustände rekonstruierbar.

Projektumriss BERCOM (pdf)

   

REHSTRAIN: Resilienz des Deutsch-Französischen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehrs

Die Sicherheit des Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehrs steht im Fokus des Projektes REHSTRAIN.

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Förderkennzeichen:  13N13786 bis 13N13790

Zwischen 2007 und 2014 wurden auf den ICE- und TGV-Strecken mehr als 10 Millionen Fahrgäste zwischen Deutschland und Frankreich mit der Bahn befördert. Mit Blick auf das Szenario einer terroristischen Bedrohung wollen die Partner im Projekt REHSTRAIN die Verwundbarkeit des deutsch-französischen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehrs untersuchen, um die Bahn als kritische Infrastruktur an systemrelevanten Stellen besser schützen zu können. Gleichzeitig werden umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Systemresilienz erarbeitet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in ein Entscheidungsunterstützungssystem für die Betreiber überführt.

Projektumriss REHSTRAIN (pdf)

  

ResiWater: Innovative, sichere Sensornetzwerke und modell-gestützte Bewertungs- und Analyse-Tools zur Erhöhung der Resilienz von Trinkwasserinfrastrukturen

Wasserverteilungsnetze sind lebenswichtige Infrastrukturen, die resilient gestaltet und im Störfall sicher betrieben werden müssen.

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Förderkennzeichen  13N13687 bis 13N13690

Trinkwasserverteilungsnetze sind kritische Infrastrukturen. Sie weisen eine hohe Komplexität auf und sie von anderen Infrastrukturen abhängig. Mögliche Gefahren bestehen in zufälligen oder absichtlichen Verunreinigungen. Andere Gefahren können durch Naturkatastrophen, terroristische Anschläge oder den Ausfall der Stromversorgung entstehen. Betreiber von Wasserwerken sollen daher in die Lage versetzt werden, die Trinkwasserversorgung auch in außergewöhnlichen Situationen optimal zu gewährleisten. Nach Krisen soll die Rückkehr zum in den Normalbetrieb beschleunigt werden. Dafür wird untersucht, welche kritischen Situationen denkbar sind und welche Sensoren eingesetzt und verbunden werden können, um die Wasserqualität noch zuverlässiger und schneller bestimmen.

Projektumriss ResiWater  (pdf)  

    

Abgeschlossene Verbundvorhaben:

ActiFind: System zur Spurendetektion von Alpha-Partikeln in Wassernetzwerken: von der direkten Detektion in der Flüssigphase zur Identifikation

Sauberes Trinkwasser ist eine wichtige Lebensgrundlage.

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Förderkennzeichen   13N12226 bis 13N12228

Trinkwasser ist eines unserer wichtigsten Lebensmittel. Daher gehört die Trinkwasserversorgung zu den Bereichen des täglichen Lebens, für die höchste Qualität gelten muss. Die Wasserversorgungsnetze sind daher kontinuierlich vor Verunreinigungen zu schützen. Die Einbringung giftiger Stoffen in das Trinkwasser, wie zum Beispiel Düngemittel oder Pestizide, ist nicht nur durch Unfälle oder Naturkatastrophen denkbar, sondern auch durch kriminelle oder terroristischen Aktivitäten. Das Forschungsvorhaben ActiFind hatte zum Ziel, eine tragbare Sensorik und Meßmethode zu entwickeln, die einen schnellen vor-Ort-Nachweis von Spuren radioaktiv strahlender Stoffe, so genannter Aktinoide, im Trinkwasser ermöglicht. Nach aktuellem Stand der Technik wären mehrere Tage für Aufbereitung und Messung solcher Proben im Labor erforderlich. Eine kontinuiertliche Messung der Waasserqualitt ist auf diese Weise nur schwer möglich.  

Projektumriss ActiFind  (pdf)

   

ANCHORS: UAV – Assisted Ad Hoc Networks for Crisis Management and Hostile Environment Sensing

 ANCHORS unterstützt den Einsatz bei einem Chemieunfall.

TU Dortmund

Förderkennzeichen  13N12203 bis 13N12210

Rettungskräfte begeben sich immer wieder in gefährliche Situationen, um anderen zu helfen. Sie selber müssen aber auch geschützt werden – besonders in Großschadenlagen. Damit sie nicht unnötig gefährdet werden, entwickelten die Verbundpartner des deutsch-französischen Projekts ANCHORS ein neues System zur Lageerfassung. Aus sicherer Entfernung werden mit Sensoren bestückte Roboter losgeschickt, die am Boden und in der Luft beispielsweise Temperatur und Gefahrstoffkonzentration messen können. Ausgestattet mit diesem Wissen kann der Einsatz mit der größtmöglichen Sicherheit für die Rettungskräfte geplant und durchgeführt werden. 

