Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Zivile Sicherheit - Schutz kritischer Infrastrukturen"

In Europa bilden Energie-, Wasser- und Verkehrsinfrastrukturen ein lebenswichtiges Rückgrat für Gesellschaft und Wirtschaft. Insbesondere in Deutschland und Frankreich bestehen diese kritischen Infrastrukturen aus einem dichten Netz mit zahlreichen Verknüpfungen zwischen beiden Ländern. Für den wirksamen Schutz kritischer Infrastrukturen ergeben sich vielfältige neue Herausforderungen. Sowohl die Vernetzung als auch der gegenläufige Trend, Einrichtungen dezentral zu organisieren, führen zu neuen Risiken. Ziel der Förderrichtlinien „Zivile Sicherheit – Schutz kritischer Infrastrukturen“ im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms ist es, die bilaterale Kooperation in der zivilen Sicherheitsforschung zu stärken. Es werden interdisziplinäre Forschungsprojekte gefördert, in denen deutsche und französische Partner gemeinsam Lösungen zum Schutz kritischer Infrastrukturen erarbeiten. Deutschland und Frankreich wollen damit nicht allein die nationale Sicherheit in beiden Ländern stärken, sondern auch einen Beitrag zur europäischen Sicherheitsarchitektur leisten.

Beleuchtete Stadtautobahn neben einer Stadtbahn-Haltesetelle.

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Laufende Verbundvorhaben:

BERCOM: Ausfallsicherheit von kritischen Infrastrukturen unter Nutzung von gesicherter LTE-Kommunikation

Die zentrale Steuerung dezentraler Energieerzeuger via Mobilfunktechnik erhöht die Versorgungssicherheit der Bürgerinnen und Bürger.

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Förderkennzeichen 13N13736 bis 13N13743

Eine zuverlässige Energieversorgung zählt zu den wesentlichen Faktoren für die Sicherheit der Gesellschaft und das Funktionieren der Wirtschaft. Energie- und Kommunikationsinfrastrukturen werden immer weiter vernetzt. Mit dem Projekt BERCOM soll das Risiko für den Ausfall von Energieinfrastrukturen reduziert werden. Dies wird durch die Etablierung eines sicheren, zusätzlichen Mobilfunknetzes realisiert. Dieses zusätzliche Netz soll für die Betreiber kritischer Infrastrukturen reserviert und in die bestehende Kommunikationsinfrastruktur integriert werden. Damit wird etwa die zentrale Steuerung dezentraler Energieerzeugungsanlagen möglich. Gleichzeitig werden im Fehlerfall Systemzustände rekonstruierbar.

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ResiWater: Innovative, sichere Sensornetzwerke und modell-gestützte Bewertungs- und Analyse-Tools zur Erhöhung der Resilienz von Trinkwasserinfrastrukturen

Wasserverteilungsnetze sind lebenswichtige Infrastrukturen, die resilient gestaltet und im Störfall sicher betrieben werden müssen.

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Förderkennzeichen  13N13687 bis 13N13690

Trinkwasserverteilungsnetze sind kritische Infrastrukturen. Sie weisen eine hohe Komplexität auf und sind von anderen Infrastrukturen abhängig. Mögliche Gefahren bestehen in zufälligen oder absichtlichen Verunreinigungen. Andere Gefahren können durch Naturkatastrophen, terroristische Anschläge oder den Ausfall der Stromversorgung entstehen. Betreiber von Wasserwerken sollen daher in die Lage versetzt werden, die Trinkwasserversorgung auch in außergewöhnlichen Situationen optimal zu gewährleisten. Nach Krisen soll die Rückkehr zum in den Normalbetrieb beschleunigt werden. Dafür wird untersucht, welche kritischen Situationen denkbar sind und welche Sensoren eingesetzt und verbunden werden können, um die Wasserqualität noch zuverlässiger und schneller bestimmen.

Projektumriss_ResiWater (pdf-Datei)

    

Abgeschlossene Forschungsvorhaben:

REHSTRAIN: Resilienz des Deutsch-Französischen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehrs

Die Sicherheit des Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehrs steht im Fokus des Projektes REHSTRAIN.

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Förderkennzeichen  13N13786 bis 13N13790

Zwischen 2007 und 2014 wurden auf den ICE- und TGV-Strecken mehr als 10 Millionen Fahrgäste zwischen Deutschland und Frankreich mit der Bahn befördert. Mit Blick auf das Szenario einer terroristischen Bedrohung wollen die Partner im Projekt REHSTRAIN die Verwundbarkeit des deutsch-französischen Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsverkehrs untersuchen, um die Bahn als kritische Infrastruktur an systemrelevanten Stellen besser schützen zu können. Gleichzeitig werden umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Systemresilienz erarbeitet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden in ein Entscheidungsunterstützungssystem für die Betreiber überführt.

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