Arbeitsgruppe 1: „Herausforderungen durch allgemeinen Technologiewandel und Konvergenz von Technologien“

Neue Technologien helfen, unseren Alltag schneller und effektiver zu bewältigen. Sie sind ein wichtiger Schlüssel für den wirtschaftlichen Wohlstand in Deutschland. Der technologische Wandel beschleunigt sich. Weltweit besitzen heute beispielsweise mehr als zwei Milliarden Menschen ein Smartphone, das bereits über eine höhere Rechenleistung verfügt als der leistungsfähigste Supercomputer im Jahr 1985. Auch für andere Technologien können ähnliche Entwicklungssprünge prognostiziert werden. Zukunftsfelder sind hier zum Beispiel die 3D-Drucktechnologie, die synthetische Biologie oder die künstliche Intelligenz. Dabei sind die Auswirkungen neuer Technologien auf das Individuum und die Gesellschaft nicht immer deutlich vorauszusehen.

Herausforderungen durch konvergente Technologien

In unserem Alltag spielt der Einsatz künstlicher Intelligenzen bereits heute eine wichtige Rolle, was sich insbesondere an Smartphones oder Internetsuchmaschinen gut zeigen lässt. Wie unkalkulierbar die Risiken hierbei sein können, führte der kurzfristige Abfall der Börsenkurse in den USA im Jahr 2010 deutlich vor Augen: Durch eine manipulierte vollautomatisierte Handelssoftware verloren Aktien innerhalb von Minuten einen Großteil ihres Wertes.

Durch das Zusammenwachsen und die Vernetzung von Technologien entstehen neue Sicherheitsanforderungen, die nicht zuletzt auch den Datenschutz und ethische Fragen betreffen. Daher müssen entsprechende Sicherheitsanforderungen immer wieder angepasst sowie negative Nebeneffekte von neuen Technologien erfasst und systematisch verringert werden. Das hoben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitsgruppe 1 hervor und diskutierten die Herausforderungen und Bedarfe für die zivile Sicherheitsforschung.

Aktuelle Lösungsansätze, um die Potenziale neuer Technologien zu nutzen und Risiken zu verringern

Neue Sensoren ermöglichen die Detektion chemischer, biologischer, radiologischer und nuklearer Gefahren in Echtzeit und sorgen mit dafür, dass Anwendungen im Bereich der erweiterten und virtuellen Realität zukünftig breiter eingesetzt werden können. Angesichts dieser Perspektiven plädierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Arbeitsgruppe 1 beispielsweise dafür,

  • die Weiterentwicklung und Integration innovativer Sensorik in zivilen Sicherheitsanwendungen voranzutreiben – insbesondere bei olfaktorischen (geruchswahrnehmenden), akustischen und visuellen Sensoren (3D, Farbe).
  • intelligente und echtzeitfähige Sensorik für zivile Sicherheitsszenarien für Roboter, beziehungsweise für autonome mobile Systeme, zu entwickeln.
  • Digitalisierungskonzepte und -modelle zu erarbeiten, mit denen in Zukunft Rettungskräfte die Potenziale im „Internet der Dinge“ vernetzter Geräte und Fahrzeuge sicher und effektiv nutzen können.
  • Sicherheitssysteme unter Einbezug ethischer und rechtlicher Fragestellungen weiterzuentwickeln, um sowohl die Betriebssicherheit zu gewährleisten – zum Beispiel um autonome Systeme vor Manipulationen von außen zu schützen – als auch die Umsetzung neuer Sicherheitsdienstleistungskonzepte (etwa beim Gebäudeschutz) zu ermöglichen.
  • die rechtlichen Implikationen des Einsatzes autonomer Systeme (beispielsweise Entscheidungen über Prioritäten bei der Rettung von Menschen) eingehender zu erforschen.
  • die Folgen und Verantwortung intensiv zu untersuchen, die für die Bevölkerung ebenso wie für soziale Institutionen mit der Nutzung neuer Technologien (zum Beispiel von 3D-Druckverfahren) einhergehen.