Projektumriss ANCHORS  (pdf)
    

CODISP: Präventionsarbeit und Wissenstransfer

Polizeiarbeit und zivilgesellschaftliche Präventionsnetzwerke sollen durch CODISP in engem Austausch stehen.

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Förderkennzeichen  13N12199

Insbesondere in urbanen Ballungsräumen sind lokale Verhältnisse und Sicherheitslagen zunehmend vielschichtig und unübersichtlich. Unterschiedliche Wertvorstellungen und Kulturen treffen aufeinander. Dieser Gemengelage begegnet die Polizei mit präventiver Arbeit vornehmlich in lokalen Netzwerken und Projekten. In Frankreich wie in Deutschland stellt sich die Frage, wie dieses zwischen sozialarbeiterischer Prävention und regulärer Polizeiarbeit angesiedelte neue Wissen genutzt werden kann, um der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger bestmöglich Rechnung zu tragen.

Projektumriss CODISP  (pdf)
    

DSS_Evac_Logistic: Entscheidungsunterstützungssystem bei der Evakuierung bewohnter Gebiete

Evakuierungen dürfen nicht durch Staus behindert  werden.

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Förderkennzeichen  13N12229 bis 13N12230

Naturkatastrophen, wie zum Beispiel Hochwasser oder Unfälle, bei denen es zur Freisetzung großer Mengen giftiger Gase kommt, sind alles Gründe, die zu einer großflächigen Evakuieurng der Bügerinnen und Bürger in den betroffenen Regionen führen können. Evakuierungen, bei der eine Vielzahl von Menschen ihre Wohnungen verlassen und ihren Lebensmittelpunkt für Tage verlegen müssen, stellen Behörden und Rettungskräfte vor eine immense Herausforderung. Verantwortliche müssen innerhalb kürzester Zeit weitreichende Entscheidungen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger treffen. Ziel des deutsch-französischen Vorhabens DSS_Evac_Logistic ist es, ein Entscheidungsunterstützungssystem für regionale Evakuierungen zu erarbeiten. Das System soll Verantwortliche sowohl bei der Vorbereitung auf eine Katastrophe als auch im akuten Krisenfall helfen, angemessene Evakuierungsentscheidungen treffen zu können.

Projektumriss DSS_Evac_Logistic  (pdf)
   

GEFREASE: Sicheres Erkennen biologischer Gefahrstoffe vor Ort

Die Feuerwehr Leipzig bei der  Vor-Ort-Detektion von Gefahr­stoffen.

Bruker Daltonik GmbH

Förderkennzeichen   13N12222 und 13N12223

Wenn ein Verdacht auf Gefahrstoffe biologischen Ursprungs wie Toxine, Bakterien und Viren besteht, ist sofortiges Handeln gefragt. Damit Rettungskräfte richtig reagieren können, muss schnell herausgefunden werden, um welchen Gefahrstoff es sich handelt. Als Ergebnis des deutsch-französischen Projekts GEFREASE ist ein tragbares Gerät entstanden, das Gefahrstoffe vor Ort erkennt. Außerdem wurde eine Methode erforscht, mit der Stoffe in einer Probe rasch erkannt werden sollen. Damit haben die Projektpartner im Rahmen von GEFREASE einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung und Standardisierung der Messtechnik zur Gefahrstoffdetektion geleistet. 

Projektumriss GEFREASE  (pdf)

   

INPOSEC: Sichere Lieferketten im Postverkehr

INPOSEC trägt dazu bei, Liefe rketten im Postverkehr sicherer zu  machen.

Deutsche Post AG

Förderkennzeichen  13N12298 bis 13N12300

Der Versand von Briefen und Paketen ist ein wichtiges Kommunikations- und Transportmittel, sowohl für die Wirtschaft, als auch für den privaten Austausch der Bürgerinnen und Bürger. Spektakuläre Einzelfälle, wie der in einem Päckchen entdeckte Sprengstoff, der in einer Tintenpatrone für Drucker eingearbeitet war, zeigen, dass der Postverkehr für kriminelle Handlungen missbraucht werden kann. Ziel des deutsch-französischen Vorhabens INPOSEC war es, ein umfassendes Sicherheits-Managementkonzept zu erarbeiten, mit dem internationale Lieferketten im Postverkehr noch besser vor dem Einbringen illegaler Güter und Gefahrstoffen gesichert werden können. 

