Bewilligte Projekte aus der Bekanntmachung "Zivile Sicherheit – Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau"

Die zivile Sicherheit ist eine der Voraussetzungen für Lebensqualität und Wertschöpfung in Deutschland und gehört zu den Handlungsfeldern der „Neuen Hightech-Strategie – Innovationen für Deutschland“. Für das interdisziplinär geprägte und sehr vielfältige Feld der zivilen Sicherheitsforschung ist ein hervorragend ausgebildeter, gut vernetzter wissenschaftlicher Nachwuchs eine wichtige Basis. Das Bundesforschungsministerium möchte mit der Fördermaßnahme „Zivile Sicherheit – Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau“ Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen die Möglichkeit eröffnen, mit einem hohen Maß an Unabhängigkeit und Eigenständigkeit innovative Forschungsideen umzusetzen, die einen Zugewinn an Sicherheit für unsere Gesellschaft erwarten lassen.

Nachwuchsförderung durch interdisziplinären Kompetenzaufbau

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Durch die interdisziplinäre Zusammensetzung der geförderten Arbeitsgruppen wird dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit eröffnet, die Chancen und Herausforderungen interdisziplinärer Arbeit frühzeitig kennenzulernen. Auf diese Weise wird nicht nur wissenschaftliche Exzellenz gefördert, sondern auch bedarfsgerechte und gesellschaftlich akzeptierte Sicherheitslösungen angestrebt, welche eine nachhaltige Wirkung für den Innovationsstandort Deutschland erwarten lassen.

Mit der Fördermaßnahme werden die Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses systematisch gefördert. Besonderer Wert wird zudem auf den Austausch der Nachwuchsgruppen untereinander sowie die Vernetzung im Rahmen des Graduierten-Netzwerks „Zivile Sicherheit“ gelegt.

Laufende Forschungsvorhaben:

BIGAUGE: Biologische Gefahren: Analyse und integrierte Einschätzung von Risiken

Eine bedienerfreundliche Software soll helfen, biologische Risiken besser einzuschätzen.

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Förderkennzeichen:  13N14354

Biologische Gefahren, wie das Auftreten von Infektionskrankheiten, oder das bewusste Freisetzen gefährlicher Substanzen beim sogenannten Bio-Terrorismus, können viele Menschenleben fordern. Gleichzeitig haben Sie aber auch Auswirkungen auf Infrastrukturen, die für die Bewältigung von Krisen dringend notwendig sind. Um den zuständigen Behörden bei der Bewertung biologischer Bedrohungslagen zu helfen, soll im Projekt BIGAUGE ein Entscheidungsunterstützungssystem entwickelt werden. Risiken und mögliche Folgen von aktuellen biologischen Gefahrenlagen können damit umfangreich analysiert und evaluiert werden. Zusätzlich sollen geeignete präventive Handlungsoptionen aufgezeigt werden, um eine potenzielle biologische Krisensituation zu verhindern oder effektiv zu bewältigen.

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DiI: Dschihadismus im Internet

Dschihadistische Propaganda wird im Internet über Bilder, Texte und Video-Botschaften verbreitet.

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Förderkennzeichen: 13N14353

Extremistische islamistische Gruppierungen bedienen sich vielfältiger Formate, um dschihadistische Propaganda zu verbreiten. Spektakulär und jugendaffin gestaltete Videos können eine große Wirkung entfalten und eine wichtige Rolle bei der Radikalisierung von potenziellen Anhängern spielen. Das Projekt DiI erforscht Inhalte und Gestaltung dschihadistischer Propaganda-Videos im Internet sowie deren Wirkung auf die Zuschauer. Durch die Analyse leistet das Vorhaben einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärungs- und Präventionsarbeit. So soll nicht nur ein wesentlicher Erkenntnisgewinn zu dschihadistischen Video-Botschaften im Internet geleistet, sondern auch eine solide Grundlage für die Erarbeitung von Gegenstrategien, die auf andere Formen von Extremismus übertragbar sind, geboten werden.

