Arbeitsgruppe 3: „Soziale, kulturelle und regionale Veränderungen“

Der soziale, kulturelle und regionale Wandel führt zu einer wachsenden Vielfalt der Gesellschaft und damit auch zu veränderten Wertvorstellungen. Prägend sind bei den gesellschaftlichen Entwicklungen vor allem die Digitalisierung, die alternde Gesellschaft, die Urbanisierung, soziale Veränderungen und die Globalisierung. Daraus können sich unter Umständen auch Wertkonflikte ergeben, die unterschiedliche Folgen für die zivile Sicherheit haben.

Zukünftige Auswirkungen gesellschaftlicher Wandlungsprozesse auf die zivile Sicherheit

Soziale und kulturelle Wandlungsprozesse haben entscheidenden Einfluss darauf, wie sich die Wahrnehmung von Unsicherheiten in der Gesellschaft entwickelt. Herausforderungen für die staatliche und private Sicherheitsvorsorge stellen beispielsweise neue kriminelle Aktivitäten und Strukturen ebenso wie gesellschaftliche Radikalisierungstendenzen, die Folgen des digitalen Wandels und die alternde Gesellschaft dar.

Beiträge der zivilen Sicherheitsforschung im Kontext des sozialen und kulturellen Wandels

Die zukünftigen Auswirkungen sozialer, kultureller und regionaler Entwicklungen auf die zivile Sicherheit in Deutschland und Europa sind vielfältig. Nach Ansicht der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitsgruppen 3 ist es deshalb unter anderem erforderlich,

  • näher zu untersuchen, wie die zivile Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger sowohl in Ballungsgebieten als auch in ländlichen Räumen gleichermaßen gewährleistet werden kann.
  • neue Konzepte für die Sicherheitskommunikation und das Wissensmanagement in digitalen Medien zu erforschen sowie die Entwicklung digitaler Lehr- und Lernkonzepte in der Sicherheitspädagogik voranzutreiben.
  • neue digitale Methoden und Werkzeuge im Bereich der Kriminalprävention zu entwickeln – zum Beispiel zur schnelleren Einschätzung der Erscheinungsformen von Cyber- und Bandenkriminalität im Internet.
  • die Auswirkungen des geänderten Mediennutzungsverhaltens auf die zukünftige Sicherheitswahrnehmung sowie auf die Risiko- und Krisenkommunikation zu untersuchen – das betrifft unter anderem die Entwicklung von Kommunikationsstrategien zur Unterstützung einer faktenorientierten Sicherheitswahrnehmung und verbesserte Ansätze zur Erhöhung der Medienkompetenz und -bildung in der Bevölkerung.
  • neue und ganzheitliche Modelle für die Sicherheitskooperation zu entwickeln, um beispielsweise zeitlich begrenzte Akteursarrangements zu ermöglichen, bei denen sich soziale Gruppen auf regionaler Ebene institutionell oder informell zum Diskurs zu thematisch übergreifenden Sicherheitsthemen zusammenschließen.
  • Strategien für digitale Technologien und zur Gestaltung digitalisierter, beziehungsweise automatisierter Verwaltungs- und Einsatzprozesse innerhalb der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zu erarbeiten, und dabei entsprechender Qualifikations-, Ausbildungs- und Trainingskonzepte zu erforschen.
  • innovative Konzepte zur organisationsübergreifenden Kommunikation und Kooperation auf der Basis interaktiver Technologien zu erarbeiten, unter anderem durch den Einsatz virtueller Umgebungen für Datenbrillen oder multimediale Simulationen.