Projektumriss INPOSEC  (pdf)

   

RESCUE IT: IT-Plattform für die lückenlose Sicherung von Lebensmittelwarenketten

Hoch vernetzte Warenketten bilden die Basis für unsere Lebensmittelversorgung.

REWE-Informations-Systeme GmbH

Förderkennzeichen 13N10963 bis 13N10968

Lebensmittel müssen auf dem Weg vom Erzeuger bis zur Ladentheke optimal geschützt werden. Es gilt, sowohl das Risiko von Lebensmittelskandalen, als auch die Gefahr von Agro- und Bioterrorismus zu verringern. Der Warenaustausch zwischen Deutschland und Frankreich ist besonders intensiv. Ziel des deutsch-französischen Vorhabens war es, ein IT-System zu entwickeln, das die Sicherung von Lebensmittelwarenketten unternehmens- und länderübergreifend verbessert. Sicherheitsrelevante Vorfälle sollten gemeinsam erkannt und eine umgehend koordinierte Reaktion eingeleitet werden.

Weitere Informationen

   

SafeCoat: Textilien für den selbstdekontaminierenden Individualschutz

Anwendungsszenario: selbstdekontaminierender Individual­schutz ziviler Rettungskräfte

Blücher GmbH

Förderkennzeichen 13N12486, 13N12490 und 13N12491

Rettungskräfte können im Einsatz nicht nur extremer Hitze sondern auch chemischen Gefahrstoffen ausgesetzt sein. Atmungsaktive Schutzanzüge können Schadstoffe zurückhalten. Im Verbundvorhaben SafeCoat wird ein Material erforscht, das eine zusätzliche Dekontaminationsschicht enthält, die organische Gefahrstoffe abbauen kann. Dadurch kann die Gebrauchsdauer der Anzüge erhöht und die Gefahr einer Kontamination der Einsatzkräfte deutlich reduziert werden.

Projektumriss SafeCoat  (pdf)

   

SAFEST: Social-Area Framework for Early Security Triggers at Airports

Im Verbundprojekt SAFEST wird untersucht, wie die Sicherheit in stark frequentierten öffentlichen Infrastrukturen erhöht werden kann.

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Förderkennzeichen  13N12235 bis 13N12239

Öffentliche Infrastrukturen stellen eine besondere Herausforderung für die zivile Sicherheit dar. Zum einen gilt es, bei großen Menschenansammlungen, zum Beispiel in Stadien oder Flughäfen, sicherzustellen, dass im Fall eines bedrohlichen Ereignisses eine geordnete Evakuierung möglich ist. Zum anderen muss sofort erkannt werden, wenn ein unbefugter Zutritt zu sicherheitsrelevanten Bereichen erfolgt. Dazu hat das deutsch-französische Projekt SAFEST ein umfassendes Gefahrenerkennungs- und Krisenmanagementsystem für die Sicherheit in stark frequentierten Bereichen kritischer Verkehrsinfrastrukturen am Beispiel eines Flughafens erforscht. Die Lösung sollte helfen, Gefahren zu erkennen und in einem solchen Fall die Passagiere und Besucher mithilfe mobiler Endgeräte über Fluchtmaßnahmen zu informieren. 

Projektumriss SAFEST  (pdf)

   

Smart OnlineWDN: Online Security Managementsystem für Trinkwasserversorgungsnetze

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel.

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Förderkennzeichen 13N12178 bis 13N12181

Trinkwasser ist eines unserer wichtigsten Lebensmittel. Um eine sichere Trinkwasserversorgung gewährleisten zu können, werden Wasserversorgungsnetze regelmäßig überprüft, um potentielle Gefahren für die Bevölkerung frühzeitig zu erkennen und notwendige Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Das Ziel des Forschungsvorhabens Smart OnlineWDN war die Entwicklung eines Werkzeugs, mit dem die optimale Platzierung leistungsfähiger Messsensoren zur Überwachung von Wasserversorgungssystemen ermittelt werden kann. Denn eine rasche Identifikation von verunreinigenden Stoffen im Verteilernetz ist eine wesentliche Voraussetzung für die schnelle Einleitung von Gegenmaßnahmen. Durch die Kombination mit herkömmlichen Wasserqualitätsparametern sollte eine zuverlässige Alarmgenerierung in Echtzeit erreicht werden.

Projektumriss Smart OnlineWDN  (pdf)