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KontiKat: Zivilgesellschaftliche und betriebliche Kontinuität durch sozio-technische Vernetzung in Katastrophenlagen

Die Bewältigung von Naturkatastrophen erfordert koordinierte Hilfe unter Einbeziehung aller Beteiligten.

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Förderkennzeichen:  13N14351

Krisen und Schadensereignisse können das gesellschaftliche Leben und wirtschaftliche Prozesse erheblich beinträchtigen. Dabei muss es sich nicht um Katastrophen handeln. Auch der regionale Ausfall von Telekommunikationsanlagen über Stunden oder Tage kann bereits weitreichende Folgen haben. Im Fokus des Projekts KontiKat steht die Aufrechterhaltung und Wiederherstellung des gesellschaftlichen Lebens nach größeren Schadensereignissen und Katastrophen. Hierzu sollen empirische Studien zur Erfassung der sozialen Vernetzung der Bevölkerung sowie von kleinen und mittleren Unternehmen durchgeführt werden. Die Ergebnisse tragen dazu bei, die Selbstorganisation, Hilfeleistungen und Notfallkommunikation in Krisensituationen zu fördern.

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PANDA: Parallelstrukturen, Aktivitätsformen und Nutzerverhalten im Darknet

Strukturen des Darknets analysieren und beleuchten

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Förderkennzeichen:  13N14355 und 13N14356

Das Darknet ist ein vom Internet nicht unmittelbar zugänglicher Raum, da es ohne weitere Vorkenntnisse nicht auffindbar und nur unter Einsatz spezieller Software erreichbar ist. Hierdurch gewinnt das Darknet für extremistische Botschaften und kriminelles Gedanken- und Handelsgut sowie als Kommunikations- und Interaktionsform zunehmend an Relevanz. So ist im Internet eine Umgebung entstanden, die durch das Versprechen von Anonymität und Nichtverfolgbarkeit auch für radikalisierte und kriminelle Personen attraktiv geworden ist. Ziel von PANDA ist es, politisch und wirtschaftlich motivierte, illegale Aktivitäten im Darknet zu untersuchen und zu verstehen. Es soll ein geschärftes Bild des Darknets gewonnen werden, indem technische und organisatorische Strukturen und Interaktionsformen wissenschaftlich erfasst werden. Gleichzeitig soll die Frage untersucht werden, ob und mit welchen Instrumenten gesellschaftsgefährdenden Aktivitäten im Darknet präventiv entgegengewirkt werden kann.

Projektumriss PANDA  (pdf-Datei)

  

PluS-i: Pluralisierung lokaler urbaner Sicherheitsproduktion

Die Polizei spielt eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung von Sicherheit.

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Förderkennzeichen:  13N14352

In Städten und Ballungsräumen zeigen sich gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen besonders deutlich. Dort arbeiten inzwischen viele unterschiedliche Akteure daran, ein sicheres Umfeld für Einwohner und Besucher zu bieten. Neben der Polizei tragen zum Beispiel auch kommunale Ordnungsdienste, Unternehmen des Sicherheitsgewerbes oder Nachbarschaftsinitiativen dazu bei, erhöhte Sicherheit zu erreichen und zu erhalten. Für ihr Zusammenwirken gibt es vielfältige lokale Modelle, deren Gestaltung und Wirksamkeit bisher nicht systematisch analysiert wurden. Im Vorhaben PluS-i wird untersucht, wie die verschiedenen Kräfte in städtischen Räumen agieren und welche Anforderungen dabei erfüllt sein müssen. Im Ergebnis werden die erarbeiteten Handlungsempfehlungen für Sicherheitsakteure und politische Entscheidungsträger sowie Schulungsmaterialien für Bildungseinrichtungen im Bereich der Kriminalprävention über eine Informationsplattform verbreitet.

Projektumriss PluS-i  (pdf-Datei)